Serie: Best of Indie

Nach E3 und Gamescom liegt die klassische Spieleindustrie im Sommerschlaf vor dem Vorweihnachtswahnsinn - die unabhängigen Entwickler hingegen kennen kein Sommerloch. Auch im August sind wieder Indie-Spiele in großer Zahl erschienen, und noch dazu heiß erwartete, von wahren Stars der Szene. Dabei wird es immer schwieriger, dem unbescheidenen Titel dieser GameStandard-Serie gerecht zu werden: Wenn Monat für Monat buchstäblich hunderte kleine und gar nicht so kleine Spiele unabhängiger Entwickler auf den Markt drängen, wird die Auswahl der “Besten” zunehmend schwierig.

Ganz unabhängig vom persönlichen Geschmack und pseudoobjektiver Zahlenbewertungen will sich das monatliche “Best of Indie” aber auch weiterhin als Wegweiser zu den Highlights in diesen täglich wachsenden Dschungel verstanden wissen - dass da noch mehr ist, und dass im Rahmen einer monatlichen Serie natürlich viel ebenfalls Gutes nicht aufgezählt werden kann, muss kaum extra betont werden.

Nun aber zum Sommerausklang à la Indie: die bemerkenswertesten Neuerscheinungen unabhängiger Entwickler im August.

Auch wenn der PC nach wie vor das Zuhause der allermeisten Indie-Spiele bleibt, wandern mehr und mehr davon mit der Zeit auch auf andere Plattformen - einfachere Tools und ein interessiertes Publikum machen’s möglich. Besonders Mobile-Spieler kommen aktuell mit ein wenig Verspätung in den Genuss großartiger Indie-Spiele: Das düstere Antikriegsspiel “This War of Mine” ist etwa vor kurzem auch für iOS und Android erschienen. Auch “Don’t Starve” , die unverschämt erfolgreiche und charmante Survival-Sandbox, hat den Sprung auf iOS geschafft, ebenso wie das fantastische “Legend of Grimrock”.

Sonys andauerndes Engagement um die unabhängigen Entwickler macht sich bemerkbar: Die PlayStation bleibt mit Vorsprung die “Indie-Konsole” Nummer eins - zumindest bislang. Mit dem Director’s Cut von “QUBE” und dem grafisch und atmosphärisch außergewöhnlichen “The Vanishing of Ethan Carter” landen aktuell zwei weitere bekannte Indie-Perlen auf Sonys Konsole. Ob man das soeben ebenfalls für PS4 portierte “Journey” als Indie-Spiel durchgehen lässt, hängt wohl von der Strenge der Begriffsdefinition ab; die Freude an der Seelenwanderung dieses außergewöhnlichen Spiels ist aber so oder so ungeschmälert.

Natürlich hat Indie auch im Sommer Saison und es warten einige empfehlenswerte neue Titel auf Freunde des “kleinen” Spiels. Hier sind die besten Indie-Titel der letzten Wochen.

Auf der E3 gab’s einen Ausblick auf die Indie-Hoffnungen der näheren (und weiter entfernten) Zukunft - einige davon habe ich im GameStandard bereits vorgestellt. Wer auf der Suche nach außergewöhnlichen Spielideen ist, findet aber ohnedies jederzeit bereits veröffentlichte Indie-Games, die so gut wie jeden Geschmack abdecken.

Auch im Juni haben uns die Titel unabhängiger Entwickler begeistert - hier ein Überblick über jene Titel, die besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Wie die Zeit vergeht: Seit drei Jahren präsentiert die Serie “Best of Indie Games” monatlich die spannendsten Spiele unabhängiger Entwickler. Wie hieß es damals beim Kickoff : “So wie das Off-Theater am Rande des etablierten Theaterbetriebes mit unkonventionellen Methoden und wenig Budget sein Medium voranbringt, bieten Independent-Games Spieleentwicklern eine Bühne, auf der sie abseits des Hochglanz-Mainstreams ohne Rücksicht auf Massentauglichkeit etwas Neues ausprobieren können.”

Drei Jahre sind eine lange Zeit - in der Games-Branche eine halbe Ewigkeit. Vom spleenigen Nischenprodukt sind Indie-Spiele zum globalen Phänomen aufgestiegen, mit einem Level an Qualität, das noch vor kurzem undenkbar war. Was natürlich jene Frage umso lauter aufwirft, die hier immer wieder Thema ist: “Ist das noch Indie?” - wenn Budgets, Professionalität und, ja, auch Massentauglichkeit der unabhängig entwickelten Spiele sich immer mehr dem “Mainstream” anpassen? Bis es eine bessere Distinktion gibt, bleiben wir in dieser Serie bei der bewährten Universal-Definition von Indie: Ein Indie-Game sei jedes Spiel, das (a) von Anfang bis Ende ohne den Einfluss eines Publishers oder Lizenzgebers fertiggestellt und (b) von einem einzelnen Entwickler oder einem kleinen Team erstellt wurde.

