Was: Deadnaut , PC, 8,52 Euro

Deadnaut ist im Kern ein minimalistisch abstraktes Echtzeitstrategiespiel mit einem Fokus auf Mikromanagement einer Truppe von fünf "Deadnauts", Glücksritter, die im All gestrandete Raumschiffwracks nach Verwertbarem durchkämmen. Der/Die Spieler/in überwacht und befehligt den Einsatz dieser Gruppe von seinem Schiff aus; der Blick auf die - verlässlich schockierenden - Ereignisse an Bord der schwebenden Särge ist jener auf taktische Displays, Vitalmonitore und eingesammelte Schiffs-Logbücher. Einzeln oder gruppiert schicken wir unsere Söldner vorsichtig von Raum zu Raum, sichern Beute, kämpfen mit allem, was sich an Bord noch bewegt, und verlassen nach Ausführen unserer Mission das Schiff. Zwischen den prozedural zufallsgenerierten vier Missionen der jeweiligen Kampagne rüsten wir unsere Einheiten mit besseren Waffen, Schilden und Werkzeugen auf oder klonen gefallene Söldner - mit leichten Kopierfehlern - einfach nach.

Michael Schulze von Glaßers Videoreihe "Games'n'Politics" wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.

Die „Call of Duty“-Reihe gilt als kriegsverherrlichende Schießbude. In den vergangenen Jahren gab es in den Spielen aber auch überraschend viel Kritik an Militarisierung und Entwicklungen der Rüstungsindustrie.

DREI JAHRE. 

Wie schon Tradition ein kleiner Rückblick und ein paar Shoutouts. Und ja, Larry, Curley und Moe oben symbolisieren quasi die Dreizahl, nicht die Autoren. Aber ich bin Moe.

An der "Indie-Revolution" im Medium Games führt 2014 kein Weg vorbei. Nie zuvor gab es eine derartige Flut an hervorragenden Spielen unabhängiger Entwickler. Längst sind diese ihren Kinderschuhen entwachsen: Waren vor einigen Jahren die meisten Indie-Spiele pixelige Retro-Angelegenheiten, können heute manche Titel mühelos mit dem millionenschweren Mainstream mithalten und erobern auch Konsolen und Mobile-Markt.

In einem Jahr voller Indie-Highlights fällt eine Auswahl schwer - hier sind trotzdem zehn besonders gelungene Indie-Spiele des abgelaufenen Jahres.

Jene geduldigen Seelen, die mir trotz gelegentlicher polemischer Rants und sonstigen Wirrheiten auf Twitter folgen, haben es vielleicht schon bemerkt, alle anderen seien hiermit verständigt: Unter dem Hashtag #EinTagEinspiel stelle ich seit einiger Zeit auf minimalistische Art und Weise (so circa) täglich ein Spiel vor. Der Hauptfokus liegt dabei auf Spielen, die kostenlos, kurz und besonders sind, doch auf allzu strenge Regeln ist gepfiffen: Hauptsächlich geht es darum, aus der stündlich wachsenden Flut an Spielen einzelne für ganz kurze Zeit vor den Vorhang zu stellen.

Die sonderbare Welt der Spielekonferenzen lässt sich grob in zwei Kategorien teilen: Eigenständige Veranstaltungen, die sich völlig dem Medium verschrieben haben, und solche, die an einer größeren staatlichen Kulturinstitution dranhängen. Das großartige A MAZE Festival gehört beispielsweise zur ersten Gruppe, die Next Level Conference klar zur zweiten: Eine Zusammenarbeit des Kultursekretariats Nordrhein-Westfalen mit diversen anderen Institutionen brachte am 4. und 5. Dezember eine Kombination von Vorträgen, Spielstationen (Artemis und Nidhogg) sowie einer mäßig spannenden Flugsimulatoren-Ausstellung in das Dortmunder U.

Nun ist es zwar lobenswert, dass die entsprechenden Gewalten sich zusehends mehr für Spiele interessieren, allerdings geht dies oft mit dem inneren Zwiespalt einher, die Existenz der Veranstaltung, die Relevanz von digitaler Unterhaltung für Kultur und vor allem die Aufwendung von Steuergeld für die Beleuchtung der solchen rechtfertigen zu müssen. Die leichte Fremdheit gegenüber dem Medium zeigt sich in diesem Fall schon im Namen, der sich zukunftsgewandt und modern gibt, allerdings in einer Terminologie, die sich gleichzeitig als letztjährig enthüllt.

