Games&#039;n&#039;Politics https://videogametourism.at/ de Games'n'Politics: Call of Duty – Advanced War Criticism https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-call-duty-advanced-war-criticism <span>Games'n'Politics: Call of Duty – Advanced War Criticism</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2015-01-02T18:06:59+01:00" title="Freitag, 2 Januar 2015 - 18:06">Fr. 2 Jan 2015 - 18:06</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/5MOmLChIQKU" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=5MOmLChIQKU" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=5MOmLChIQKU</a></div> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.</em></p> <p class="majuskel" style>Die „Call of Duty“-Reihe gilt als kriegsverherrlichende Schießbude. In den vergangenen Jahren gab es in den Spielen aber auch überraschend viel Kritik an Militarisierung und Entwicklungen der Rüstungsindustrie.</p> <!--break--> <p>Jonathan Irons möchte die Welt beherrschen. In einer Ansprache vor den Vereinten Nationen&nbsp;macht er im Jahr 2060 öffentlich, eine biologische Waffe entwickelt zu haben, die gezielt Menschen tötet, deren DNA nicht in den Sporen der Waffe gespeichert ist. Für Irons haben klassische Staaten ausgedient, da sie ihre Bürger nicht mehr allein versorgen könnten. Er hingegen kann das. Denn sein Unternehmen Atlas, eine private Militärfirma, hat nach weltweiten Terroranschlägen auf Atomkraftwerken für Infrastruktur und Sicherheit gesorgt. Die damit gewonnene Macht nutzt Irons nun für seinen Griff nach der Weltherrschaft.</p> <p class="majuskel" style>Gefährliche Atomkraftwerke, ethnische Waffen und private Militärfirmen: das im vergangenen November erschienene „Call of Duty – Advanced Warfare“ nimmt sich gleich mehrerer aktueller politischer Themen an – und wirft ein sehr kritisches Licht auf sie. Wo in der Realität darüber gestritten wird ob Atomkraftwerke vor terroristischen Angriffen ausreichend geschützt werden können, zeigt „Call of Duty“ die verheerenden Auswirkungen eines solchen Angriffs: „Man kann nicht schützen, was man nicht kontrollieren kann“, warnt Irons im Spiel. Auch ethnische Waffen sind keine Erfindung der Action-Videospiel-Autoren. sondern sollen bereits real erforscht worden sein: Bereits in den 1980er-Jahren soll das Apartheids-Regime in Südafrika an Mikroben geforscht haben, die Schwarze unfruchtbar machen sollten. Und die israelische Armee soll an Viren geforscht haben, die nur Araber&nbsp;befallen. Laut Experten gibt es aber noch keine funktionierende Ethno-Waffe – das scheint allerdings nur eine Frage der Zeit zu sein.</p> <p>„Advanced Warfare“ fordert mit teils drastischen Bildern dazu auf die Entwicklung ethnischer Waffen zu verhindern. Die größte Warnung in der Einzelspieler-Kampagne des neuen „Call of Duty“ bezieht sich auf die Abgabe hoheitsstaatlicher Aufgaben an private Militärdienstleister. Atlas&nbsp;wurde von den Staaten genutzt, um effektive Kriege führen zu können. Dabei verfolgt Atlas-Chef Irons aber eigene Pläne und profitiert von zunehmender Unsicherheit. Eine Gefahr, die auch in der Realität besteht. Private&nbsp;Unternehmen werden immer öfter von Staaten beauftragt, in Krisengebieten für Sicherheit zu sorgen – an einer sicheren Welt haben diese Unternehmen aber gar kein Interesse, da Unsicherheit ihr Geschäft ist und Aufträge verschafft.</p> <p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/IEvEl1vFKDI" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=IEvEl1vFKDI" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=IEvEl1vFKDI</a></div> <p class="majuskel" style>Punktuell kritische Aussagen gegen Militarisierung und Rüstung sind in den Geschichten von „Call of Duty“ seit einigen Teilen der Serie gängig. Im 2013 veröffentlichten „Call of Duty – Ghosts“ eroberten Soldaten eines nicht näher definierten südamerikanischen Staatenbündnisses Weltraumwaffen der USA, um diese damit anzugreifen. Die zerstörerische Wirkung solcher – bislang fiktiver – Waffen wurde dem Spieler bei einem Bombardement aus dem Weltraum an seiner virtuellen Haut vorgeführt. Auch im weiteren Spielverlauf geht es in „Ghosts“ um die Militarisierung des Weltraums, die als sehr negativ dargestellt wird: vor der Entwicklung von Weltraumwaffen wird gewarnt.</p> <p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/zMNFcI0L9C0" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=zMNFcI0L9C0" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=zMNFcI0L9C0</a></div> <p class="majuskel" style>Im 2012 erschienenen „Black Ops 2“ sind es wiederum autonome militärische Drohnen, die dem Spieler als gefährlich präsentiert werden. Der Hauptantagonist schleust einen Computervirus ins Netz des US-Militärs, kann so die Kontrolle über Militär-Drohnen gewinnen und sie gegen die USA einsetzen. Die Anfälligkeit von Drohnen durch Hacker-Attacken gibt es auch in der Realität. So zeigt „Call of Duty – Black Ops 2“ gut, welche Gefahr davon ausgeht, wenn Maschinen autonom Menschen töten sollen.</p> <p><br>Es ist überraschend, dass die Spiele der „Call of Duty“-Reihe in den letzten Jahren auch immer wieder kritische Töne in Fragen von Militär und Rüstung anschlugen. Dennoch sollen die aufgelisteten Punkte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „Call of Duty“-Spiele nach wie vor militärische Gewalt als wichtiges und effektives Mittel der Politik darstellen, oftmals patriotischen Pathos und Chauvinismus verbreiten und schlicht kriegsverherrlichend sind. Ganz platt lassen sich die Militärshooter aber nicht mehr als „Kriegspropaganda“ abtun. So hat der „Ruf der Pflicht“ mittlerweile zumindest einen kleinen, kriegskritischen Unterton bekommen.</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> Fri, 02 Jan 2015 17:06:59 +0000 Rainer Sigl 516 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Religion in Videospielen https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-religion-videospielen <span>Games'n'Politics: Religion in Videospielen</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-11-12T16:00:33+01:00" title="Mittwoch, 12 November 2014 - 16:00">Mi. 12 Nov 2014 - 16:00</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/MOxIn2WclPo" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=MOxIn2WclPo" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=MOxIn2WclPo</a></div> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.</em></p> <p class="majuskel" style>Religion hat noch immer viel Einfluss in der Gesellschaft: Sogar auf politische Entscheidungen wird von verschiedensten Religionsgemeinschaften Einfluss genommen. Die große Präsenz in vielen Lebensbereichen ist es dann wohl auch, die Videospielentwickler immer wieder dazu führt, Religion in ihren Spielen aufzugreifen – teilweise bewusst, teilweise auch unbewusst.</p> <p><!--break--></p><p>So sind Schamanen, Priester und kathedrale Bauten heute in vielen Mittelalter- und Fantasy-Rollenspielen anzutreffen. In Strategiespielen wird Religion meist als eine weitere Spielmechanik verwendet. Sehr wertend wird Religion oft in First-Person-Shootern wie Bioshock Infinite behandelt: das Spiel versetzt den Spieler in die fiktive, über den Wolken schwebende Stadt Columbia. Dort regieren die „Gründerväter“, eine ultranationalistische und fundamentalistisch-religiöse Gruppe unter dem selbsternannten Propheten Zachary Hale Comstock. In der Spielwelt und der Story gibt es klare Elemente des Christentums: bei Betreten von Columbia muss sich der Spieler beispielsweise taufen lassen, Comstock ist klar an popkulturelle Darstellungen von Moses angelehnt und das Setting mit der Stadt Columbia, die sich von den USA sezessiert hat, ist an das biblische Exodus-Motiv angelehnt.</p> <p class="majuskel" style>Wo Religion in vielen Spielen durch Vor- und Nachteile gekennzeichnet ist, wird sie in Bioshock Infinite sehr negativ dargestellt: In Columbia sind Menschen dunkler Hautfarbe sowie Iren Sklaven der weißen und tiefreligiösen Mehrheitsgesellschaft. Dies geht so weit, dass es in der Spielwelt sogar eine an den realen Ku-Klux-Klan angelehnte christliche Religionsgemeinschaft gibt. Trotz dieser negativen Darstellung von christlicher Religion gab es daran bei Erscheinen des Spiels kaum Kritik von religiösen Gruppen. Das liegt augenscheinlich daran, das Bioshock Infinite nur eine sehr extremistische Auslegung des Christentums kritisiert (und karikiert): Die „Otto-Normal-Religion“ und ihre Anhänger werden im Spiel nicht angegangen.</p> <p>Ähnlich sieht es im populären Open-World-Spiel Grand Theft Auto V aus: Religion spielt in GTA keine Rolle, nur einige Nebenmissionen thematisieren den an die reale Sekte Scientology angelehnten „Epsilon“-Kult. Möchte der Spieler der Gruppe beitreten, muss er viel Geld spenden, sich für tausende von US-Dollar einen Anzug der Sekte kaufen und sinnlose Aufgaben, wie etwa einige Meilen durch eine Wüste zu joggen, erledigen. In der finalen Mission des Handlungsstrangs muss der Spieler schließlich Geld zu einem Hubschrauber bringen, mit dem sich die „Epsilon“-Führer dann absetzen: Religion wird in dem Spiel als reine Geldmacherei dargestellt – aber eben auch nur wieder in ihrer extremistischen Form.</p> <p>Wie in vielen Fällen ist auch der Umgang mit Religion in Spielen vom Ziel der Videospielhersteller, ihr Spiel zu verkaufen, geführt: Die Hersteller von Bioshock Infinite, GTA V und anderer Spiele wollen ihre potenziellen Käufer nicht verschrecken und kritisieren daher auch keine Eigenschaft (in diesem Fall „normale“ Religiösität) ihrer möglichen Käufer und damit Geldgeber.</p> <p class="majuskel" style>Mit diesem Hintergrundwissen lässt sich auch erklären, warum es vor allem das Christentum ist, das in heutigen Spielen abgebildet wird: In der westlichen Gesellschaft, in der sowohl die Spielefirmen als auch die meisten Käufer verortet sind, ist das Christentum die führende Religion. Spiele, die etwa den Islam oder das Judentum zum Thema haben, gibt es kaum. Dabei wäre es wünschenswert, dass in den Spielen eine größere Vielfalt von Religionen gezeigt wird – und der Umgang mit den Religionen sachlich, aber dennoch kritisch verläuft. Immerhin hat Religion heute – vor allem in ihrer als Kirchen geordneten Form – zwar noch viel Einfluss, es gibt aber auch sehr viel Kritik an ihr.</p> <p>Aus dieser Perspektive lässt sich das Fazit ziehen, dass die Videospielbranche der Realität bei der Darstellung von Religion hinterher hinkt: Während die Gesellschaft bei der Religionszugehörigkeit oder auch ihrer Ablehnung immer heterogener wird, zeigen viele Spiele den vermeintlichen Mainstream bzw. kritisieren Religion nur, insofern die Kritik dem Mainstream nicht zuwiderläuft.