Drei Jahre “Best of Indie”, über 200 (!) vorgestellte Indie-Perlen - und Monat für Monat eine immer noch größere Auswahl an spannenden Titeln. Wir bleiben dran - und unsere geschätzte Leserschaft hoffentlich auch. Hier sind die spannendsten Indie-Spiele des letzten Monats.

Der April ist der Monat des größten Independent Games Festivals des Kontinents: Die Amaze Berlin 2015 versammelte Gamedesigner, Innovatoren und Freunde des Games-Undergrounds in Berlin. “Ist das noch Indie?” Die gefürchtete, auch im Standard-Forum immer wiederkehrende Frage, die sich angesichts der “Indie-Revolution” konstant stellt, kann für die Spiele, Köpfe und die Philosophie dieses Festivals in der deutschen Hauptstadt wieder eindeutig mit Ja beantwortet werden. -ein Event-Highlight für Freunde einer Subkultur, die sich in dieser Form noch lange, lange gegen die Vereinnahmung durch den Kommerz wehren wird.

Auf der Amaze erfolgte auch die europäische Uraufführung der Dokumentation “GameLoading - Rise of the Indies” , in der eine fast überwältigende Anzahl von einflussreichen Personen der Szene zu Wort kommt. Obwohl der Film durch die Vielzahl an Standpunkten und oft nur angerissenen Themen die Intimität des Klassikers “Indie Game - The Movie” vermissen lässt, bietet er dennoch für Auskenner wie auch Neugierige einen spannenden Einblick in eine Subkultur, die sich gerade in einer wahren “culture explosion” befindet, wie Rami Ismail, Kopf des Indie-Duos Vlambeer, auf der Amaze konstatierte.

Spannende Zeiten also - und auch diese fünf Indie-Spiele der letzten Wochen sorgen für Spannung auf den Spielgeräten zu Hause. Die besten Indie-Games im April 2015, hier sind sie.

Was Kollege Wilhelm im GameStandard durchaus anerkennend “Indie-Games-Kommerz” nennt, zeichnet sich schon seit Jahren ab: Waren die Spiele unabhängiger Entwickler lange Zeit noch kleine, allzu oft dem Pixellook verhaftete Spielereien, die zwar an Spielspaß, aber kaum an Präsentation mit dem weitaus professionelleren Produkten der Branche mithalten konnten, hat sich “Indie” inzwischen geradezu spektakulär weiterentwickelt.

Der Dezember war dem Rückblick auf das Indie-Jahr 2014 vorbehalten und der Januar war einem Ausblick gewidmet - das macht dieses “Best of” zum ersten des Jahres. Ganz zu Beginn ein Hinweis auf zwei bemerkenswerte Indies, die die Plattform gewechselt haben: Zum einen gibt es den wunderbar originellen Physik-Plattformer “Yet It moves” der österreichischen Entwickler Broken Rules nun auch für Apples iOS-Geräte - wer das inzwischen schon fast klassische Geschicklichkeitsspiel noch nicht ausprobiert hat, hat nun auch mobil die Gelegenheit, diese Indie-Bildungslücke zu schließen.

Zum anderen ist mit “868-Hack” von Michael Brough ein absoluter Gameplay-Geheimtipp in die Gegenrichtung von iOS auf Steam gewandert: Wer sich nicht von der Brough-typischen Optik abschrecken lässt, bekommt ein wahres Kultspiel nun auch für Windows und Mac.

Doch natürlich gibt es auch reichlich Neues: Hier sind die besten Indie-Spiele der vergangenen Wochen.

An der "Indie-Revolution" im Medium Games führt 2014 kein Weg vorbei. Nie zuvor gab es eine derartige Flut an hervorragenden Spielen unabhängiger Entwickler. Längst sind diese ihren Kinderschuhen entwachsen: Waren vor einigen Jahren die meisten Indie-Spiele pixelige Retro-Angelegenheiten, können heute manche Titel mühelos mit dem millionenschweren Mainstream mithalten und erobern auch Konsolen und Mobile-Markt.

In einem Jahr voller Indie-Highlights fällt eine Auswahl schwer - hier sind trotzdem zehn besonders gelungene Indie-Spiele des abgelaufenen Jahres.

Die monatliche Kooperation mit dem GameStandard zeigt wieder ein Best-of der schönsten Indie-Games-News.

