The Last Guardian hat eine Kamera, die zum Davonlaufen ist, Spielmechaniken, die frustrieren, und Grafik- und Physikmacken, die 2016 einfach lächerlich sind. Für mich ist es das Spiel des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts. Ein paar Gedanken über das große Geschenk, das Fumito Ueda seinem Medium und allen Spielerinnen und Spielern gemacht hat.

Dieser Artikel wurde bereits Ende August hier erstveröffentlicht, dann aber wegen Platzierung in der aktuellen WASD depubliziert - nun ist er wieder online. In der Zwischenzeit hat sich sowohl die Aufregung bei manchen ins Hysterische gesteigert als auch das Spiel verändert, mit einem Patch, der die von mir angesprochene "Leere" zum Teil aufzufüllen sucht - schade. An den von mir im Folgenden beschriebenen Kern-Mythen ändert sich daran allerdings wenig.

No Man's Sky war für viele mehr als nur ein Spiel, auf das man sich freut - und ist für sie deshalb auch mehr als eine Enttäuschung wie viele andere. Es hat, so der übliche zornige Tenor aus rechtschaffener Konsumentenbrust, alles versprochen, und nichts gehalten. Ein beinahe unendliches Universum, in dem jeder, wirklich jeder Spieler etwas zu entdecken erwartete, das kein Mensch je zuvor gesehen hat - das war eine Verlockung, die, noch dazu seit Sonys massivem Drehen am Hype-Karussell, bei manchen fast schon religionshafte Ekstase auszulösen vermochte. Dass No Man`s Sky diese zentrale Idee zwar durchaus verwirklicht, geht im Enttäuschungsgeheul der königlichen Kunden fast unter. Denn das ist nun, im Licht all der in dieses kleine, riesige Spiel gesetzten Erwartung, schlicht nicht genug.

Ein paar Notizen. Disclaimer: Gedankliche Spaziergänge wie der folgende machen No Man’s Sky nicht unbedingt zum gelungenen Spiel; sie entwerten auch nicht die Kritik, weder die beleidigt-infantile, noch die durchaus differenzierte.

Das beste Games-Bookazine der Welt ist zehn Ausgaben alt, und die soeben erschienene Jubiläumsnummer sei jedem Spielefreund und insbesondere jedem VGT-Leser wärmstens ans Herz gelegt. Nicht vom Thema - "Game over: Tod in Spielen" - abschrecken lassen, die WASD ist wieder einmal ein großes Lesevergnügen. Und nein, das sage ich nicht nur, weil ich mitschreibe und auch in der Redaktion mitarbeite. Hier bestellen!

Im Leben gerne verdrängt, im Spiel allgegenwärtig: Die WASD Nr. 10 dreht sich um den Tod. Namhafte Autorinnen und Autoren versuchen herauszufinden, welche Funktion Sterben im Computerspiel hat, streiten über Permadeath und geben Tipps, wie man trotz ungesundem Hobby möglichst lange am Leben bleibt. Die zehnte WASD ist traurig, berührend und trotzdem optimistisch.

Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören – daher feiert diese Kolumne am ersten Montag im Monat Dezember nach zwei Jahren einen letzten Modtag. Thema des folgendes Textes ist im Gegensatz dazu aber wieder der Umstand, dass es zwar zum einen tausende Mod-Projekte gibt, die mit großen Versprechungen starten und dann nach kurzer Zeit eingestellt werden, zum anderen aber auch einige Spielerweiterungen, die in jahr(zehnt!)elanger Entwicklung Beeindruckendes erschaffen…

#25 – Mafia Titanic Mod

Wenn im altehrwürdigen ORF-Kulturmontag Games zur Sprache kommen, ist das eigentlich ein Grund zur Freude, umso mehr, wenn im Artikel zum Beitrag diese Seite verlinkt wird. Mit dem TV-Beitrag selbst habe ich allerdings weniger Freude, und das hat mehrere Gründe - ohne den Machern zu nahe treten zu wollen, ist "gut gemeint" oft das Gegenteil von "gut". Wenn auf die Feststellung, dass 46 % der Menschen Videospiele spielen, zehn Minuten altbekannte Ratlosigkeit folgen, denen die Distanz zum Thema in jeder Sekunde anzumerken ist, schmerzt das ebenso sehr wie es verwundert.

Vielleicht fragt sich ja der eine oder andere hier Gelandete, was diese so zu Link-Ehren gekommene Seite anderes zu den angesprochenen Themen zu sagen hätte, und aus diesem Grund hier ein paar Links, die vielleicht darauf Antworten geben können.