</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-2865" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Paul </span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mi. 12 Nov 2014 - 18:39</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2865#comment-2865" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2865#comment-2865" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Interessanter Ansatz,</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Interessanter Ansatz, allerdings kann ich ausgerechnet dem Text nur bedingt zustimmen: Der Umgang mit Religion (im realen Leben) mag heterogener geworden sein, allerdings wird auch hier von religiöser Seite schnell und heftig kritisiert und - wenn möglich - auch zensiert. Beispiele wären etwa das vor einigen Jahren erschienene Papst-Comic und der darauffolgenden TV-Serie bei MTV oder das erst vor einigen Monaten erschienene Titanic-Cover. Kritik an Religion im öffentlichen Raum ist daher möglich, sobald diese aber eine gewisse Aufmerksamkeitsschwelle erreicht, melden sich die Religionshüter schnell zu Wort. Offen über Atheismus, Agnostizismus, Ignostizismus oder ... zu reden ist nach wie vor nicht so einfach. </p> <p>Was ich damit sagen will: Videospiele... ach Mist, doch, du hast recht. Videospiele folgen im Wesentlichen dem Mainstream.<br> Gut, dass mir das nach den eben geschriebenen Zeilen selbst klar geworden ist :D ich lass es jetzt trotzdem so stehen. ;)</p> </div> </div> </article> <div class="indented"><article data-comment-user-id="7" id="comment-2866" class="comment js-comment comment--by-author"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="7"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mi. 12 Nov 2014 - 22:26</span> <span class="comment__parent visually-hidden">Antwort auf <a href="https://videogametourism.at/comment/2865#comment-2865" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Interessanter Ansatz,</a> von <span class="username">Paul </span></span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2866#comment-2866" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2866#comment-2866" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">:-D</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>:-D</p> </div> </div> </article> </div><article data-comment-user-id="0" id="comment-2868" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Bernardo</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Do. 13 Nov 2014 - 10:01</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2868#comment-2868" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2868#comment-2868" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Schönes Video,</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>danke! Ich hab mich aber gewundert, dass Diablo nicht vorkommt. Da wäre doch eines der populärsten Spiele, dass mit ganz vielen mittelalterlich-christlichen und heidnischen Elementen spielt. Hier gibts ein (recht langes, aber sehr interessantes) Video aus der grossartigen Serie "History Respawned":<br> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ssxOjMHDkf8">http://www.youtube.com/watch?v=ssxOjMHDkf8</a></p> <p>Zudem kann man, finde ich, noch mehr betonen, dass neben dem Christentum die japanischen Religionen (Shinto und Buddhismus) wahrscheinlich stark repräsentiert sind - mindestens im japanischen Markt, aber Anime und Games haben ja auch woanders eine grosse Fangemeinde. Shogun - Total War hat Religion auch als Konfliktelement drin. Ich frage mich aber auch ein bisschen, ob man nicht einen analytischen Unterschied machen müsste zwischen organisierter Religion und Mythen, zumal eher historischen, die für uns kaum religiöse Bedeutung haben.</p> <p>Drittens stimme ich zu, dass eine kritische Reflektion von Religion wünschenswert wäre, aber das hiesse für mich mehr als nur "Opium des Volkes". Da will ich doch mit dem längeren Originalzitat von Marx dagegenhalten:<br> "Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks."<br> Es ginge also darum, die Religion in ihrer Ambivalenz darszustellen. So könnte ich mir z.B. vorstellen, in Civ 5 Aufstände mit sozialem Hintergrund, aber in Form einer religiösen Bewegung - wie die Wiedertäufer in Münster oder die Bauern unter Thomas Münzer - darzustellen. Aber die mangelnde Tiefe von gesellschaftlichen Strukturen in Civ ist eh nochmal ein anderes Thema...</p> </div> </div> </article> <div class="indented"><article data-comment-user-id="7" id="comment-2869" class="comment js-comment comment--by-author"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="7"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Do. 13 Nov 2014 - 21:13</span> <span class="comment__parent visually-hidden">Antwort auf <a href="https://videogametourism.at/comment/2868#comment-2868" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Schönes Video,</a> von <span class="username">Bernardo</span></span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2869#comment-2869" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2869#comment-2869" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Abgesehen von der reinen</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Abgesehen von der reinen Freude, dass in den Kommentaren meines kleinen Gameskultur-Blogs (Arghkl! Das Wort "Gameskultur" müssen wir uns, wies aussieht, wieder und wieder mit Zähnen und Klauen von Idioten zurückerobern) vollständig Marx zitiert wird, muss ich zum thema Münzer unbedingt loswerden, dass es wohl kaum ein besseres Buch zu diesem thema gibt als das wunderbare Q von Luther Blissett. Auf die Gefahr hin, dass es schon bekannt ist. Falls nicht: Thank me later.</p> </div> </div> </article> <div class="indented"><article data-comment-user-id="0" id="comment-2870" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Bernardo</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 14 Nov 2014 - 00:32</span> <span class="comment__parent visually-hidden">Antwort auf <a href="https://videogametourism.at/comment/2869#comment-2869" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Abgesehen von der reinen</a> von <a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2870#comment-2870" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2870#comment-2870" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Q</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Kenne ich, u.a. deswegen bin ich ja drauf gekommen. Tolles Buch! Und Danke trotzdem</p> </div> </div> </article> </div></div><article data-comment-user-id="0" id="comment-2871" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Gast</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 14 Nov 2014 - 08:09</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2871#comment-2871" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2871#comment-2871" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Ich bin jetzt zu faul für</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ich bin jetzt zu faul für einen ordentlich fundierten, schön geschriebenen, eloquenten Beitrag und werfe stattdessen einfach was in die Runde:<br> In mehreren Spielen der Serie Shin Megami Tensei gibt es diverse religiöse Figuren (vom Messias über Thor bis Satan) als - je nach Spiel - Summons udgl.<br> In ebenso mehreren Spielen der Serie sind diverse Gottheiten die Endbosse, zB je nach Verlauf des Spiels der Gott der abrahamitischen Religionen in Devil (!) Survivor.</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-2872" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Matze</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">So. 16 Nov 2014 - 12:46</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2872#comment-2872" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2872#comment-2872" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Bioshock Infinite</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Recht interessante Sache zur Religionskritik in Bioshock Infinite:<br> <a href="http://youtu.be/iO-0MKfyyCQ?t=17m57s">http://youtu.be/iO-0MKfyyCQ?t=17m57s</a><br> In Kurz:<br> Bioshock Infinite war ursprünglich wesentlich religionskritischer, ein gläubiger Mitarbeiter bei Irrational konnte Ken Levine aber davon überzeugen, dass es auch positive Aspekte an Reliogion gibt, sodass die Religionskritik zurückgeschraubt wurde.<br> Ich hab das im Video angesprochene Interview leider nich gefunden, kann also nich sagen, ob das stimmt....</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading"> <h4 id="pagination-heading" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Wed, 12 Nov 2014 15:00:33 +0000 Rainer Sigl 492 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Videospiel-Verbote https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-videospiel-verbote <span>Games'n'Politics: Videospiel-Verbote</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-09-15T11:36:34+02:00" title="Montag, 15 September 2014 - 11:36">Mo. 15 Sep 2014 - 11:36</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/x_-ESr74jlo" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=x_-ESr74jlo" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=x_-ESr74jlo</a></div> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.</em></p> <p><em style="text-align: justify;">UPDATE: Der Darstellungsfehler mit dem gestauchten Video ist ein Resultat des Schraubens am Layout und bereits in Bearbeitung - Klick aufs YouTube-Icon hilft in der Zwischenzeit.</em></p> <p class="majuskel" style>Blut spritzt, Knochen bersten – der 2012 veröffentlichte First-Person-Shooter „Syndicate“ ist brutal. Das Spiel von US-Hersteller Electronic Arts&nbsp;(EA) zeigt so gewalthaltige Szenen, dass es in Deutschland sogar von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) indiziert wurde. Zwar ist das Spiel offiziell nicht verboten, doch es darf in der Bundesrepublik nicht beworben werden – was de facto einem Verbot gleich kommt. So hat Electronic Arts das Spiel nicht auf dem deutschen Markt vertrieben. In der Indizierungsbegründung der BPjM heißt es unter anderem:</p> <blockquote><p>„In der vorliegenden Verkaufsfassung sind die Tötungs- und Verletzungshandlungen keineswegs dunkel visualisiert, sondern die Gewalthandlungen und ihre Folgen sind jederzeit deutlich zu erkennen. Es können Körperteile (Arme, Beine, Köpfe) abgetrennt werden und es kann am Boden liegenden Personen, seien sie nun bewaffnet oder nicht, mit voller Wucht auf den Kopf getreten werden, untermalt von Knirschgeräuschen, mit dem das Genickbrechen verdeutlich wird. Die letztgenannte Tötungsart, das sog. ‚Hinrichten‘ (Exekution) wird in der Spielestatistik in einer eigenen Kategorie aufgeführt.“</p> </blockquote> <p><!--break--></p><p>Die deutsche Jugendschutz-Institution hat sich das Spiel wirklich sehr genau angeguckt (zur detaillierteren Begründung der BPjM siehe <a href="http://michi.blogsport.de/images/BPjMSyndicate.pdf">hier</a>) und die Beschreibungen treffen zu – allerdings nicht nur auf „Syndicate“. Auch in dem in Deutschland für Volljährige freigegebenen Spiel „Wolfenstein – The New Order“ (Bethesda 2014) werden Feinden blutig die Köpfe abgetrennt, in „BioShock Infinite“ (2K Games 2013) wird einem Polizisten in einer Anfangssequenz ein Werkzeug ins Gesicht gerammt, worauf hin er blutüberströmt zusammen sackt und im kriegskritischen Shooter „Spec Ops – The Line“ (2K Games 2012) wird dem Spieler explizit angeboten wehrlose und verletzte Feinde die am Boden liegen zu exekutieren. So ist „Syndicate“ ein sehr brutales Spiel – die Gewaltdarstellungen sind aber nicht brutaler als in anderen, in Deutschland nicht indizierten Videospielen.