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns so ungefähr einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

HA! PLATSCH! ARGH!

Als Freund gediegener Samurai-Action hat mich dieses kleine Stück Trailer gleich gepackt! Die Soundkulisse ist allerdings – nun ja – reichlich albern. Ich versuchte, sie in der Überschrift einzufangen. Die belgischen Masterminds hinter dem Titel meinen, es ginge darum, als geübter Schwertkämpfer den einen entscheidenden Zug zu machen: „creating a mind game where you have to anticipate [the] next attack”.
 

Heute abend ist es wieder so weit: Conny Lee, Robert Glashüttner, diesmal auch Christoph "Burstup" Weiss und ich plaudern über Spiele. Erfreulicheres Thema diesmal: Open Worlds und Sandbox-Spiele. 

Sich frei bewegen zu können und Handlungsfreiheit sind aber nicht dasselbe - allzu oft ist die viel beworbene "Open World" nicht mehr als ein recht großer Vergnügungspark, in dem man sich von Attraktion zu Attraktion schleppt - "Assassin's Creed" und "Far Cry", aber auch "Skyrim" erschlagen ihre Spieler bekanntlich auf den Minimaps förmlich so gründlich mit Nebenmissionen, Sammelobjekten und ABlenkunsangeboten, dass man sich als Spielerin oder Spieler im schlimmsten Fall wie beim Abarbeiten der längsten To-do-Liste der Welt vorkommt. Auf jeden Fall ist das Open-World-Paradigma noch lange nicht an seinem Ende angelangt - offene Spielewelten, in denen man nicht an der Hand genommen wird, werden uns auch dank Virtual-Reality-Technologien wohl in Zukunft noch lange begleiten und dabei weiter wachsen und sich - hoffentlich - weiterentwickeln. 

Ab 21 Uhr auf fm4 on air, danach für sieben Tage im Stream.

Was: Crypt of the Necrodancer, PC, 14,99$

Crypt of the Necrodancer ist ein rhythmisches Roguelike, in dem Spieler_innen im Takt der Musik durch Gänge hüpfen, Ausrüstung sammeln und Drachen verprügeln. Jeder Taktschlag entspricht einer möglichen Aktion: wer aus dem Rhythmus kommt, lässt diese ungenützt verstreichen, während ein Minimum an Taktgefühl mit höheren Punktezahlen und einigen anderen Vorteilen einhergeht. Zur Orientierung gibt am unteren Bildschirmrand eine Leiste aus aufeinander zu laufenden Strichen das Tempo vor.

"Bridging Worlds"  is a series by LA-based artist and VGT guest author Eron Rauch about the blurred line between games and art. These articles are intended as conversation starters about the burgeoning intersection between the fine art world, academic studies of games, virtual photography, and video game creation. This time, Eron visited Indiecade - again - and, at first, found himself alienated. The photo project that resulted from this encounter with the "oasis that is Indiecade" can be seen in full on Eron's own site; the following article and selection of photos is a look not only at an event most European readers will most likely never experience themselves, but also a glimpse into Eron's creative process.

Cynical disappointment. That would have been my judge, jury, and executioner immediate reaction upon entering IndieCade 2014. Sweltering under the intense sun of an unprecedented drought in California, swimming in the midst of the initial shitstorm that was Ye Olde Geat Fram Gamyr, my eyes and my camera darted along the lines of people, along the rows of tents, looking for the worst. Everywhere I saw nothing but signs for PlayStation-this and Nintendo-that; random brightly branded sponsors trying to sell me wireless internet services for a phone I don’t have; expensive, exciting-sounding schools vying to fulfill my dreams. But one of the fascinating paradoxes of visual art is that while a certain flash of emotion might incite an art project, the process of close contact with the unique and specific details that reveals themselves in the process often leads to a completely different point of view than the initial impression.

Leaving aside all of the other menagerie of lessons learned, unlearned, and still learning from my MFA program, the revelation that stuck with me the most was hammered into me from one infamous class, Post-Studio with (sadly recently passed) Michael Asher. Its premise was simple and has become a maxim for my own art: A project is brought in to share, and everyone in the class talks about it until everyone is totally and completely finished, hours and hours later. Many times I would rail, impassioned, about the work at hand, only to find, hours and hours later in the opposite camp owing to the irreplaceable process of digging past preconceptions and predilections and actually seeing what is in front of you.