GamerGate: Gamification & Propaganda

GamerGate ist inzwischen auch eine Propagandaschlacht - und wie jede Propaganda richtet sie sich an die "eigene" Bevölkerung. Durchhalteparolen, Bilder des "Feindes" und Appelle an die Moral vermischen sich zu einem faszinierenden Bild einer sehr lebendigen Subkultur. Im Folgenden eine Bildstrecke - großteils gesammelt von Twitter-User @SJWIlluminati . Interessant ist auch dieser Text zur "Gamification" des Konflikts, und dieser - leider (noch?) sehr unvollständige - Tumblr, der die GG-Propaganda in einen Kontext stellen möchte. Ohne weitere Worte: GamerGate, von innen - zumindest ein Teil davon.


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Kommentare

Ein paar Bilder fand ich witzig. Wieviel Wahrheit in den Memes steckt, kann ich nicht beurteilen, aber zumindest die untere Hälfte von "Oppression then / Oppression now" scheint mir nicht komplett daneben zu liegen.

Danke für's posten!

facepalm

Entschuldige, dass ich die Sache nicht so Ernst nehme wie Du, aber es sind nun mal Jugendliche, die Angst um ihre (Computer-)Spielwiese haben. Da kann nichts Anderes als GamerGate rauskommen.

Die Drohungen gegen Personen sind ein Fall für die Polizei. Der Rest klärt sich von selbst, wenn die GamerGater älter werden.

Erstens bezog sich mein Facepalm auf deine Ansage, dass der "Oppression"-Cartoon, der IMHO der tatsächlich schlimmste, menschenverachtendste und perfideste Müll in dieser Gala ist, "nicht komplett daneben" liegt - und das diskutier ich jetzt nicht aus, wenn du das Problematische dran nicht siehst, denk mal drüber nach, warum.
Zweitens glaub ich kaum, dass das "alles Kids" sind. Und der Riss, der jetzt quer durchgeht, wird nicht verschwinden. Aber wahrscheinlich ist das auch ganz gut, dann kann sich der Teil, der sich unironisch mit den Messages auf diesen Plakaten identifiziert, auf seinen eigenen Seiten rumtreiben und den Rest in Ruhe lassen.

> Erstens bezog sich mein Facepalm auf deine Ansage, dass der "Oppression"-Cartoon, der IMHO der tatsächlich schlimmste, menschenverachtendste und perfideste Müll in dieser Gala ist, "nicht komplett daneben" liegt - und das diskutier ich jetzt nicht aus, wenn du das Problematische dran nicht siehst, denk mal drüber nach, warum.

Na das sollte ich eventuell noch mal erklären. Mein Kommentar bezog sich nur auf die _untere_ Hälfte, aber nicht auf den gesamten Cartoon oder dessen Aussage. Die Aussage des gesamten Cartoons teile ich nicht.

Vor einiger Zeit kursierte eine Theorie über vom Hersteller manipulierte Saal-Mikrophone, die Frequenzen weiblicher Stimmen schlechter aufnehmen, sodass Sprecherinnen schwerer zu verstehen sind und ihre Ansichten nicht vertreten können. Der untere Teil des Cartoons erinnerte mich an diese blödsinnige Episode.

Ich hab keine Ahnung, worauf du hinauswillst, aber der untere Teil sagt wohl, dass Feminsitinnen zu Unrecht Unterdrückung anprangern, obwohl sie keine erfahren. Das finde ich als Pointe in einer Welt, in der jedes dritte Mädchen missbraucht wird http://www.missbrauch-opfer.info/main.asp?IDS=37 , wo Street Harassment normal ist, wo Frauen in manchen Ländern nicht einmal Autofahren dürfen und wo sie überall ein Drittel weniger verdienen als Männer eine bodenlose Frechheit.

Rainer, wenn du mit Zahlen punkten möchtest, nimm doch solche, die nicht von zwielichtigen Seiten ohne Impressum stammen.

http://florianschmitt.org/blog/das-sexistische-netz/

http://www.slate.com/articles/double_x/doublex/2013/08/gender_pay_gap_th...

http://fff.org/explore-freedom/article/the-big-lie-of-a-rape-culture/

http://asemann.de/?p=761

etcetera etcetera

Wenn man will, muss man auf falsche Zahlen und anderen Blödsinn nicht hereinfallen. Man muss eben nur den Blick über den Tellerrand heben. :)

Ach, weißt du was, dieses Spiel ist langweilig. Du sitzt in deinem Sandschlösschen, in dem die bösen Feministen die Welt mit Lügen und infamer Manipulation unterwandern, um die armen Männer durch Böswilligkeit zu unterdrücken und glaubst jetzt, ich erschauere in Ehrfurcht, weil du ein paar Artikelchen samt Statistiken aus dem Hut zauberst.
Gut, okay, dann scheiß ich dich auch mal mit Links zu, nur willkürlich, um zu demonstrieren, dass deine herablassende Argumentation nicht mal einen feuchten Furz wert ist.
http://www.newrepublic.com/article/117550/gender-pay-gap-and-77-cents-cl...
http://cornellsun.com/blog/2014/04/18/letter-to-the-editor-the-danger-of...
http://de.wikipedia.org/wiki/Backlash
http://jezebel.com/rape-and-death-threats-what-mens-rights-activists-rea...

