subotron Herbst 2014

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Gameskultur im Wiener Museumsquartier: Wiens Nervenzentrum für Spielerisches subotron hat wieder eine interessante Reihe an Veranstaltungen auf dem Programm. Und schon diesen Freitag gibt sich Ciprian David die Ehre und plaudert mit mir über Spiel und Film!

26.09.14, 19h
SUBOTRON arcademy

Videogames kill the Moviestar?

Film und Videospiel übernehmen Zeichen voneinander und kommen sich dabei immer näher. Wie geht ein Medium mit der Erfahrung des anderen um? Verarmen oder bereichern sich die Medien gegenseitig, wenn sie konvergieren? Vortrag und Diskussion mit Ciprian David (negativ-film, Mainz) und Rainer Sigl (videogametourism).

Inderst legt nahe 20092014

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

<--break->Bitte bleiben Sie empathisch!

Die GDC ist aufgrund ihrer Preispolitik durchaus eine etwas exklusivere Veranstaltung. Allerdings gibt es online auch so manchen Talk für lau zu sehen. Einen möchte ich der geneigten Leserschaft heute ans Herz legen: „Empathetic Games Are Here to Stay! What's Next?“ von Vander Caballero. „Having had the chance to step away from the development machine, I created an emotional journey, Papo & Yo, which unknowingly helped shape what is known as empathetic games.“ Viel Spaß beim Lauschen.

Postkarte von Agata: Nicke mit dem Beat

 

Agata Góralczyk ist als Langzeitreisende in virtuellen Welten unterwegs. Einmal im Monat schickt sie uns eine Postkarte - diesmal aus Elite Beat Agents.

Lieber Rainer,

 

Commander Kahn meldet sich gerade wieder. "OK men. I'm gonna brief you on the basics of your mission. Don't let me down. Good luck. Agents are GO!"

Agent "Spin" mit seinen massigen Kopfhörern auf den Ohren springt in die Agentenlimousine und ich schnell hinterher. Agent "Spin" ist im Gegensatz zu Agent "J" zwar der entspanntere hier, trotzdem gibt es keine Zeit zu verlieren. Jemand hat um Hilfe gerufen und wir sind unterwegs, ausgerüstet mit der Kraft der Musik und der Macht des Beats.

Herunterfahren: Culture War überall

Man kann auch außerhalb von Spielen und mit anderen Medien seinen Spaß haben; in Wirklichkeit ist ja sowieso alles irgendwie verbunden. Drum hin und wieder hier die Aufforderung, die sich unregelmäßig mal wiederholen wird: Herunterfahren - und mit Staunen erkennen, dass auch in den von ähnlichem Publikum frequentierten Nischen der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur ein Kulturkrieg herrscht, der nicht zufällig an die Ereignisse im Gamesbereich erinnert. Der folgende - Vorsicht: ausführliche! - Gastbeitrag wurde von Christoph Jarosch zuerst auf seinem Blog veröffentlichtChristoph lebt in Hamburg und Rostock. Seine Essays und Kritiken sind unter hermanstadt.blogspot.de zu finden.

Am sogenannten Kulturkrieg in der Science-Fiction/Fantasy fällt mir immer wieder auf, wie wenig literaturtheoretische Fragen darin eine Rolle spielen. Auf den ersten Blick ist das für eine Auseinandersetzung, die sich vor allem zwischen Autor_innen und ihren Fans abspielt, ein verwunderlicher Befund. Aber der erste Blick täuscht, denn es handelt sich nicht um einen auf das SFF-Fandom begrenzten Konflikt. Gamergate und andere Ereignisse zeigen, dass es hier um eine Auseinandersetzung geht, die sich durch die gesamte Populärkultur zieht. Es mag allenfalls sein, dass die Bruchlinie des Konflikts in der SF so deutlich ist, weil es in diesem Genre eine gewisse Neigung dazu gibt, die gute, alte Zeit zu beschwören. Aber es gibt noch einen schwerwiegenderen Grund dafür, warum der Konflikt nur am Rande anhand der Frage, was gute Literatur ausmacht, ausgetragen wird: Es geht schlichtweg um existentiellere Dinge.

Games'n'Politics: Videospiel-Verbote

Michael Schulze von Glaßers Videoreihe "Games'n'Politics" wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.

UPDATE: Der Darstellungsfehler mit dem gestauchten Video ist ein Resultat des Schraubens am Layout und bereits in Bearbeitung - Klick aufs YouTube-Icon hilft in der Zwischenzeit.