In den Wochen, in denen traditionell die großen Publisher ihre Weihnachtstitel ausrollen, ist auch im Independent-Bereich keine Frequenzverringerung zu spüren. Im Gegenteil: Nicht nur, dass neue Titel zum Spielen einladen, auch bereits altbekannte Klassiker und liebgewonnene ältere Spiele werden weiter veredelt - teilweise sogar zum Nulltarif. So wartet etwa das bereits im Sommer an dieser Stelle empfohlene Horror-First-Person-Spiel "Among The Sleep", in dem Spieler als Babys durch das unheimliche nächtliche Elternhaus krabbeln, mit kostenlosem DLC auf einen Wiederbesuch.

Ein weiterer Kultklassiker ist zumindest aktuell für PS+-Kunden kostenlos, ist aber auch für zahlungswillige Freunde des Bizarren einen Besuch wert: "The Binding of Isaac: Rebirth" (Windows, Mac, Linux, PS4, PS Vita, 14,99 Euro) ist nichts weniger als die runderneuerte, definitive Wiedergeburt des Klassikers des schlechten Geschmacks. Als nacktes Baby kämpft man im niedlich-grotesken Cartoon-Stil gegen allerhand Abscheulichkeiten in dunklen kellern - gemeinsam mit "Spelunky" und "FTL" stellt "Isaac" völlig zu Recht so etwas wie die Dreifaltigkeit des Rogue-likes dar.

Dass auch ein moderater Preis sehr viel Spielspaß bereiten kann, zugleich aber für viel Unzufriedenheit sorgen kann, bewies erst vor kurzem ein Add-on zum vielleicht schönsten (Indie-) Spiel des Jahres: "Forgotten Shores" heißt das DLC zum Mobile-Hit "Monument Valley" (iOS, Android, 3,59 Euro), und mit acht neuen Welten - das Originalspiel bestand aus zehn - ist der gewohnt liebevoll gemachte Nachschlag um 1,79 Euro eigentlich ein Schnäppchen. Doch im Mobile-Gaming gelten andere Regeln: Weil Teile der von Gratisspielen verwöhnten Spielerschaft auch in diesem Minipreis einen unverschämten Affront sahen, hagelte es Ein-Stern-Reviews - ein Armutszeugnis eigentlich, umso mehr, weil sich Mobile-Spiele mit mutigen Konzepten und durch die Bank niedrigsten Preisen neben Indiespielen für andere Plattformen nicht verstecken müssen.

Die folgenden Indie-Perlen sind jedenfalls den Eintrittspreis wert - die besten des vergangenen Monats.

Die monatliche Kooperation mit dem GameStandard zeigt wieder ein Best-of der schönsten Indie-Games-News.

Wiederbelebte Klassiker, frisches Hochglanz-Retro, per Kickstarter fortgeführte Kultspiele: Die an dieser Stelle wieder und wieder diskutierte Definitionsfrage - klassisch: “Ist das noch Indie?” - wird mit dem Massenerfolg unabhängig produzierter Spiele nicht gerade einfacher zu beantworten. Die “klassische” Definition, auf die in dieser Serie immer wieder verwiesen wird - ein Spiel ist “Indie”, wenn es “(a) von Anfang bis Ende ohne den Einfluss eines Publishers oder Lizenzgebers fertiggestellt und (b) von einem einzelnen Entwickler oder einem kleinen Team erstellt wurde” -, wird schon alleine dadurch wackelig, dass es im Zeitalter hauptsächlich digitaler Distribution per Download und durch Vorfinanzierung per Crowdfunding oft schlicht keinen klassischen Publisher mehr braucht.

Ein interessanter “Grenzfall” ist das weiter unten vorgestellte “DeadCore”: Von einem unabhängigen französischen Team entwickelt, ist das Spiel nach Fertigstellung vom japanischen Traditions-Publisher Bandai Namco unter die Fittiche genommen worden. Indie oder nicht?  Adrien Pelov vom Entwickler 5-bit Games unterscheidet zwischen “zwei Arten der Unabhängigkeit: finanziell und kreativ”. “Unser Publisher hat uns nie aufgefordert, am Spiel irgendetwas zu ändern. Man hat uns vertraut, und wir konnten das tun, was wir als Entwickler wollten”, so Pelov. “Der Hauptvorteil für uns war dadurch sicher der direkte Zugang zu Steam, ohne den Weg über Greenlight gehen zu müssen. Außerdem wurden wir beim Debuggen und Lokalisieren unterstützt. Also ja: ich würde schon sagen, dass wir noch Indie sind.