"Wenn man will, muss man auf falsche Zahlen und Blödsinn nicht reinfallen." Stimmt, wie man an dir sieht, kann man sich den eigenen Blödsinn hübsch mit der Unterstützung anderer armer unterdrückter Männchen zusammenstoppeln, die eigentlich alle so Alpha wären, wenn sie die bösen, bösen Weiber nicht mit fiesen Tricks dauernd fertigmachen würden.
Mit noch anderen Worten: Du bist Teil einer Idiotenbande, die wehleidig und schwanzlos voller kindischem Zorn glauben, dass ihnen etwas gehört, was jetzt jemand anderer hat. Das ist sowas von jämmerlich und ein derart grauenvoller Disconnect zu eurem übersteigerten, aufgeblasenen Selbstbild, dass euch garantiert die Birne wegflöge, wenn ihr nicht als Ausgleich die bösen Weiber hättet, die an allem schuld sind.

Es ist ein jämmerliches Schauspiel. Vielen Dank für diesen Einblick, in diesem Kontext. Ehrlich, ich hab was gelernt. Und gelacht. Und ein bisschen traurig hat es mich auch gemacht. Aber nicht sehr, denn leid tun könnt ihr mich nicht, dafür verursacht das Ausleben eurer Komplexe zu viel Schaden.

In jedem Kommentar legst Du mir etwas in den Mund, das ich nie geschrieben habe. Ich denke, ich hab meine Punkte ausreichend dargelegt. Wenn Du mich unbedingt missverstehen und beleidigen willst, dann mach halt.

WTF? ich habe dich nicht beleidigt, ich habe dich nicht verstanden. du meinst, "die untere Hälfte von "Oppression then / Oppression now" scheint mir nicht komplett daneben zu liegen." Wie soll ich das bitte interpretieren?

Warum weisen einige dieser Werke eigentlich die typische Symbolsprache des Antisemitismus auf? Das wird ja immer abstruser.

@Zimba:
Weil diese Bilder auf der Grundlage antisemitischer Karikaturen aus neonazistischen Medien erstellt wurden:
http://wehuntedthemammoth.com/2014/11/02/why-are-gamergaters-so-quick-to...

Die Hasskampagnen gegen Anita Sarkeesian haben schon von anfang an mit Antisemitismus gespielt und behauptet, sie sei Jüdin (was nicht stimmt und ja eh völlig unerheblich ist).

Dein Jezebel-Link hat mich gerade was anderes bemerken lassen. Das "Oppression then - Oppression now"-Bild verrät nicht nur einiges über das völlig verquere Selbstbild der GG, sondern auch über die engen Verbindungen von GG und den Männerrechtlern. Die unten abgebildete keifende Frau ist eine Karikatur einer Feministin, die bei einer Gegendemo gegen MRA versucht, einige Argumente zu bringen, aber dauernd unterbrochen wird und einigermassen genervt reagiert (Video ist im Artikel).

Ansonsten kann man nur über die völlige Verblendung und fehlende Selbstwahrnehmung den Kopf schütteln. Sich selbst als Opfer darstellen, aber Nazipropaganda übelster Sorte benutzen...
Irgendwann wird irgendwo einer der GG-Idioten einen anderen GG-Idioten in einem Thread die entscheidende Frage stellen: "Hans...are we the baddies?"
http://www.youtube.com/watch?v=VImnpErdDzA

Nazipropaganda? Wo siehst du da Nazipropaganda? Ich sehe 3 Bilder die Antisemetismus enthalten, ja, aber das ist jetzt nicht exklusiv Nationalsozialismus. Faktisch ist eins davon direkt aus dem Kommunismus entlehnt.
Und der Rest ist von überall zusammengeklaubt und ich sehe nicht wirklich die Schwierigkeit darin, sondern eine breite Anlehnung an die Propaganda die in Videospielen zu finden ist.
Ich sehe nur mal wieder das Ablenkungsmanöver von Anti-GG. Wie es sich hier durch alle Artikel über das Thema zieht. GG wird lächerlich gemacht, diskreditiert und der Schmutzkübel wird kräftig eingesetzt. Wird aber nur an einer Stelle mit jemanden von der Gegenseite geredet? Wird irgendwo auf Argumente eingegangen? Wird irgendwo was außerhalb des eigenen Dunstkreises behandelt? Nein. Wie immer bei Anti-GG.

