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Unsere Beziehung zu Produkten der Unterhaltungselektronik ist von Hassliebe geprägt. Je nachdem, wie technikaffin man ist, wie schick etwas aussieht und wie intuitiv das jeweilige Gadget oder Gerät gestaltet wurde, desto mehr tendiert das Verhältnis entweder in Richtung Fetischismus oder Fatalismus. Cholerische Naturen werden mit ihrer Hardware gerne auch handgreiflich, was im Fall von Computern und Controllern aber mehr an der Hartnäckigkeit von Spielen und Software liegt und weniger an den Geräten an sich.

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Es freut mich, ein neues wöchentliches Feature vorzustellen zu können, für das ich gerne die VGT-Formatvorgabe für Bilder verlasse: Ab sofort wird der von mir sehr geschätzte und hier bereits gewürdigte Iain Andrews von Steam Postcards auf dieser bescheidenen Seite wöchentlich eine seiner In-Game-Fotografieren präsentieren - Videogametourism im Wortsinn. Nach einer kreativen Pause ist er übrigens gerade dabei, in Max Payne 3 und Alan Wake wieder auf Fotosafari zu gehen - neue Postkarten sind also grad in Produktion.

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Seufz. Es ist schwer, Computerspiele als Medium zu verteidigen. Gewalttätig seien sie, so hört man regelmäßig von Kritikern jeden Kompetenzgrads, trash, infantil, als Kunstform nicht ernstzunehmen. Es ist mühsam, immer wieder gegen dieselben Vorurteile anzureden, es braucht Zeit und Nerven, die Skeptiker mit Positivbeispielen davon zu überzeugen, dass Games mehr sein können als nur pubertäre Gewaltfantasiebefriedigung, die hauptsächlich von sozial unterbelichteten pickeligen Jungs unter 17 konsumiert wird.

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Proudly presenting: Wir freuen uns, die neue monatliche Kooperation mit dem GameStandard, der Games-Seite der größten österreichischen Online-Tageszeitung Der Standard, heute erstmals zu präsentieren. Im Monatsrhythmus soll dabei ein Rückblick auf die interessantesten Games abseits des Mainstreams gegeben werden. 

Erstbesucher auf VideoGameTourism seien auf unser Mission Statement verwiesen. Stay Indie! 

Best of Indie: Mai

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Gutes Grafikdesign macht einen Unterschied. Umso bedauerlicher, dass grafiksensible Menschen - oder allgemein solche, die ein Fünkchen Ästhetik in sich haben - beim Kauf von Spielen oft spontane Erblindung herbeisehnen. Ja, es ist wirklich so schlimm.

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Dass die Veröffentlichung meines Artikels "Warum ich nicht Diablo III spiele" so viele Spieler auf die Palme getrieben hat, war eigentlich abzusehen und vermutlich auch Kalkül vonseiten Golem.de: Kontroverse bringt Quote, Provokation generiert Klicks. Ich überlasse es bei derartigen Stürmen in den jeweiligen virtuellen Wassergläsern den Lesern selbst, meine Texte zu verteidigen, und siehe da: Es gab doch einige, die meiner bescheidenen Einschätzung von Diablo III etwas abgewinnen konnten. Über 700 Mal wurde der Text auf Facebook geliket - nachdem's keinen "Dislike"-Button gibt zwar keine verlässliche Statistik, aber immerhin.

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Erst kürzlich habe ich Korsakovia als Mod-Experiment erwähnt, bei dem spannende neue Fragen zum Thema Spielen gestellt werden; da ist fast es unvermeidlich, auf ein weiteres Ausnahmespiel hinzuweisen, auch wenn auch dieses schon etwas älter ist. Letztes Jahr hat die Half-Life 2-Mod The Stanley Parable meine Synapsen zum Anspringen gebracht. Und während es in Korsakovia um die Zuverlässigkeit der Wahrnehmung geht - ein klassisches SF-Thema -, geht The Stanley Parable noch philosophischer zur Sache: Egal, ob es die Realität gibt oder nicht - können wir uns überhaupt frei entscheiden?

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