Blut spritzt, Knochen bersten – der 2012 veröffentlichte First-Person-Shooter „Syndicate“ ist brutal. Das Spiel von US-Hersteller Electronic Arts (EA) zeigt so gewalthaltige Szenen, dass es in Deutschland sogar von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) indiziert wurde. Zwar ist das Spiel offiziell nicht verboten, doch es darf in der Bundesrepublik nicht beworben werden – was de facto einem Verbot gleich kommt. So hat Electronic Arts das Spiel nicht auf dem deutschen Markt vertrieben. In der Indizierungsbegründung der BPjM heißt es unter anderem:

„In der vorliegenden Verkaufsfassung sind die Tötungs- und Verletzungshandlungen keineswegs dunkel visualisiert, sondern die Gewalthandlungen und ihre Folgen sind jederzeit deutlich zu erkennen. Es können Körperteile (Arme, Beine, Köpfe) abgetrennt werden und es kann am Boden liegenden Personen, seien sie nun bewaffnet oder nicht, mit voller Wucht auf den Kopf getreten werden, untermalt von Knirschgeräuschen, mit dem das Genickbrechen verdeutlich wird. Die letztgenannte Tötungsart, das sog. ‚Hinrichten‘ (Exekution) wird in der Spielestatistik in einer eigenen Kategorie aufgeführt.“

"It's just a game": Ivor Scott - Counter-Strike in Öl

Gastautor Jan-Christoph Keßler hat für uns die Ausstellung "It's just a game" des Medienkünstlers Ivor Scott in Hamburg besucht.

Terrorists win". Verzerrt bis zur Unkenntlichkeit bleibt von der Botschaft nicht mehr als weißes Rauschen. Der nackte Beton wirft das lärmende Echo vom Vorraum durch den langen Flur, an der Theke vorbei bis in das Hinterzimmer. "Es ist nur verlangsamt, das erzeugt diesen unheimlichen Sound", erklärt Ivor Scott das Counter-Strike-Zitat. Seine Kunst-Ausstellung "It's just a game" fand im Hinterconti im Hamburger Karoviertel statt. Er brachte fünf Aquarelle, vier große Leinwände mit Ölmalereien und ein Video mit.

VGT im neuen Design

Es war aber auch Zeit: VGT erstrahlt ab sofort im mobile-freundlichen Look und kann deshalb auch auf Smartphones und Tablets gelesen werden, ohne schlimmere Magenverstimmungen bei ästhetisch empfindsamen Zeitgenossen auszulösen. Ein großes Dankeschön an Stefan, der mir in heroischer Aufopferung hier als IT-Gott die Hand reicht.

Ich bitte eventuell anfängliche Hickups in Bezug auf Layout älteter Titel und Tags zu verzeihen - inhaltlich bleibt alles wie gewohnt, nur jetzt halt viel hübscher und - der Sinn der Übung - auch unterwegs lesbar. Feedback willkommen!

Inderst legt nahe 140914

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

Sich Geschichten nähern via Audio ist der Spielelandschaft ein noch immer gnadenlos unterschätztes Phänomen. "Sound is one of those things that people will immediately proclaim “This is super important we must have it” but not really have a solid explanation at to why it is (...)" Und um eben dieses "Why?" geht es in dem Artikel von Jaime Cross (seines Zeichens selbst Sound Designer).

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Games Pop: Austin Wintory

Austin Wintory, Schöpfer der Soundtracks von Journey, The Banner Saga und vielen anderen, hat aktuell seine Werke zum Pay-what-you-want-Preis auf Bandcamp.  Alleine für die wunderbare Musik bei diesen zwei außergewöhnlichen Spielen sollte man zuschlagen.

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Inderst legt nahe 060914

 

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

 

Reifer. Reifer. Spielentwickler

Auch auf der PAX Prime war das Nachdenken eines Teiles der Industrie über sich selbst und seine abgesonderten kulturellen Artefakte (vulgo: Spiele) präsent. "We've always had people who've attempted to use this medium for more than just 'shoot 'em in the face.' I think what's happening now is unprecedented access to consumers and the awareness the Internet allows us", meint zum Beispiel Richard Dansky, seines Zeichens Autor, der bereits an mehreren Tom-Clancy-Spielen arbeitete. Klingt nach Widerspruch aus gerade seinem Munde? Wir werden sehen.