Modtag! Fake Factory Cinematic Mod

Wegen des Schaltjahres gibt es den Modtag im März leider erst eine Woche später, doch Stefan Köhler lässt sich davon nicht abhalten, für VGT am ersten Montag des Monats wie gewohnt einen Abstecher in die Welt der Spielbearbeitungen zu unternehmen. Kurz nach der Oscarverleihung soll dabei diesmal eine Modifikation für Half-Life 2 ins Rampenlicht geholt werden, die in bisher 13 Versionen dem Spiel einen anderen, filmischen Dreh gab - und dafür nicht nur Dankesreden erntete…

#16 – FakeFactory Cinematic Mod

Wie in der richtigen Welt gilt auch in der Welt der Spiele, dass Veränderungen immer das Potenzial haben, zu spalten. Während die einen jeglichen Fortschritt als Verbesserung feiern, trauern die anderen den guten alten Zeiten hinterher. Interessant wird es, wenn beides zusammenkommt, wenn man also weiß, wie etwas hätte sein können, das dann doch anders wurde.

So gab es eine Gruppe von Fans, die 2004 beim Release des Egoshooters Half-Life 2 enttäuscht waren, dass dieser mit seiner zwar heruntergekommenen, aber bis auf einige Ausnahmen hellen Welt nicht zu weit von der Optik seines Vorgängers entfernt war. Genährt wurde diese Enttäuschung dadurch, dass eine ein Jahr zuvor von einem deutschen Hacker gestohlene und im Internet verbreitete, frühe Version des Spiels eine deutlich düsterere Atmosphäre hatte. Entsprechend dauerte es nicht lange, bis „Leak-Mod“-Projekte wie Missing Information daran arbeiteten, die Verkaufsversion durch Bearbeitungen auf den alten, dystopischen Stand zurückzudrehen; zunächst vehement bekämpft von dem Entwickler Valve Software, später aber sogar aufgenommen in das Steam Greenlight-Programm. Auch der deutsche Modder Jürgen „FakeFactory“ Vierheilig verpasste Half-Life 2 einen düstereren und bedrohlicheren Stil, beließ es jedoch nicht dabei, Grafiken durch neue, hochauflösende Texturen zu ersetzen.

Filmischer wurde das Spielerlebnis zudem in späteren Versionen durch einen neuen, orchestralen Soundtrack, der sich dem Geschehen auf dem Bildschirm dynamisch anpasst, sowie durch eine stimmungsvollere Ausleuchtung der nun oft in Nebel- und Rauchschwaden getauchten Szenerie. Mit einer Prise Selbstironie heißt es daher auf dem ModDB-Profil des Projektes, man könne sich die Mod als das vorstellen, was herauskommen würde, wenn ein Hollywood-Produzent Half-Life 2 in die Finger bekäme – wozu dann auch gehören würde, dass überall nur schöne Menschen zu sehen seien. In der Tat finden durch die grafischen Veränderungen der Modifikation alle weiblichen Charaktere des Spiels offenbar genug Zeit, sich selbst in den Wirren eines Krieges noch perfekt zu stylen.

Die größte Empörung, die auch zur Folge hatte, dass die Cinematic Mod bis heute die Gemüter spaltet, löste aber eine Generalüberholung der Figur Alyx Vance aus, die von dem Model Adriana Lima inspiriert auf einmal Schlauchbootlippen hatte und viel mehr ihrer weiblichen Reize zeigte. Im Gegensatz zu Filmen, bei denen man mit der Besetzung leben muss, macht die letzte Version der Mod, die das Spiel mit 50 GB (!) an neuen Daten fast runderneuert und so die Leistungsfähigkeit der Source-Engine ausreizt, den Spieler aber selbst zum Regisseur, der nicht nur Grafikeffekte bis ins Detail einstellen kann, sondern auch auswählen, ob er seine Stars lieber vor oder nach der Schönheits-OP sehen will...

Genug geschrieben, Let’s Play:

Autor: 
Gast

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