</p> <p class="majuskel" style>Ein weiterer Grund für die Indizierung von „Syndicate“ war die im Spiel gebotene Möglichkeit, Zivilisten konsequenzlos zu töten:</p> <blockquote><p>„Den Umstand, dass Unbeteiligte Opfer der Gewalthandlungen werden können, gerade auch der besonderen Tötungsart der ‚Hinrichtung‘ wie z.B. einige als Obdachlose zu erkennende Personen, erachtet das Gremium ebenfalls als in hohem Maß jugendgefährdend und daher entscheidungserheblich.“</p> </blockquote> <p>Auch in diesem Punkt liegen die Jugendmedienschützer der BPjM richtig – doch auch hier gibt es Beispiele von in Deutschland erlaubten Spielen, in denen man ebenfalls Zivilisten töten kann: so ist es beispielsweise möglich in den „Call of Duty“-Spielen (Activision) „Black Ops 2“ (2012) und „Modern Warfare 3“ (2011) einige Zivilisten zu erschießen, bevor der Spieler dafür sanktioniert wird und den Abschnitt nochmal spielen muss. Auch im UbiSoft-Spiel „Ghost Recon – Future Soldier“ (2011) kann der Spieler auf Zivilisten schießen. Und das schon erwähnte „Spec Ops – The Line“ ist auch bei diesem Punkt zu nennen: in einer Szene des Spiels kann man unzählige Zivilisten niederschießen, nachdem sie einen Kameraden des Spielers gemeuchelt haben – für diese Tat wird der Spieler nicht zur Reflektion angehalten (im Gegensatz zu anderen Szenen im Spiel). So ist es möglich in „Syndicate“ Unschuldige zu töten – dies ist aber auch in vielen in der Bundesrepublik nicht indizierten Spielen möglich.</p> <p class="majuskel" style>Electronic Arts&nbsp;wehrte sich erfolglos gege die Indizierung von „Syndicate“. Vor der BPjM argumentierte das Unternehmen, dass die Gewaltdarstellung im Spiel nicht als strafrechtlich relevant eingestuft worden sei und man Zivilisten auch in anderen Spielen töten können: „Für Medien, die ‚keine Jugendfreigabe‘ erhalten haben und nicht gegen strafrechtliche Verbote verstoßen brauchen wir kein ‚18++‘“, so Martin Lorber, Pressesprecher von EA-Deutschland. Und obwohl die deutschen Jugendmedienschützer in den vergangenen zwei Jahren liberaler geworden sind was die Darstellung von Gewalt in Spielen angeht, gibt es laut Lorber keine Hoffnung „Syndicate“ bald erneut prüfen zu lassen: „Das ist erst nach zehn Jahren möglich“, so der EA-Sprecher.</p> <p>Sollten Erwachsene in Deutschland spielen dürfen, was sie wollen, solange dies nicht strafrechtlich relevant ist? Um diese zentrale Frage geht es bei der hier anhand des Shooters „Syndicate“ nachgezeichneten Debatte. Der deutsche Jugendmedienschutz wirkt dabei bisweilen willkürlich. Augenscheinlich messen die Jugendmedienschützer in Deutschland – neben der BPjM die viel wichtigere und für Alterseinstufungen zuständige „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK) – teilweise mit zweierlei Maß: einige Spiele bekommen wegen der Darstellung von Gewalt keine Jugendfreigabe und werden indiziert, andere dürfen trotz gleicher virtueller Brutalität erscheinen; einige Spiele werden indiziert weil der Spieler in der virtuellen Welt Unschuldige töten kann, andere werden trotz dieses Inhalts erlaubt. Dabei ist das Töten von Zivilisten ist in allen Spielen inakzeptabel und sollte nicht unkommentiert bleiben. Plumpe (de facto) Verbote sind aber der falsche Weg in der Auseinandersetzung um die Inhalte von Videospielen und kollidieren zudem mit der Meinungs- und Kunstfreiheit.</p> <p>Oft wird der sehr spezielle deutsche Jugendmedienschutz – in vielen anderen europäischen Ländern und darüber hinaus wird das einheitliche „Pan European Game Information“-System (PEGI) angewandt – mit kulturellen Unterschieden begründet: Doch wie groß können diese Unterschiede etwa zwischen Deutschland und Österreich sein? In Österreich hat sich mittlerweile nahezu ein Markt von Online-Versandhändler für in Deutschland indizierte Spiele gebildet: Der Import von „Syndicate“ nach Deutschland ist zwar erlaubt, stellt aber natürlich eine Hürde dar. Spieler in Deutschland fordern daher schon seit geraumer Zeit die Indizierungspraxis zu ändern – und finden damit doch <a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/30/petition-abgelehnt-intensivierung-des-jugendschutzes-erforderlich/">kein Gehör</a>. Die Politik schenkt dem Thema kaum Beachtung und so regiert in Deutschland eine Zensur, die nicht mehr zeitgemäß ist.</p> <p><em>Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Michael Schulze von Glaßer.</em></p> <p><em>Anmerkung RS: Österreich geht übrigens mit der <a href="http://bupp.at/">Bundesprüfstelle für Positivprädikarisierung BUPP</a>&nbsp;den umgekehrten Weg zur Bundesrepublik: Statt zu verbieten, setzt man hier auf Empfehlungen besonders wertvoller Spiele und auf Aufklärung.</em></p> <p>&nbsp;</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-2938" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Kevin K.</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mo. 23 Feb 2015 - 12:04</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/2938#comment-2938" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/2938#comment-2938" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">SYNDICATE - Gewaltdarstellung gegen Unschuldige</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ich finde, dass BpjM sich mit den Herstellern immer zusmamensetzen sollte und die gewissen Punkte durchgehen sollte, die ihnen nicht passen. Seie es das Töten von Unschuldigen. In "Call of Duty - Modern Warfare 2" sieht man in der Flughafen-Mission auch wie Terroristen unschuldige Menschen töten bzw einen Amoklauf begehen. In der geschnittenen Fassung darf man als Spieler keinen Einzigen töten. Trotzdem ist die Gewalt vorhanden. Warum wurde das dann nicht indiziert oder geschnitten?<br> In vielen Spielen kann man unschuldige Menschen töten z.B. in "Deus Ex: Human Revolution", vorallem die GTA-Reihe und wie schon genannt in "Call of Duty - Modern Warfare 2". Klar ist die Darstellung in allen Spielen etwas anders, aber trotzdem ist es doch das selbe Schema.</p> <p>Meine Meinung:<br> Man hätte es bei SYNDICATE ebenso machen können wie bei "Call of Duty - Modern Warfare 2". Für eine Tötung eines Unschuldigen muss man beim letzten Kontrollpunkt oder Ladepunkt neu starten.</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading--2"> <h4 id="pagination-heading--2" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Mon, 15 Sep 2014 09:36:34 +0000 Rainer Sigl 453 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Frauen, Waffen und die Telekom https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-frauen-waffen-und-die-telekom <span>Games'n'Politics: Frauen, Waffen und die Telekom</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-08-22T14:38:28+02:00" title="Freitag, 22 August 2014 - 14:38">Fr. 22 Aug 2014 - 14:38</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p><em style="text-align: justify;"><br> </em></p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/TtL-R5RK8Y8" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=TtL-R5RK8Y8" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=TtL-R5RK8Y8</a></div> <p></p> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.</em></p> <p><span class="dc">I</span>nsgesamt 335.000 Besucher kamen Mitte August zur diesjährigen gamescom, der größten Videospielmesse der Welt in Köln. Rund 700 Aussteller präsentierten ihre aktuellen Spiele, Hardware und andere Neuigkeiten. Wie in jedem Jahr war auch diese gamescom ein riesen Games-Fest – ganz getreu dem Motto der Messe: „Celebrate the games!“</p> <p>Mit nüchternem Blick offenbaren sich aber auch kritikwürdige Punkte rund um die Messe: überfüllte Halle und schier endlose Warteschlangen sind dabei wohl die augenscheinlichsten Probleme der gamescom. Ein anderes ist die Art der Werbung, mit der manche Videospiel- und Hardware-Hersteller ihre Produkte präsentieren: statt sich auf die Qualität ihrer Ware zu berufen werden leichtbekleidete Damen und Waffen ins Blickfeld der oft sehr jungen Zielgruppe gerückt. Vor allem die kostenlos spielbaren „Wargaming“- und „WarThunder“-Weltkriegs-Spiele wurden auf der gamescom mit „Messebabes“, Panzern und Kampfflugzeugen beworben. Selbst der Tastaturen- und Computer-Mäuse-Hersteller Roccat ließ es sich nicht nehmen, seine Produkte mit tanzenden Frauen und einem Trupp schwerbewaffneter Soldaten-Schausteller zu bewerben.</p> <p>Neben den Messeständen wurden den Besuchern aber auch zahlreiche Shows geboten. Für eine volle Messehalle sorgte dabei besonders ein „Mario Kart 8“-Turnier des IDG-Verlags, der u.a. das Videospiel-Magazin „GameStar“ herausgibt. Von YouTube bekannte „Let’s Player“ spielten das Nintendo-Spiel und boten dem jungen Publikum Unterhaltung. Präsentiert wurde das Turnier aber nicht nur von IDG, sondern auch von der Telekom – der vollständige Titel: „Telekom Mario Kart 8 Cup“. Wie die Kooperation bzw. das Sponsoring genau aussah, ist nicht bekannt.</p> <div class="bright"> <p style="text-align: right;">Die gamescom - ein Videospiel-Fest mit einigen, kleinen aber ärgerlichen Schönheitsfehlern.</p> </div> <p><span class="dc">K</span>ritisch ist die Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und dem Telekommunikationsanbieter vor allem deshalb, weil die aktuelle Politik der Telekom wohl der Meinung der meisten Zuschauer des „Mario Kart“-Turniers entgegenstehen dürfte: Seit geraumer Zeit versucht die Telekom die klassische Internet-Flatrate abzuschaffen (was im vergangenen Jahr zum „Drosselkom“-Aufschrei führte) und eine Aufhebung der Netzneutralität in Deutschland zu erwirken – beides könnte das Spielen von Videospielen über das Internet enorm verteuern. Um über die unpopuläre Politik hinwegzutäuschen, betreibt die Telekom einen enormen Werbeaufwand – und der IDG-Verlag, der eigentlich unabhängigen Journalismus für die vor allem jungen Videospielerinnen und Videospieler machen sollte, lässt sich von dem Kommunikationsunternehmen für seine Sache einspannen. &nbsp;Initiator des "Mario Kart 8 Cups" war die Telekom - von ihr ging die Kooperation mit dem IDG-Verlag aus. Ob das Telekommunikationsunternehmen für die Kooperation Geld gezahlt hat ist nicht bekannt - ist bei solchen Sponsorings aber nicht unüblich.&nbsp;Damit wird die Liste der Kritik an der großen deutschsprachigen Videospiel-Presse wieder um einen Punkt länger (siehe den VideoGameTourism-Artikel <a href="https://videogametourism.at/node/2032">„Gamescom, Spielepresse und PR: Die Sache mit der Ethik“</a> sowie <a href="https://videogametourism.at/node/2029">Games’n’Politics-Folge 43</a>).</p> <p>Auch das Auftreten vollkommen fachfremder Organisationen und Institutionen auf der Messe darf verwundern: So nimmt etwa die deutsche Armee die Videospiel-Messe jedes Jahr für eine großangelegte Rekrutierungskampagne zum Anlass. Gleich auf der ersten Seite des Messekatalogs warb die Bundeswehr für eine „Karriere mit Zukunft“. Auch in der offiziellen gamescom-App war sie mit Werbeanzeigen vertreten. Auf dem großen Stand gleich neben der Bühne, auf der tausende Jugendliche den „Let’s Playern“ beim „Mario Kart“-Turnier zujubelten, hatte die Armee einen „Dingo“-Radpanzer, ein Motorrad der Feldjäger und einen Schleudersitz aus einem Kampfjet als Blickfang aufgestellt. Wer wollte, konnte sich gleich von „Karriereberatern“ über den Dienst an der Waffe informieren.