Gewalt in Videospielen

Gewalt im Zeitalter ihrer virtuellen Reproduzierbarkeit

Zur Faszination virtueller Gewalt

Militainment


Warum wir spielen

Spielen als Normalität

100 Stunden Lebenszeitverschwendung

Was mache ich hier


Wie kann man anders über Spiele reden/schreiben, so dass auch das Publikum des Kulturmontag etwas davon hat? Vielleicht so

Workification: Wenn Spielen zur Arbeit wird

Idealer Leser im Todeslabyrinth

In-game-Fotografie: Kunst und Copyright

Zombies, kalter Krieg und meine Großmutter

(Unter dem Tag Essays findet sich übrigens noch mehr Lesestoff aus über vier Jahren VGT.)


Und aus leider gegebenem Anlass:

Das Problem mit Artikeln/Sendungen, die Videospiele nur halb ernst nehmen


Nein, das ist kein Angriff auf die ORF-Kollegen, die für diesen Beitrag verantwortlich sind. Stattdessen ist dies ein Aufruf, das inzwischen gar nicht mehr so junge und obskure Medium auf Augenhöhe wahrzunehmen. Denn zu sagen gäbe es darüber wahrlich genug - auch von Institutionen wie dem Kulturmontag.

Im November gab’s im GameStandard wegen AAA-Schwemme nur wenig Platz für Indies, hier bei VGT allerdings bleibt’s bei monatlicher Rundschau: die besten Indie-Games der letzten Wochen im Überblick. Ein Hinweis ganz zum Anfang: Für maximal 20 Dollar gibt’s beim grandiosen Good Bundle 150 Spiele (!) im Megapaket für den guten Zweck. Der Erlös geht an US-amerikanische Charities, die durch Trump in ihrer Existenz bedroht sind - die Spiele stellen nicht nur quasi ein Best-of der #altgames-Szene auf itch.io dar, sondern beinhalten auch große Klassiker wie “Gone Home”, “Proteus” und “the Novelist”. Kaufbefehl!

Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, präsentiert Stefan Köhler bei seinem Abstecher in die Welt der Spielbearbeitungen für VGT am ersten Montag dieses Monats, dem Modtag, den finalen Fragebogen in der zweiten Runde der aus der WASD bekannten Modderview-Serie. Nach großen Namen stellt sich hierzu ein unbekannter, aber nicht minder interessanter Modder dem Experiment…

#24 – ZuTheSkunk - Five Nights at Vault 5

Jim Rossignol used to be a games journalist before he ventured into games development with Sir, You Are Being Hunted. Now, his studio Big Robot is working on The Signal From Tölva, a single-player FPS set on an alien planet. I wrote about this promising project for Der Standard; here’s my full interview with Jim.

You have made the switch from writing about video games to creating them. How did that happen?

Gradually. In 2010 I worked on a project commissioned by Channel 4, and ended up forming a small games studio to get the game - an educational puzzler called Fallen City (sadly now defunct) - designed, produced and published. With the money left over from that, plus a Kickstarter in 2012, we raised the money for Sir, You Are Being Hunted. I didn’t work full time on that, because we needed to pay the designer, programmer and artists, and so I remained a writer at Rock, Paper, Shotgun through most of its development. Fortunately it did well enough that I was able to work full time for past two years on our new game, The Signal From Tölva. It has only being during that period that I’ve really considered myself to be a game creator, although the switch still remains sort of opaque to me, perhaps because of how slowly it has happened..

Aus organisatorischen Gründen gab's diesmal im GameStandard nur drei Indie-Games der Woche, hier jedoch gibt's die Luxus-Variante der schönsten Indie-Spiele der letzten Wochen. Bon appetit!

Games can be more than mere entertainment. In our column Alt+Home, intermedia artist Kent Sheely explores the ways independent developers are challenging the status quo, creating brand new experiences, and making a difference in the world.

October is an important time for the brave souls who spend the 30 days leading up to Halloween indulging in as much spine-tingling, heart-pounding horror as they can survive. Every year I like to set aside some time to play some of the spooky indie games I haven’t yet had the chance to savor, but with so many to choose from across so many various outlets, it can be a daunting task just figuring out where to look! If you’ve got a full schedule and just don’t have time to choose, not to worry; I’ve picked out a selection of my favorites, and I’ll tell you why I think they’re worth adding a few gray hairs to your head.