Modtag! Underhell

Alles neu macht der Mai, doch auch in diesem Monat ist der erste Montag wieder ein Modtag, an dem Stefan Köhler einen Abstecher in die Welt der Mods zu VGT beisteuert. Und diesmal geht es sogar noch tiefer als beim letzten Mal, als diese Kolumne in eine Hölle hinabstieg, in der Doom und Selfies eine unheilige Verbindung eingegangen waren, schließlich ist Underhell der klangvolle Name der hier vorgestellten Mod. Ohne die es ganz nebenbei diese Kolumne vielleicht nie gegeben hätte...

#06 – Underhell (2013)

Als ich vor einem halben Jahr die Anfrage erhielt, eine regelmäßige Kolumne für Videogametourism zu schreiben, war ich zuerst unschlüssig, ob ich überhaupt ein Format finden könnte, das sich ausreichend von meinen Artikeln zum Thema „Modding“ für das Bookazine für Gameskultur WASD unterscheiden würde. Während ich im letztgenannten Rahmen immer mehrere Modifikationen zu einem diese einenden Aspekt besprochen hatte, sah ich schließlich aber die Möglichkeit, mich in kleinerem Umfang, dafür aber jeden Monat genauer mit nur einer Modifikation beschäftigen zu können. Da die WASD bis auf die erste Ausgabe, die auch als iPad-Version erschien, auf Papier fixiert ist, bot eine Netzkolumne außerdem die Chance, nicht nur gleich zur besprochenen Modifikation verlinken zu können, falls Leser diese selbst ausprobieren wollten, sondern auch (Let’s Play-)Videos einzubetten. Schließlich zeigt sich die Bedeutung von Modifikationen für die heutige Spielekultur eben auch dadurch, dass es solche Aufnahmen von Spielsessions nicht nur für kommerzielle Games, sondern inzwischen auch für einige Modifikationen gibt.

Passenderweise beschreibt eine Rezension auf der Plattform ModDB Underhell als „one of those mods that comes along every so often, that makes you look at retail and remember when they used to make good games like this...and saddens you a little that the industry can't turn out gold like this these days”. Auch mein Bekanntenkreis war 2014, als ich eine zum Teil überarbeitete Version der Mod spielte, nach einigen Wochen von meinen Lobeshymnen genervt. Einige Wochen deshalb, weil die Spielzeit von Underhell für eine Modifikation unglaublich lang war. Durch ihren Aufbau war zudem Abwechslung garantiert: So gibt es nicht nur die düsteren Geheimnisse des Hauses zu entdecken, in dem der Protagonist mit seiner Frau lebte, bevor sie ums Leben kam, und das immer wieder (und zufallsgeneriert so unerwartet, dass man sich zu Tode erschreckt) von ihrem Geist heimgesucht wird, sondern auch die Alpträume des Helden, den man im Spiel steuert.

Wenn sich dieser nachts zum Schlafen hinlegt (und besser nicht auf die Idee kommt, in einem dunklen, verlassenen Haus wachzubleiben) und keinen Traumfänger über dem Bett befestigt hat, muss sich der Spieler in Traumwelten mit dessen Ängsten auseinandersetzen, die ihn nicht nur sprichwörtlich verfolgen. Ist dies geschafft, können zwischenzeitlich die Erinnerungen des Protagonisten an seine Einsätze in einer Spezialeinheit nachgespielt werden, mit spannenden Missionen voller Verrat und spektakulären Feuergefechten, unmittelbar gefolgt von Passagen, in denen der Spieler seiner Waffen beraubt nur noch um sein Leben rennen kann.

Neben dieser Achterbahn der Gefühle, in der Underhell einen bis zum Schluss mit Vollgas fahren lässt, zeichnet sich die Half-Life 2-Modifikation aber vor allem durch ihre vielschichtigen Charaktere, einen packenden Soundtrack und eine gelungene Inszenierung aus, wie etwa einer atmosphärisch dem Half-Life-Intro ebenbürtigen spielbaren Ein-Führung in die Räumlichkeiten eines Gefängnisses. Grund genug, dass ich immer vorhatte, einen Artikel nur über diese Mod zu schreiben, um sie bekannter zu machen, was mich schließlich auf die Idee brachte, wie eine Kolumne für VGT aussehen könnte und dass sie unbedingt Let’s Plays enthalten sollte, die zum Mitlachen und Mitfiebern einladen - wie das Folgende.

Genug geschrieben, Let’s Play:

(am besten ab 10:55)

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