</p> <p>So sucht die Bundeswehr gezielt die Nähe zu nicht selten militärverherrlichenden Videospielen um Nachwuchs für echte Einsätze zu werben – dabei sind reale Interventionen kein Spiel.</p> <p>Die hier kritisierten Stände und Shows sind natürlich nur eine Auswahl. Dennoch soll die negative Kritik nicht die überwiegend positiven Aspekte der Messe hinwegtäuschen. Die gamescom hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Pfeiler bei der Etablierung einer Videospielkultur entwickelt und wird auch für die Industrie immer wichtiger, was sich an immer mehr Neuankündigungen auf der Messe zeigt. So ist die gamescom ein Videospiel-Fest mit einigen, kleinen aber ärgerlichen Schönheitsfehlern.</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> Fri, 22 Aug 2014 12:38:28 +0000 Rainer Sigl 62 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Quo vadis, Games-Journalismus? https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-quo-vadis-games-journalismus <span>Games'n'Politics: Quo vadis, Games-Journalismus?</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-08-12T15:38:19+02:00" title="Dienstag, 12 August 2014 - 15:38">Di. 12 Aug 2014 - 15:38</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p></p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/g68zYQVt_B8" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=g68zYQVt_B8" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=g68zYQVt_B8</a></div> <p> <em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte - diesmal zu einem Thema, das auf VGT schön <a href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/187">des Öfteren im Zentrum</a> gestanden ist.</em></p> <p> <span class="dc">D</span>ie Auflagen der großen Videospiel-Magazine befinden sich im freien Fall: die „GameStar“ büßte von 2002 bis 2013 knapp 80 Prozent ihrer Auflage ein (2002: 365.000; 2013: 73.000), die „Computer Bild Spiele“ verlor 86 Prozent (2002: 736.000; 2013: 104.000) und die „PC Games“ sogar von ihrer Hochzeit 1999 (364.000) bis 2013 (49.000) knapp 87 Prozent ihrer Auflage. Natürlich hat sich im letzten Jahrzehnt das Nutzerverhalten geändert und die Websites der großen Magazine spielten eine immer wichtigere Rolle. Doch auch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der große deutschsprachige Videospiel-Journalismus im Stillstand befindet.</p> <!--break--><p style="margin-bottom: 0cm"> Bereits 2011 forderte der ehemalige „GameStar“-Chefredakteur Christian Schmidt in einem viel beachteten <font color="#0000ff"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/videospiele-mehr-geist-bitte-liebe-games-tester-a-784531.html">„Spiegel-Online“-Gastbeitrag „Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester“</a></font>. Schmidt fordert darin, die Funktionsbeschreibung der Spiele in journalistischen Texten herunterzuschrauben und sie stattdessen ökonomisch, politisch, ethisch, künstlerisch und gesellschaftlich einzuordnen. Der Videospiel-Journalismus solle neue Themen aufspüren, Geschehnisse hinterfragen, recherchieren, eigene Gedanken entwickeln und sich als Kontrollinstanz für die Videospiel-Branche verstehen, nicht als Erfüllungsgehilfe der Industrie. Damit verlangt Schmidt, den bereist 2004 vom britischen Autor <font color="#0000ff"><a href="http://gillen.cream.org/wordpress_html/assorted-essays/the-new-games-journalism/">Kieron Gillen entworfenen „New Games Journalism“</a></font> auch endlich im deutschsprachigen Raum anzuwenden.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> Seitdem hat sich einiges getan: große Medien wie <font color="#0000ff"><a href="http://www.zeit.de/digital/games/">„Zeit-Online“</a></font> und <font color="#0000ff"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/games/">„Spiegel-Online“</a></font> veröffentlichen zunehmend längere und hintergründige Texte über Videospiele. 2012 wurde das Gameskultur-<font color="#0000ff"><a href="http://wasd-magazin.de/">Bookzine WASD</a></font> gegründet, um die Lücke im Print-Bereich zu füllen. Zudem bekommen Websites wie <font color="#0000ff"><a href="http://superlevel.de/">„Superlevel“</a></font> und eben auch videogametourism.at, die Spiele feuilletonistischer behandeln, immer mehr Zulauf. Podcasts wie <font color="#0000ff"><a href="http://superlevel.de/kategorien/cast/insertmoin/">„InsertMoin“</a></font> und der von Christian Schmidt gemeinsam mit Gunnar Lott gemeinsam produzierte <font color="#0000ff"><a href="http://www.stayforever.de/">„StayForever“</a></font>-Cast erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Im Bewegt-Bild-Bereich sind es Fernseh-Formate wie <font color="#0000ff"><a href="http://www.einsplus.de/reload/-/id=11792690/1sb8087/index.html">„Reload“</a></font> und <font color="#0000ff"><a href="http://www.gameone.de/">„GameOne“</a></font> sowie auf YouTube <font color="#0000ff"><a href="https://www.youtube.com/user/giga">„Giga Games“</a></font> und auch <font color="#0000ff"><a href="http://www.youtube.com/user/gamesandpolitics">„Games and Politics“</a></font>, die in Richtung eines neuen Games-Journalismus gehen. Nur die großen Videospiel-Magazine tun sich schwer.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> <span class="dc">D</span>ie „Beharrungskräfte“ der großen Medien wiegen schwer, <font color="#0000ff"><a href="http://www.gamestar.de/videos/feedback,99/feedback,75965.html">meint Christian Schmidt</a></font>. Eine der größten Fragen ist dabei die nach Zahlen-Wertungen von Spielen. Während die neuen Videospiel-Medien alle keine Zahlen-Wertungen vergeben, da sie Spiele als tiefsinniges und vielfältiges Kulturgut begreifen, findet sich am Ende eines jeden Spiele-Tests eines großen Videospiel-Medium noch immer eine Zahl, die den „Spielspaß“ ausdrücken soll. Dabei stoßen diese Wertungen des reinen Produkt-Journalismus gerade bei literarischen Spielen, deren Zahl zunimmt, auf Grenzen: so vergab die „GameStar“ beispielsweise für die beiden viel gelobten Spiele <font color="#0000ff"><a href="http://www.gamestar.de/spiele/dear-esther/test/dear_esther,47775,2564935.html">„Dear Esther“</a></font> (2012) noch für <font color="#0000ff"><a href="http://www.gamestar.de/spiele/gone-home/test/gone_home,48244,3027548.html">„Gone Home“</a></font> (2013) keine Wertung, da dies auch schlicht nicht möglich ist. Die „GameStar“ – immerhin das bedeutendste deutschsprachige Videospiel-Medium – kündigte mittlerweile an ihr Zahlen-Wertungs-System überarbeiten zu wollen: immer wieder wurden die Wertungen den vielfältigen Spielen in den vergangenen Jahren nicht gerecht. Daneben scheint das große Magazin unter ihrem neuen Chefredakteur Jochen Gebauer aber auch langsam den Weg des „New Games Journalism“ einschlagen zu wollen.</p> <p style="margin-bottom: 0cm"> &nbsp;</p> <div style="margin-bottom: 0cm;"> In der August-Ausgabe des Magazins finden sich erstmals mehrere sehr lange und hintergründige Texte über Spiele, Hardware und die Games-Branche. Doch genauso wie es für die neuen Projekte noch ein langer und harter Weg sein wird sich zu etablieren, wird es auch für die „GameStar“ nicht einfach werden sich umzustrukturieren – gerade weil die Einschätzung der Leserinnen und Leser schwer fällt. So <font color="#0000ff"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=oRB7fA6Dtmk">berichtet Boris Schneider-Johne</a></font>, der ehemalige Gründer des Magazins „PC Player“, das sich in den 1990er-Jahren schnell zum Marktführer und den Videospiel-Zeitschriften entwickelte, dass sie bereits 1996 einmal versucht haben auf Zahlen-Wertungen zu verzichten: die Leserinnen und Leser protestierten. Es war wohl nicht der richtige Zeitpunkt dafür – ist er es jetzt?</div> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-1341" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Baldwin</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Do. 14 Aug 2014 - 21:50</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1341#comment-1341" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1341#comment-1341" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Ich bin nicht mehr involviert</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><div>Ich bin nicht mehr involviert genug, um das eigentliche Moment im Zyklus des Games-Journalismus zu finden, das dessen »reflexive« Phasen hervorruft, dennoch erkenne ich das Gleiche in Damals und Heute, – als ob eine Branche an Depressionen leidet, und sich ständig dieselben Zweifel alle fünf Jahre in den Kopf schlägt. Damit leugne ich keineswegs tatsächliche Veränderung, sondern weise auf die Kontuinität jener. Ihre Ursache wurde dabei schon so oft genannt, das man sich, wenn man sie ausspricht, fast unzufrieden fühlt und fälschlicherweise nach anderen Gründen sucht. Dabei ist und die bleibt die Schuld allein beim Internet, – das nämlich dieselben Bedürfnisse umsonst befriedigt, sie zudem noch verdrängt und ersetzt, das ein Hobby der »Klientel« für sich komplett auflöst. Damit haben Proteste gegen Zahlenwertungen nichts zu tun.</div> <div>&nbsp;</div> <div>Der Ruf nach »besserer Qualität« des Fetischisierens von Unterhaltungsprodukten hört sich ebenso krankhaft an, wenn er auch richtige Motive trägt. Ich sehe einfach keinen Wert in jenem neuen Journalismus, der hier beschrieben wird, nur die Möglichkeit für Gamer sich im Schein der Textmenge besser zu fühlen. Games-Journalismus hat aus meiner Sicht Qualität nur dann, wenn er die gesamte Branche negiert. Alles andere wäre eine Lüge zugunsten der Industrie (– oder schlichtweg Dummheit). Die Schreiber in den Verlagen müssten allerdings einen gewaltigen Sprung bewältigen, um auf ein passables Niveau zu steigen – aber nicht nur sie, auch die Spiele, die sie kritisieren, müssten sich bessern, damit das ganze Projekt überhaupt Sinn ergibt.</div> <div>&nbsp;</div> <div>&nbsp;</div> <div>PS: Die WASD oder diesen Blog hier als Opponenten vorzuschlagen, finde ich übrigens gewagt. PAIDA ist m. E. die einzige einigermaßen lesbare deutsche Plattform.</div> <div>Überhaupt finde ich die ständige Schleichwerbung im Video und im Blog unnötig und verdächtig.</div> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="7" id="comment-1342" class="comment js-comment comment--by-author"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="7"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Do. 14 Aug 2014 - 22:14</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1342#comment-1342" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1342#comment-1342" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Der Ruf nach »besserer</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><blockquote><p>Der Ruf nach »besserer Qualität« des Fetischisierens von Unterhaltungsprodukten hört sich ebenso krankhaft an, wenn er auch richtige Motive trägt. Ich sehe einfach keinen Wert in jenem neuen Journalismus, der hier beschrieben wird</p> </blockquote> <p>Na dann eben nicht. Und vom "Fetischisieren von Unterhaltungsprodukten" zu sprechen, zeigt entweder ein extrem herablassendes Verhältnis zum Medium oder aber zu jeder Form kulturjournalistischer &nbsp;Anstrengung, sei es Filmkritik, Buchbesprechung oder Kunstjournalismus. "Krankhaft", hört hört. Auf dieses Weltbild hab ich eigentlich keine Lust.