Essay

320Indie oder nicht? - Journey

Der folgende Text erschien ursprünglich am 9.6.2012 für Telepolis und wird hier als Zusammenfassung einiger aufmerksamen VT-Lesern bekannt vorkommenden Gedankengänge im Sinne der Vollständigkeit nochmals veröffentlicht.

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Warum eigentlich spielen? Nie werden Games so cineastisch sein wie Filme, nie werden sie uns so tief in die Psyche ihrer Figuren eintauchen lassen wie Bücher, und die Unmittelbarkeit und Spontanität von Liveperformances wie in Theater oder Kleinkunst können auch die besten Online-Erlebnisse kaum übertreffen. Ein einziges Alleinstellungsmerkmal haben Spiele den arrivierten Medien voraus: Sie ermöglichen es, Mechanismen am eigenen Leib zu erfahren, sie nicht nur beschrieben zu bekommen, sondern sie selbst zu erleben. Dass man dabei auch was lernen kann, ist ein positiver Nebeneffekt - auch wenn beim Begriff "educational game" gern alle gewohnheitsmäßig schreiend davonlaufen. Hiergeblieben: High Tea lehrt uns Kolonialgeschichte.