Modtag! Instadoom

Auch in einem so wechselhaften Monat wie dem April ist der erste Montag wieder ein Modtag, an dem Stefan Köhler einen Abstecher in die Welt der Mods zu VGT beisteuert. Und auch wenn die Idee der diesmal vorgestellten Modifikation zu gut klingen mag, um wahr zu sein, oder vielleicht wie ein verspäteter Aprilscherz, generiert diese praktischerweise schon selber die Beweise für ihre Existenz...

#05 – InstaDoom (2015)

Über 20 Jahre ist es inzwischen her, dass der Egoshooter Doom das Licht der Welt erblickte – und trotz dieser langen Zeit (um bei Computerspielen zu bleiben: fast zweimal die Entwicklungszeit von Duke Nukem Forever!) existiert immer noch eine Community um dieses Spiel, die ständig weiter an ihm schraubt und trotz der alten Technik unter der Haube die aberwitzigsten Projekte verwirklicht. Trotzdem hätte vielleicht niemand erwartet – und schon gar nicht am Valentinstag dieses Jahres –, dass Andrew Stine, unter dem Namen „Linguica“ Mitbegründer der Seite doomworld.com, in deren Forum eine Modifikation als Download zur Verfügung stellen würde, die es unter anderem ermöglicht, Selfies (falls das jemand wirklich noch nicht kennen sollte: damit sind fotografische Selbstporträts gemeint) in Doom (und auch in dessen Nachfolger Doom II) zu machen.

Der Begriff „Photobomb“ erhält mit Instadoom eine völlig neue Bedeutung.

Anstelle einer Waffe trägt der Space Marine, aus dessen Sicht das Spielgeschehen wahrgenommen wird, in dem Unterprogramm SelfieDoom ein an einem Stab befestigtes Handy mit sich herum, so dass er es zum Fotografieren weit genug weghalten kann, um nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umgebung einzufangen. Der Begriff „Photobomb“ erhält dabei eine völlig neue Bedeutung, wenn Feuerbälle gegnerischer Imps ins Bild schießen. Wie es sich für ein richtiges Selfie gehört, kann der Space Marine natürlich auch verschiedene Posen einnehmen, vom selbstsicheren Victory-Zeichen bis hin zum verblüfften „Habt ihr das gesehen?!“, die im Zusammenspiel mit der ins Bild gesetzten Umgebung und deren makabren Details aus aberwitzig schnell einfach witzig machen können. Oder wie die Huffington Post online in einem Artikel doppeldeutig bemerkte: „Here's proof that there really is a special place in hell for people who use selfie sticks“.

Als wäre das noch nicht genug, spielt der Name der Haupt-Mod nicht umsonst auf die Instagram-App an, mit der durch Mobilgeräte erzeugte Fotografien nicht nur im Internet geteilt, sondern auch retuschiert werden können. InstaDoom bietet daher ebenfalls 37 Farbfilter, die es unter anderem ermöglichen, die Levels von Doom im Farbton „Valencia“ oder vielleicht doch lieber im „1977“-Stil zu erleben. Interessanterweise war der Modder Linguica übrigens seiner Zeit voraus gewesen: Bereits zehn Jahre zuvor hatte seine Doom II-Modifikation Do It die Funktion geboten, ein Selbstporträt des eigenen Avatars zu erstellen, wie langjährige Mitglieder der Doomworld-Community nicht müde wurden, zu betonen. Erst 2014 waren Selfies aber so in der Popkultur angekommen, dass eine kleine Sub-Modifikation wie SelfieDoom für einen größeren Wirbel im Netz sorgen konnte.

Wer nun auf den Geschmack gekommen sein sollte, statt Katzen- lieber Monsterfotografie zu betreiben oder Selfies in Doom zu einer neuen Kunstform erheben will, sollte vor dem Herunterladen der Mod aber am besten erst den Crashkurs im Video unter diesen Zeilen absolvieren, in dem die Seite rockpapershotgun.com Tipps gibt, wie Selfies in Doom gelingen...

Genug geschrieben, Let’s Play:

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