</p> <blockquote><p>Games-Journalismus hat aus meiner Sicht Qualität nur dann, wenn er die gesamte Branche negiert.</p> </blockquote> <p>Das ist dann aber erst recht ein Journalismus, der sich rein aufs Produkt konzentriert und nicht nur die Branche, sondern damit auch große Teile der Kultur einfach blind ignoriert.</p> <p>Das funktioniert so auf PAIDIA, aber das hat mit Journalismus nichts zu tun. Game Studies =|= Journalismus, und beides hat Berechtigung.</p> <p>Zum Thema Schleichwerbung: Wenn du damit die Unterstützung für die WASD meinst, dann ist das keine Schleichwerbung, sondern ernst gemeinte Empfehlung. Ich finde gut, dass es dieses Projekt gibt. Meine Mitarbeit daran ist ja auch kein Geheimnis, im Gegenteil. &nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1343" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="http://www.gotohaneda.com" class="username">Christof</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 15 Aug 2014 - 08:21</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1343#comment-1343" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1343#comment-1343" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">...und die einzige</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>...und die einzige journalistische Auseinandersetzung mit Literatur, die taugt, liefert der Eppelsheimer-Köttelwesch, und Film-Kritiken, die nicht in der montage/av stehen, sind für den Pöbel.</p> <p>Im Ernst: Kritik in Ehren (Gott weiss, dass die Branche sie brauchen kann), und die zyklische Selbstzerfleischung der Branche ist auch gut beobachtet.</p> <p>Aber dann? Eine monokausale Erklärung wie "das Internet ist Schuld!" ist auch nicht eben der Mariannengraben der Reflektionstiefe, auch wenn sie apodiktisch mit breit vor der Brust verschränkten Armen vorgetragen wird.</p> <p>Und wenn einem dann zugleich noch jedes Verständnis für die Unterschiede zwischen (Populär-)Wissenschaft und Journalismus flöten geht, während genussvoll vom hohen Ross aus in ausgewaschene kritische Theorie gewickelte General-Beleidigungen ausgeteilt werden...</p> <p>Unter uns: dann fühle ich mich irgendwie an meine ersten Proseminare erinnert, an die schwarz gekleideten Leute hinten in der Ecke, die zur Feier ihres Studienbeginns auf Bakunins Grab einen Absinth trinken gingen. Die waren zweifelsohne voller Feuereifer und schlau genug, aber die Diskussion vorangebracht haben sie dann doch eher nicht.</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1346" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Banang</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Sa. 16 Aug 2014 - 11:52</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1346#comment-1346" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1346#comment-1346" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Ja ja, die Gamestar. Die</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ja ja, die Gamestar. Die haben doch vor Jahren eine 180°-Wendung gemacht. Vorher immer betont, die Zahl für den Spielspaß sei unabhängig von der Technik, jetzt biegen sie es so hin, dass die zusammengezählten Werte und das große Endergebnis übereinstimmen. Ich glaube, spätestens da habe ich den ganzen Mist nicht mehr ernstnehmen können.</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1347" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Todes</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">So. 17 Aug 2014 - 17:27</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1347#comment-1347" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1347#comment-1347" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Eines vorweg: Ich hatte schon</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Eines vorweg: Ich hatte schon seit Jahren keine Print-Gamestar mehr in Händen, davor aber Abos zurück bis PcPlayer.<br> Spätestens Mitte 20 hatte ich den Eindruck dass sich PC-Spiel Magazine nicht mehr an mich richten. "Umfangreiche" Previews die zu 3/4 aus Screenshots und Artwork bestehen und wie umgeschriebene Presseaussendungen der Publisher klingen, Cover die mit ihren überbordenden Kästen und Inlays jeder Krone oder Bild die Schamesröte ins Gesicht zaubern und oberflächliche, größtenteils schwach geschriebene Tests sind eine Beleidigung für jeden Leser der das intellektuelle Niveu eines Zwölfjahrigen überschritten hat.</p> <p>Meiner Meinung nach haben Gamestar und co einfach verschlafen mit ihrem Klientel zu altern (oder bewusst darauf verzichtet?).<br> Wer ist mit 20+ noch so naiv von einem "Tester" eine objektive Bewertung zu erwarten, die noch dazu in einem Prozentwert gipfelt? Selbstverständlich kann man ein Spiel sezieren und die technische Qualität bewerten, allerdings wird das dem Medium nicht annähernd gerecht. Sie tun, als würde man ein gutes Buch anhand der Güte von Papier, Umschlag oder Druckerschwärze erkennen.</p> <p>Wenn ich über Spiele lese, dann erwarte ich mir eine persönliche Meinung, einen Erfahrungsbericht oder ähnliches, welche auch kein Geheimnis aus ihrer Subjektivität machen. Ich bin kritisch, kann mich selbstständig informieren und brauche niemanden der mich an der Hand nimmt und mir die "Wahrheit" erzählt liebe Redakteure. Danke</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1369" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="http://videogametourism.at/node/2034" class="username">Games&amp;amp;#039;n&amp;amp;#039;Politics: Frauen, Waffen und die T</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 22 Aug 2014 - 15:03</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1369#comment-1369" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1369#comment-1369" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Pingback</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>[...] Kritisch ist die Zusammenarbeit zwischen dem Verlag und dem Telekommunikationsanbieter vor allem deshalb, weil die aktuelle Politik der Telekom wohl der Meinung der meisten Zuschauer des „Mario Kart“-Turniers entgegenstehen dürfte: Seit geraumer Zeit versucht die Telekom die klassische Internet-Flatrate abzuschaffen (was im vergangenen Jahr zum „Drosselkom“-Aufschrei führte) und eine Aufhebung der Netzneutralität in Deutschland zu erwirken – beides könnte das Spielen von Videospielen über das Internet enorm verteuern. Um über die unpopuläre Politik hinwegzutäuschen, betreibt die Telekom einen enormen Werbeaufwand – und der IDG-Verlag, der eigentlich unabhängigen Journalismus für die vor allem jungen Videospielerinnen und Videospieler machen sollte, lässt sich von dem Kommunikationsunternehmen für seine Sache einspannen. Damit wird die Liste der Kritik an der großen deutschsprachigen Videospiel-Presse wieder um einen Punkt länger (siehe den VideoGameTourism-Artikel „Gamescom, Spielepresse und PR: Die Sache mit der Ethik“ sowie Games’n’Politics-Folge 43). [...]</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1413" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Gast</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Sa. 30 Aug 2014 - 20:02</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1413#comment-1413" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1413#comment-1413" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Ich heiße Andre. Ich bin 35</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ich heiße Andre. Ich bin 35 Jahre alt und lese Printmagazine seit den frühen 90ern. Zeitschriften wie Power Play, Video Games, GameStar, PC Games, Man!ac (M! Games) &amp; Co habe ich ab dem Zeitpunkt ab dem ich es mir leisten konnte regelmäßig gekauft (in etwa 1996/97).</p> <p>Die Entwicklung des Marktes habe ich stets mit Interesse verfolgt und es bedauert wenn bestimmte Magazine eingestellt worden sind. Dies hatte allerdings oftmals auch den Grund dass die Qualität deutlich schlechter geworden ist, beispielsweise im Fall der Power Play.&nbsp;</p> <p>Die sinkenden Absatzzahlen in den letzten Jahren sind mir natürlich nicht entgangen. Ich selbst bin als Leser weiterhin PC Games und M! Games treu geblieben, habe mich aber einige Ausgaben nach dem Weggang von Christian Schmidt schweren Herzens dazu entschieden die GameStar nicht mehr zu kaufen. Ich war primär unzufrieden mit dem Layout des vierten Heft-Relaunchs, der Wiederverwertung von Artikeln aus der Gamepro bzw. der immer schlechter gewordenen Papierqualität. Ich stimme dem Macher des Videos zu, dass sich das Magazin seit der letzten Ausgabe (Titelthema: Civilization: Beyond earth) zumindest inhaltlich wieder deutlich verbessert hat. Auch kompetente Neuzugänge wie zum Beispiel Andre Peschke sind meines Erachtens nach dafür &nbsp;verantwortlich.&nbsp;</p> <p>Allgemein hat sich mein Leseverhalten in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Trotz des Konsums von Magazinen lese ich auch regelmäßig online. Während ich mich früher auf die gesammelten Informationen in den neuen Magazinen freuen durfte und für das Lesen einer neuen Ausgabe Zeit einplanen musste, bin ich nun froh darüber diese Informationen häppchenweise online genießen zu dürfen. In den Magazinen lese ich dann bestimmte Artikel entweder überhaupt nicht oder nur oberflächlich, da ich mich zuvor bereits über die Webseite informiert habe.</p> <p>News und Videos haben für mich einen besonders hohen Stellenwert. Fundierte Artikel wie Reportagen würde ich hingegen lieber in einer Zeitschrift lesen. Allgemein tendiere ich dazu mir zuerst das Fazit und danach die Wertung anzusehen und nur wenn Interesse besteht den dazugehörigen Artikel zu lesen. Auch ein Video sehe ich mir nur an, wenn ein Spiel für mich interessant ist. In den 90ern habe ich noch jede Information aufgesaugt, nur um gut informiert zu sein. Diesen Wissensdurst habe ich nach all den Jahren nicht mehr, da es nicht so viel Neues auf diesem Gebiet zu entdecken gibt und ich auch nicht das Bedürfnis habe jedes Spiel genaustens kennen zu müssen. Der Fokus liegt nun auf altbewährten Spielen und solchen die mir neue interessante Erfahrungen vermitteln.&nbsp;</p> <p>Das Wertungssystem spielt für mich keine entscheidende Rolle. Früher war ich ein Freund 100er-Systems, wohlwissend dass die Genauigkeit nur suggeriert wird. Ich habe mir oft überlegt wie man es besser machen könnte, aber keine eindeutige Antwort darauf gefunden. Ich sehe das Wertungssystem eher als optionale Sache an. Ich weiß nicht ob ich es vermissen würde, wenn es komplett wegfallen würde. Sicherlich könnte man im Printbereich wertvollen Platz für weitere Informationen gewinnen, aber ob es sinnvoll ist, lässt sich meiner Meinung nach gegenwärtig nicht klar beantworten. Zumindest Pro und Contras am Schluß des Artikels und eine ungefähre Bewertung sollten enthalten sein. Auch die subjektive Meinung eines Testers würde ich gerne weiterhin lesen. Hilfreich wäre wohl auch ein einziger, fettgedruckter Satz der das Spiel treffend zusammenfasst.&nbsp;</p> <p>Wie müsste das Magazin der Zukunft aussehen, das ich gerne kaufen würde?</p> <p>In diesem Fall kann ich klar sagen dass ich eine Hochglanz-Optik wie man sie beispielsweise bei der M! Games findet bevorzugen würde. Videos und Vollversionen sollten ausschließlich über die dazugehörige Webseite angeboten werden, demnach wäre ich dafür die DVD weg zu rationalisieren. Dadurch ließe sich Geld sparen, das wiederum in besseres Papier investiert werden könnte (nehme ich einfach mal an, da ich kein Experte der Branche, sondern lediglich ein langjähriger Leser bin). In der heutigen Zeit hat schon fast jeder einen schnellen Internetzugang, weshalb ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand die Scheibe vermissen wird.&nbsp;</p> <p>Mehrseitige Artikel von guter Qualität wären wünschenswert, aber zu viel Text würde ich als störend empfinden. Ein goldener Mittelweg wäre wohl optimal. Ein Layout mit angemessen großen Screenshots und der künstlerisch wertvollen Darstellung von Artworks würde mir gut gefallen. Inhaltlich müsste man etwas anbieten, das im Kontrast zur Webseite steht (Mehr Reportagen, Essays etc.). Wichtig wäre es dennoch weiterhin alle Neuerscheinungen im Heft zu behandeln.&nbsp;</p> <p>Ich würde für ein solches Magazin mit angemessenem Heftumfang in etwa 10 € zahlen. Mehr dürfte es nicht kosten, da ich auch aufgrund des Preises damit aufgehört habe die englischsprachige Edge zu kaufen. Irgendwo gibt es dann doch Grenzen.</p> <p>Bevor ich zum Schluß komme möchte ich noch anmerken, dass ich neuen Formaten gegenüber durchaus aufgeschlossen bin. Gerne sehe ich mir Folgen von Game One an und ich finde auch die Aufbereitung neuer Webseiten und Zeitschriften (auch der im Video vorstellten WASD) teilweise nicht uninteressant.</p> <p>Man darf aber nicht vergessen, dass es Altbewährtes gibt, das von vielen Redakteuren im Laufe der letzten Jahrzehnte mühevoll geschaffen worden ist. Bestimmte Strukturen haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und sollten nicht komplett umgekrempelt werden. Das allein macht eine Sache nicht besser. Im Gegensatz dazu sollten es alteingesessene Formate nicht übersehen bestimmten Trends zu folgen, die oftmals frischen Wind in die Branche bringen.&nbsp;</p> <p>Aber ich glaube dass das teilweise bereits ganz gut funktioniert. Wenn man einen Blick auf die GameStar wirft, kann man beispielsweise erkennen dass alte Hasen und jüngere Redakteure gut zusammenarbeiten. Genauso sollte es meiner Meinung nach sein - ein Aspekt der aber durchaus noch verstärkt werden könnte. Ich möchte jedenfalls kein Magazin lesen, das sich ausschließlich an eine bestimmte Altersgruppe richtet.&nbsp;</p> <p>Zu guter Letzt ist es mir noch ein Anliegen zu betonen dass es wichtig ist ein positives Gesamtbild der Redaktion zu zeigen. All zu kritische und negative Kommentare bzw. Anspielungen auf die Konkurrenz machen eine Webseite oder ein Magazin für mich unsympathisch. Humorvolle und nette Redakteure sieht man lieber als solche die verbissen ihre Arbeit machen.&nbsp;</p> <p>Das ist meine Meinung zu diesem Thema. Da ich zwar nicht gänzlich unzufrieden mit der Entwicklung des Zeitschriftenmarktes für Spiele bin, aber dennoch bestimmte Änderungen herbeisehne, war es mir ein Bedürfnis mich dazu zu äußern.&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading--3"> <h4 id="pagination-heading--3" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Tue, 12 Aug 2014 13:38:19 +0000 Rainer Sigl 86 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Zombies und Gesellschaftskritik in Videospielen https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-zombies-und-gesellschaftskritik-videospielen <span>Games'n'Politics: Zombies und Gesellschaftskritik in Videospielen</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-07-28T18:11:02+02:00" title="Montag, 28 Juli 2014 - 18:11">Mo. 28 Jul 2014 - 18:11</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/6a0JRVcEDBs" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=6a0JRVcEDBs" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=6a0JRVcEDBs</a></div> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte zum Thema.&nbsp;</em></p> <p><span class="dc">7</span>.483 Tote“ heißt es in der oberen linken Ecke des Bildschirms. Durch das Bild fährt eine feuerspeiende Dampfwalze – Blut spritzt, die Zahl steigt. Moralische Bedenken gegen das Gemetzel muss man als Spieler von <em>Dead Rising 3</em>&nbsp;aber nicht haben. Denn die, deren Eingeweide sich vor einem verteilen, waren sowieso schon tot: Sie waren Zombies.</p> <p>Seit dem Jahr 2008 ist die Zahl der Zombie-Spiele sprunghaft gestiegen. Neben Shootern, in denen die Untoten als einfaches Kanonenfutter gelten, sind vor allem ernsthafte Survival-Spiele wie das noch im Alpha-Stadium befindliche <em>DayZ</em>&nbsp;populär. Darin erwacht der Spieler orientierungslos in einer post-apokalyptischen Welt: doch die Versorgung mit Nahrung und überlebenswichtigem Equipment ist einfach. Und auch die wenigen Zombies in dem 2013 veröffentlichten Spiel stellen eine beherrschbare Gefahr da. Einzig die anderen Spieler, die einem in dem Online-Spiel begegnen, sind nicht einzuschätzen: Oft wird erst geschossen und dann gesprochen. Damit kann <em>DayZ </em>eher als soziales Experiment angesehen werden denn als Zombie-Spiel. Die größte Bedrohung ist der Mensch – so wie es schon in den legendären Filmen des US-Regisseurs George A. Romero der Fall war.</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/196/dr3_ss_9.jpg" alt="1668" title width="760" height="217" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"></span></span></p> <p><span class="dc">D</span>och warum dieser Anstieg der Zombie-Spiele in den letzten Jahren? Ein Ansatz, die zunehmenden Auftritte von Untoten in den virtuellen Welten zu erklären, ist die Finanzkrise: Viele Menschen haben in der etwa 2007 beginnenden Krise alles verloren. Der Kapitalismus kann dabei als im Blutrausch befindlicher Zombie interpretiert werden. Die eigentlichen Verursacher, die für das Leid vieler Menschen verantwortlich sind, sind aber andere Menschen bzw. laut dieser Interpretation „Bänker“. Der gegebene Zustand – ob Zombie-Apokalypse oder Kapitalismus – stellt eine Gefahr dar, die Situation eskaliert aber erst durch Menschenhand.</p> <p>Die „Metapher Zombie“ kann aber noch anders interpretiert werden. So macht der Zombie-Forscher Frank Neumann darauf aufmerksam, dass die Untoten in Filmen vor allem nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA einen „Boom“ erleben. Die unsichtbare Bedrohung durch Terroristen, die als „Schläfer“ in der Gesellschaft leben und darauf warten zuzuschlagen könnte in der Darstellung von Zombies in Filmen gesehen werden. Sowieso können Untote in Unterhaltungsmedien als eine fremde und schwer zu definierende und unheimliche Gefahr für den Menschen interpretiert werden.</p> <p>Selbst Videospiele, in denen Zombies auf den ersten Blick als reine Wesen zum einfachen Abschuss vorkommen, wie etwa dem Zombie-Modus von <em>Call of Duty – Black Ops</em>&nbsp;von 2010, haben nach dieser Lesart eine politische Dimension, die in der Verteidigung der USA vor den Fremden besteht. Passenderweise gibt es in dem Spiel eine Mission, in der man das US-Verteidigungsministerium Pentagon vor dem Zombie-Einfall bewahren muss – von dem Ort geht in der Realität der US-„Krieg gegen den Terror“ aus. Auch Spiele in Comic-Optik, wie das kürzlich erschienene <em>Plants vs. Zombies – Garden Warfare</em>, können dementsprechend interpretiert werden: Der idyllische US-Vorgarten wird von marodierenden und todbringenden Wesen angegriffen.</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/196/di.jpg" alt="1669" title width="760" height="217" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"></span></span></p> <p><span class="dc">E</span>ine eindeutige Lesart der Untoten in Videospielen gibt es aber nicht – die Wissenschaft ist sich uneins. In der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift für Kulturwissenschaften“ gibt die Gesellschaftswissenschaftlerin Jeanette Ehrmann zumindest einen umfassenden Vorschlag für die Lesart des Zombies als Kapitalismuskritik:</p> <blockquote><p>„Der Zombie steht […] für die aktuellen Erscheinungen des Kapitalismus in Form neoliberaler Gouvernementalität und Subjektivierung, aus der aufgrund des eigenen Verstricktseins kein einfaches Entkommen möglich ist. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass der Kapitalismus nicht erst seit der Finanzkrise Untote produziert. Die Gewalt des Kapitalismus nahm ihren Beginn in der Versklavung und wurde im Experimentierfeld der Kolonien erprobt. Der Zombie als Metapher ist damit auch das Produkt einer kolonialrassistischen Moderne, die noch heute in einer geschlechtsspezifischen und rassistischen internationalen Arbeitsverteilung, in der Verschuldung des globalen Südens und gegenwärtigen Formen der Neoversklavung fortwirkt.“</p> </blockquote> <p>Ob als Folge von Terroranschlägen und der westlichen Angst vor etwas Fremdem oder als Kritik am wirtschaftlichen System: Zombies in haben in Unterhaltungsmedien wie Videospielen durchaus eine gesellschaftspolitische Dimension. Welche das ist, liegt in der Interpretation des Spielers. Manchmal wird diese Interpretation aber auch nicht tiefsinnig sein müssen: etwa im Fall von <em>Dead Rising 3</em>.</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-1319" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="https://www.youtube.com/user/FIRSTTENMINUTES1" class="username">SOMA</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Di. 29 Jul 2014 - 20:41</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1319#comment-1319" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1319#comment-1319" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Soweit ich weiß, sind ZOMBIES</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Soweit ich weiß, sind ZOMBIES als Antagonisten, Elemente der Populärkultur, dank der sog. MIDNIGHTMOVIES und dem dadurch öffentlich gemachten Werk NIGHT OF THE LIVING DEAD des Großzombiesators GEORGE A. ROMERO, auch als eine Antwort des Künstlers auf das Desinteresse oder sogar späterenTeilnahme der damaligen Amerikaner auf den beginnenden Vietnamkrieg zu deuten.</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1322" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><span class="username">Zia</span></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mi. 30 Jul 2014 - 15:20</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1322#comment-1322" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1322#comment-1322" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Ich glaube ja, dass es viel</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Ich glaube ja, dass es viel einfacher ist. Der Zombie steht nicht für den Kapitalismus, oder für den Vietnam-Krieg, oder sonst was, sondern ist ein Ventil für das subjektive Gefühl der nicht direkt zuordenbaren Bedrohung in der Bevölkerung. 2001 die Terroristen, seit 2008 die Angst vor Verarmung, und den damit verbundenen Konsequenzen. Nicht genau festmachbar, daher Ersatz-Symbol "Zombie".</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading--4"> <h4 id="pagination-heading--4" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Mon, 28 Jul 2014 16:11:02 +0000 Rainer Sigl 79 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Valiant Hearts, Verdun, Red Baron: Gaming the Great War (1/2) https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-valiant-hearts-verdun-red-baron-gaming-great-war-12 <span>Games'n'Politics: Valiant Hearts, Verdun, Red Baron: Gaming the Great War (1/2)</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-07-13T16:49:59+02:00" title="Sonntag, 13 Juli 2014 - 16:49">So. 13 Jul 2014 - 16:49</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p><em style="text-align: justify;"><br> </em></p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/GEMZojoY8Wg" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=GEMZojoY8Wg" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=GEMZojoY8Wg</a></div> <p></p> <p><em style="text-align: justify;">Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte zum Thema.&nbsp;</em></p> <p><span class="dc">D</span>er Erste Weltkrieg gilt vielen Historikern als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Rund 17 Millionen Menschen kamen in dem Krieg zu Tode. Erstmals wurde Giftgas eingesetzt und raffte tausende Soldaten nieder. Durch den großen Einsatz neu entwickelter Panzer und Kampfflugzeuge sowie von Maschinengewehren erfuhr der Konflikt eine umfangreiche Technisierung. Trotzdem findet der Erste Weltkrieg im Medium „Videospiel“ im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg kaum statt. Der Historiker Dr. Steffen Bender macht in seinem Buch „Virtuelles Erinnern – Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen“ darauf aufmerksam, dass es für Videospielentwickler schlicht unattraktiv sei den Ersten Weltkrieg als Spiel-Szenario zu nutzen weil Grabenkämpfe von Infanteristen und ihr sinnloses Sterben nicht dazu taugen, dem Spieler Spaß zu bieten. Zudem macht der Historiker darauf aufmerksam, dass es in dem Krieg kaum Fahrzeuge gegeben hätte – mit einer Ausnahme: Kampfflugzeuge.</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/202/rise-of-flight.jpg" alt="1636" title="Rise of Flight" width="760" height="428" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"><span class="image_title">Rise of Flight</span></span></span><span class="dc">I</span>m Luftkrieg war es nicht ganz so ein Abnutzungskrieg“, begründet der Kulturwissenschaftler Christian Huberts das große Vorkommen von Luftkampfspielen mit Erster-Weltkriegs-Setting. Er hat 2012 das Buch „<a href="http://www.amazon.de/Welt-Kriegs-Shooter-Computerspiele-Erinnerungsmedien/dp/3864880106">Welt|Kriegs|Shooter: Computerspiele als realistische Erinnerungsmedien</a>?“ mit-herausgegeben und sieht in Luftkampfspielen im Gegensatz zu Infanteriespielen eine gewisse Dynamik vorhanden: „Der Tötungsakt im Luftkrieg ist zudem nur abstrakt“, erklärt Huberts. Dies sei auch ein Grund dafür, dass selbst deutsche Soldaten wie der Kampfflieger Manfred von Richthofen alias „Der Rote Baron“ noch immer gefeiert würden – auch in Videospielen. Es gebe aber auch zunehmend Spiele, die sich dem Ersten Weltkrieg kritisch näherten. Als Beispiel dafür nennt der Berliner Kulturwissenschaftler das gerade erschiene&nbsp;<em>Valiant Hearts</em>&nbsp;vom französischen Hersteller UbiSoft.</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/202/valiant-hearts.jpg" alt="1637" title="Valiant Hearts" width="760" height="428" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"><span class="image_title">Valiant Hearts</span></span></span><span class="dc">I</span>n dem Spiel schlüpft der Spieler in die Rolle von Soldaten aus Frankreich, den USA und Deutschland, führt eine belgische Medizinstudentin durch den Krieg und bekommt dabei Unterstützung von einem Hund. Das im Comic-Stil daherkommende&nbsp;<em>Valiant Hearts</em>&nbsp;zeigt die Wirren des Krieges, das Leid der Soldaten in den Schützengräben und auch der Zivilbevölkerung, es ist kein Kriegsspiel, sondern ein Spiel über den Krieg. So kann der Spieler während des Spiels auch immer wieder reale Fakten über einzelne Begebenheiten im Weltkrieg abrufen und lernt so wie das Leben und Sterben im Schützengraben ablief.&nbsp;<em>(Anm.: Robert Glashüttners ausführlicher Artikel zu Valiant Hearts findet sich übrigens&nbsp;<a href="https://videogametourism.at/node/2000"><strong>hie</strong>r</a>.)</em></p> <p>Diese Behandlung des Krieges ist aber noch eine Ausnahme: Die Spiele, die den Ersten Weltkrieg ernsthaft thematisieren, kann man an einer Hand abzählen. „Die Nachfrage nach solch ernsten Spielen steigt allerdings und auch die Publisher reagieren“, erklärt Christian Huberts, warum es künftig wahrscheinlich mehr kriegskritische Spiele geben wird. Besonders der Indie-Bereich sei prädestiniert für solche Videospielprojekte. So bleibt zu hoffen, dass&nbsp;es zum Ersten Weltkrieg also demnächst noch mehr Spiele geben wird.</p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> Sun, 13 Jul 2014 14:49:59 +0000 Rainer Sigl 69 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Lizenzen in Spielen https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-lizenzen-spielen <span>Games'n'Politics: Lizenzen in Spielen</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-06-29T19:46:33+02:00" title="Sonntag, 29 Juni 2014 - 19:46">So. 29 Jun 2014 - 19:46</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/e_exRCOBEo4" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=e_exRCOBEo4" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=e_exRCOBEo4</a></div> <p><em>Michael Schulze von Glaßers Videoreihe&nbsp;<a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg" style="color: rgb(153, 153, 153); font-weight: bold;">"Games'n'Politics"</a>&nbsp;wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte zum Thema.&nbsp;Eine Langfassung des folgenden Artikels ist in der fünften Ausgabe <a href="http://wasd-magazin.de/">des Bookzines WASD erschienen</a> und wurde auch <a href="http://www.zeit.de/digital/games/2014-06/shooter-spieler-finanzieren-waffenhersteller/komplettansicht">von ZEIT-Online veröffentlicht</a>.</em></p> <p><span class="dc">S</span>chlechte Zeiten für die Fans der Marvel-Actionfigur „Spider-Man“: das kürzlich veröffentlichte Videospiel „The Amazing Spider-Man 2“ wurde von der Fachpresse zerrissen. Die „GameStar“ sprach von einer „schludrig produzierten Filmadaptionen“, die „PC Games“ von einer „herben Enttäuschung“ und auf der Website „Metacritic“ welches die Bewertungen vieler Fachmagazine summiert, kommt „The Amazing Spider-Man 2“ nur auf 53 von 100 möglichen Punkten. Auch das 2012 erschienene Vorgängerspiel brachte es nur auf niedrige Wertungen und bot wenig Spielspaß. Ganz anders ist es mit den letzten Videospielen zum DC-Superheld „Batman“: das 2011 erschienene „Batman: Arkham City“ brachte es auf „Metacritic“ zu 91 Punkten. Auch die Nachfolgespiele wurden von der Fachpresse gut bewertet.</p> <p>Der Umgang von Videospiel-Herstellern mit Lizenzen wie etwa denen der „Spider-Man“- und „Batman“-Comics ist sehr unterschiedlich. „Lizenz-Gurken“ sind keine Seltenheit und haben eine lange Geschichte. Leidtragende solcher Entwicklungen sind die Fans und Videospieler, die wegen oft exklusiver Vergaben von Lizenzen kaum Auswahl haben, wenn sie in die Rolle ihres Lieblings-Superhelden schlüpfen wollen.</p> <p>Das Problem rund um Lizenzen in Videospielen geht aber noch viel weiter und ist sehr komplex: wo in den virtuellen Fußball-Spielen der „Fifa“-Reihe des Herstellers „Electronic Arts“ etwa Spieler und Mannschaften mit Original-Namen vorkommen, gibt es in der konkurrierenden „Pro Evolution Soccer“-Reihe von „Konami“ teilweise Mannschaften mit Fantasie-Namen, dafür aber Original-Wettbewerbe wie die „UEFA Champions League“. Grund sind auch hier exklusiv vergebene Lizenzen. Anders sieht dies bei Spielen aus, in denen Autos dargestellt werden: Auto-Hersteller vergeben keine exklusiven Rechte, ihre Fahrzeuge in der virtuellen Welt darstellen zu dürfen, dafür sichern sie sich aber ein Mitspracherecht. So ist es in vielen Spielen wie etwa der „Need for Speed“-Reihe nicht möglich, Autos komplett zu zerstören – denn dies würde den Werbeeffekt für den Hersteller zunichtemachen. Selbst frontale Unfälle führen nur zu wenigen Beulen und Lackschäden an den Marken-Autos.</p> <div class="bright"> <p>Lizenzgebühren werden letztlich von den Verbrauchern finanziert - die so zum Teil auch die Waffenindustrie bezahlen.</p> </div> <p><span class="dc">S</span>piele wie „GTA V“, in denen auf Original-Lizenzen verzichtet wurde, in denen die dargestellten Autos aber an die Realität angelehnt sind, brauchen keine Rücksicht bei der Zerstörung der dargestellten Fahrzeuge nehmen – dementsprechend sind Autos in „GTA“ auch bis zur Unkenntlichkeit zerstörbar. In Militär-Shootern sind es wiederum Waffenhersteller, die teilweise Gebühren verlangen, wenn ihre „Produkte“ in der virtuellen Welt dargestellt werden sollen – refinanziert werden diese Lizenzgebühren letztlich von den Verbrauchern, die über ihren Kauf somit auch die Waffenindustrie finanzieren.</p> <p>Virtuelle Fußballspiele, die nicht alle Original-Spieler, Mannschaften und Wettbewerbe beinhalten, Auto-Spiele, in denen die realen Hersteller-Marken sogar die Immersion stören und Waffenproduzenten, die Lizenzgebühren einfordern und somit auch von Spielern finanziert werden: Lizenzen führen bei heutigen Videospielen zu allerlei Chaos, Störung des Spielerlebnisses und einer Finanzierung von Unternehmen, die Spieler vielleicht gar nicht mit ihrem Geld unterstützen möchten. Das Hauptproblem ist dabei mangelnde Transparenz: welche Lizenzvereinbarungen es gibt und wie sie aussehen, ist in den allermeisten Fällen unbekannt – alle Beteiligten schweigen.</p> <p>Und die zurückbleibenden Verbraucher müssen sich weiter mit Unbehagen durch schlechte Spiele wie „The Amazing Spider-Man 2“ hangeln, ohne zu wissen, ob jemals Besserung kommt.</p> <p><em>Ein Gastbeitrag von Michael Schulze von Glaßer</em></p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-1286" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="https://www.facebook.com/firsttenminutes" class="username">FTM</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mo. 30 Jun 2014 - 08:29</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1286#comment-1286" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1286#comment-1286" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Somit ist jede</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Somit ist jede Game-Spielemesse in weiterer Schritt zur militarisierten Zone ? Krass, daß Waffenhersteller Lizenzen an die Spielhersteller für das Benutzen von Virtuellen Waffenkopien vergeben können und auch dafür noch Geld bezahlt bekommen. Das finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich Scheiße!</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading--5"> <h4 id="pagination-heading--5" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Sun, 29 Jun 2014 17:46:33 +0000 Rainer Sigl 106 at https://videogametourism.at Games'n'Politics: Watch_Dogs - Überwachung & Sexismus https://videogametourism.at/content/gamesnpolitics-watchdogs-ueberwachung-sexismus <span>Games'n'Politics: Watch_Dogs - Überwachung &amp; Sexismus</span> <span><a title="Benutzerprofil anzeigen." href="https://videogametourism.at/users/rainer-sigl" class="username">Rainer Sigl</a></span> <span><time datetime="2014-06-04T13:46:46+02:00" title="Mittwoch, 4 Juni 2014 - 13:46">Mi. 4 Jun 2014 - 13:46</time> </span> <div class="field field--name-body field--type-text-with-summary field--label-hidden field__item"><p> </p><div class="embed-consent" data-provider="youtube" data-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/c8QL_AJH2eo" style="aspect-ratio:780/464"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=c8QL_AJH2eo" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=c8QL_AJH2eo</a></div> <p><em>Michael Schulze von Glaßers tolle Videoreihe <a href="https://www.youtube.com/channel/UCMw0ZqHJ7QCJgFGsOseDYNg">"Games'n'Politics"</a> wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Anlässlich der aktuellen Ausgabe ergänzt Michael ab sofort exklusiv für VGT seine Videoserie hier um erweiternde Texte zum Thema.&nbsp;</em><i><strong>Spoiler-Warnung</strong> für Text und Video!</i></p> <p><span class="dc">A</span>uf dem Release-Event für UbiSofts neues Open-World Spiel WatchDogs in der Arena Wien hatte es sich schon angekündigt, als der Moderator mit seiner von ihm „Baby“ genannten Begleitung auf der Toilette verschwand und daraufhin Bilder ihrer Kopulation in die Location ausgestrahlt wurden: in <em>WatchDogs </em>geht es nicht nur um Überwachung, sondern auch um Frauen. Später soll „Baby“ wegen „ungebührlichen Verhaltens“ von einem Polizisten abgeführt worden sein, ihr Partner blieb unbehelligt – <a href="http://glamgeekgirl.net/2014/05/event-review/nutten-bier-und-burger-das-gamer-herz-begehrt/#.U47wUnbPBZI">so berichtet zumindest Almud Auner</a> über das Schauspiel.</p> <p>Auch in UbiSofts-Spiel kommen Frauen nicht gut weg: <em>WatchDogs</em> versetzt den Spieler in ein herbstliches Chicago, dass mithilfe eines Computernetzwerk mit der Bezeichnung „Central Operating System“ (CtOS) gesteuert wird – der Spieler kämpft dabei aber weniger gegen die allumfassende Überwachung als vielmehr um seine Frauen. Das CtOS hat den Mord des Bürgermeisters an einer Frau aufgezeichnet (Opfer!). Ein Inhaber des Netzwerks ist im Besitz des Videos und erpresst den Politiker damit. Als die Figur des Spielers – der Hacker Aiden Pearce – bei einem Auftrag zufällig auf den Server mit dem Video zugreift, wird er zur Zielscheibe des CtOS-Inhabers: er fürchtet um sein Druckmittel gegen den Politiker – dabei wollte Pearce das Video gar nicht (und hat es bei dem missglückten Auftrag auch nicht bekommen).</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/196/watchdogs-frauen-1.jpg" alt="1602" title width="760" height="428" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"></span></span></p> <p><span class="dc">U</span>m ihn einzuschüchtern soll dennoch ein Anschlag auf Pearce verübt werden. Dabei kommt die sechsjährige Nichte des Hackers ums Leben (Opfer!). Pearce sinnt nach Rache – das zentrale Motiv in der gesamten Story-Kampagne. Allerdings muss er sich zunächst anderen Problem widmen: seine kleine Schwester wird von einem ehemaligen Hacker-Kollegen entführt (Opfer!) – man muss sie finden und befreien. Dabei hilft eine junge Hackerin, die sich – so bahnt es sich an – während des Spielverlaufs in Pearce verliebt. Allerdings kommt auch heraus, dass sie die Figur des Spielers, bevor sie ihn kannte, schonmal an seine Feinde verraten hat – dies nun aber bereut. Pearce verzeiht ihr, doch bevor er der Hackerin dies mitteilen kann, wird sie vor den Augen der Spielfigur von feindlichen Hackern erschossen (Opfer!).</p> <p>Daneben geht es in<em> WatchDogs</em> auch noch um einen Frauenhändler-Ring: Die Chicagoer Elite entführt junge Frauen, um diese bei Auktionen zu verkaufen (Opfer!).</p> <p><span class="wysiwyg_imageupload image imgupl_floating_left "><img src="https://videogametourism.at/sites/default/files/imagecache/Ganze_Breite/images/196/watchdogs-frauen-2.jpg" alt="1603" title width="760" height="428" class="imagecache wysiwyg_imageupload imagecache imagecache-Ganze_Breite" style> <span class="image_meta"></span></span></p> <p><span class="dc">I</span>n <em>WatchDogs</em> sind Frauen das zentrale Handlungsmotiv: Spielfigur Aiden Pearce will den Mord des Bürgermeisters aufklären, seine Nichte rächen, seine Schwester retten, die Hackerin beschützen und die Frauen von den Menschenhändlern befreien. Wie das <a href="http://www.pastemagazine.com/articles/2014/05/in-watch-dogs-women-are-victims-and-plot-points.html">US-Magazin „Paste“ zutreffend schrieb</a>, werden dem Spieler die Frauen wie eine Karotte vor die Nase gehalten, um die Story-Kampagne voranzutreiben. Während Männer im Spiel mit Waffen hantieren, kämpfen und auch schon mal zu den „Bösen“ gehören, werden Frauen als harmlose und hilflose Wesen, die Schutz brauchen, charakterisiert. So stößt der Spieler bei seinen unzähligen Gefechten mit Banden, Sicherheitsleuten und der Polizei auch auf keine einzige gegnerische Frau.</p> <p>Als hätte es den Aufschrei um und die Videos von der kanadischen Gamerin und Feministin Anita Sarkeesian über sexistische Darstellungen in Videospielen in den letzten Jahren nicht gegeben, wird dem Spieler in <em>WatchDogs</em> eine Story präsentiert, die durch ihre sexistische Darstellung von Frauen an das fast dreißig Jahre alte <em>Super Mario Bros</em> heranreicht. In diesem Punkt ist <em>WatchDogs</em> ein überraschender Rückschritt bei der Entwicklung der Videospiele.</p> <p><em>Gastbeitrag von Michael Schulze von Glaßer.</em></p> </div> <div class="field field--name-field-tags field--terms"> <ul class="terms"> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gamesnpolitics" hreflang="de">Games'n'Politics</a></li> <li class="terms__item"><a href="https://videogametourism.at/tags/gastautoren" hreflang="de">Gastautoren</a></li> </ul> </div> <section class="comments"> <h2 class="comments__title">Kommentare</h2> <div class="comments__list"><article data-comment-user-id="0" id="comment-1271" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="http://www.almrausch.wordpress.com" class="username">Jürgen Mayer</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 6 Jun 2014 - 00:00</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1271#comment-1271" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1271#comment-1271" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Mich stört schon die</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>Mich stört schon die Situation mit seiner Schwester Nicole. Diese wird dermaßen auf eine "Erziehungs"rolle reduziert, dass mir das Ganze sogar weit hinter Henrik Ibsen zurückzufallen scheint. Er hat ja noch einen lebenden, durch die Ereignisse traumatisierten, Neffen um den sie sich kümmern "soll", doch er auch könnte. Nur während er auf seinem virilen Rachefeldzug ist bleibt das allein ihr überlassen: eine Racheoption die er sich aber auch nur als legitim einbildet. Ich bin zwar noch ganz am Anfang, aber diese Rache ist für mich doch bereits deutlich als Selbstlüge erkennbar, denn im Grunde ist er ja selber am Tod der Nichte Schuld. Weil er sich von Anfang an, also lange vor der Spielhandlung, in diesem kriminellen Milieu aufgehalten hat. Und Clara ist wohl so eine passivisierte Stieg-Larsson-Abkupferung, wie sie etwa auch in der jüngsten Inkarnation dieser Fernsehserie "24" offenbar auftritt...</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1272" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="http://almrausch.wordpress.de/2014/06/06/weiterer-versuch-eines-kommentars-zu-watch-dogs/" class="username">Weiterer Versuch eines Kommentars zu &amp;amp;#8220;Watch Dogs&amp;a</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Fr. 6 Jun 2014 - 00:45</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1272#comment-1272" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1272#comment-1272" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Pingback</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>[...] &amp;#8220;Ersteindrücke&amp;#8221; ist es zwar noch zu früh, dennoch habe ich mir eine neuerliche Anmerkung erlaubt: &amp;#8216;Mich stört schon die Situation mit seiner Schwester Nicole. Diese wird dermaßen auf eine [...]</p> </div> </div> </article> <article data-comment-user-id="0" id="comment-1284" class="comment js-comment"> <mark class="hidden" data-comment-user-id="0"></mark> <header class="comment__meta"> <span class="comment__author"><a rel="nofollow" href="http://rebell.at/artikel/watch_dogs-im-test" class="username">Watch_Dogs im Test: Es ist gut, aber da geht noch mehr</a></span> <span class="node__sep" aria-hidden="true">·</span> <span class="comment__date">Mo. 23 Jun 2014 - 13:36</span> <a href="https://videogametourism.at/comment/1284#comment-1284" hreflang="und">Permalink</a> </header> <div class="comment__content prose-content"> <h3 class="comment__title"><a href="https://videogametourism.at/comment/1284#comment-1284" class="permalink" rel="bookmark" hreflang="und">Pingback</a></h3> <div class="field field--name-comment-body field--type-text-long field--label-hidden field__item"><p>[...] anscheinend nur ein Randthema. Dass man einen großen Teil des Spiels mit den Klischees verbringt, tote Mädchen und entführte Frauen zu rächen (Anita Sarkeesians &amp;#8220;Jungfrau in Not&amp;#8220;-Videos hat bei Ubisoft wohl niemand gesehen), ist [...]</p> </div> </div> </article> <nav class="pager py-4" role="navigation" aria-labelledby="pagination-heading--6"> <h4 id="pagination-heading--6" class="visually-hidden">Seitennummerierung</h4> <ul class="pager__items js-pager__items list-none flex justify-center gap-1"> <li class="pager__item pager__item--first"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur ersten Seite"> <span class="visually-hidden">Erste Seite</span> <span aria-hidden="true">« Erste</span> </a> </li> <li class="pager__item pager__item--previous"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Zur vorherigen Seite" rel="prev"> <span class="visually-hidden">Vorherige Seite</span> <span aria-hidden="true">‹ Zurück</span> </a> </li> <li class="pager__item"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=0" title="Gehe zu Seite 1"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>1</a> </li> <li class="pager__item is-active [&amp;_a]:bg-black/10"> <a class="inline-block py-1 px-2 border rounded no-underline hover:bg-black/10 transition-colors duration-200" href="https://videogametourism.at/taxonomy/term/171/feed?page=1" title="Aktuelle Seite" aria-current="page"> <span class="visually-hidden"> Seite </span>2</a> </li> </ul> </nav> </div> </section> Wed, 04 Jun 2014 11:46:46 +0000 Rainer Sigl 102 at https://videogametourism.at