Denn man könnte auch über die positiven Dinge reden die GG schon gemacht hat. Wie die Unterstützung der Fine Young Kapitalist für mehr Frauen in der Videospielindustrie mit über 20k $. Oder einem noch laufenden Projekt gegen Bullying mit jetzt schon 17k $. Oder einem noch laufenden Projekt für die amerikanische Gesellschaft zur Verhinderung von Selbstmorden mit 5,5k $ bisher.
Man könnte natürlich dann auch auf dem Niveau wie hier runter kommen und so diskutieren.
Wenn man auf dem Niveau wie hier diskutieren möchte, dann könnte man auch Beispiele von Anti-GG bringen. Wie Denton (Chef von Gawker Medias) z.B. Hitler als besten Politiker überhaupt darstellt und den Holocaust leugnet, da es ja noch Juden gibt. Wie Jezebel (ja das was der angebliche Frauenfreund Rainer hier gerade so willentlich verwendet) Nacktfotos von Frauen ins Netz verbreitet, ohne deren Zustimmung. Wie Lightening action (eine Feministin in den Reihen von Anti-GG) sagt, dass alle Frauen die GG unterstützen wie die Hausneger in der amerikanischen Sklaverei sind. Wie Andrew Atkinson schrieb das wenn Gamer eine Rasse sind, dann sollte es einen neuen Holocaust geben. Und so weiter.
Diesen Mist gibt es auf beiden Seiten. Die Todesdrohungen gibt es auf beiden Seiten. Und die Propaganda gibt es auf beiden Seiten.
Ich kann mich daher nur boogie2988 und Total Biscuit anschließen und schreiben, dass wir mit dem gegenseitigen Beschuldigen und dem Hass endlich aufhören müssen und endlich an einen Tisch kommen sollten und reden. Denn wie es auch Liana Kerzner, eine vollkommen neutrale Videospieljournalistin, sagt: Diese Sache, GamerGate, ist eine notwendige Sache. Die Ethik im Videospieljournalismus IST ein gewaltiges Problem. Das Leute ihre eigne Agenda als Fakt präsentieren IST ein Problem. Das Leute Dinge wie Metacritic nutzen um Freunden Geld zuzuschatzen oder ihre Politik durchzubringen IST ein Problem. Und das der Videospieljournalismus seine eigene Kundschaft hasst (wie sie mit den "Gamers are dead" Artikel eindrucksvoll bewiesen haben) IST ein riesiges Problem.
All das MUSS behandelt werden. Nur wird es das nicht, wenn man sich ständig wie Rainer und FM4 hinter den Beleidigungen die gemacht wurden versteckt.

eigentlich echt keinen Bock mehr auf diese Scheindiskussion. Klar ist das Nazipropaganda. Ich hab weiter oben den Link gesetzt, der zeigt, dass die Originale hinter den beiden Karikaturen aus neonazistischen Medien stammen. Und jetzt wirst Du behaupten, dass das noch lange nicht heisst, dass die Karikaturen antisemitisch gemeint sind, und ich werde entgegnen, dass das sehr wohl der Fall ist und bloss weil Gamergater denken, sie können sich aus allem, was an Scheisse so im Netz rumkreucht, konsequenzlos bedienen, heisst das noch lange nicht, dass sie sich am Ende wundern müssen, wenn Leute siefür Antisemiten und Nazis halten, weil sie meinten, es sei ne gute Idee, Anita Sarkeesian wegen ihrer angeblichen "Gier" mit der antisemitischen Karikatur eines Juden gleichzusetzen. Und ja, einige haben auch wörtlich behauptet, sie sei Jüdin und tatsächlich antisemitisch argumentiert.

Und dass Du meinst, wenn Du irgendwelche anderen Leute mit Dreck bewirfst, gleicht das die "beiden Seiten" irgendwie aus, sagt mehr über Dich als über diese Leute. Ich kenn die nicht, ich hab noch von diesem Scheiss gehört und es ist mir auch egal. Gawker ist nicht mein Medium, und Jezebel ist nicht das Zentralorgan des Feminismus (Und hey, Deine Kritik an Jezebel wäre so ziemlich das einzige in Deinem Post, an dem ich Dir zustimme. Aber nur weil Rainer auf einen Artikel von denen verlinkt, trägt er noch lange nicht deren gesamte Redaktionspolitik mit. Bei dem Link gings ums Thema, nicht den Autor).
Selbst wenn alle diese Aussagen stimmen, dann sind sie eklig und antisemitisch und rassistisch, aber sie sind immer noch nicht vergleichbar mit konkreten Todes- und Vergewaltigungsdrohungen und Stalkin gegenüber Einzelpersonen und deren Familien, die sie aus dem Haus treiben.

Der Witz ist doch, dass genau die Medien, die in der Vergangenheit über Korruption in der Industrie gesprochen haben, von Gamergate angegriffen werden. Ja, eine Diskussion über Ethik ist durchaus notwendig, aber Gamergater reden nicht über den Bundeswehrstand auf der Gamescom oder die Tatsache, dass einzelne AAA-Firmen Journalisten per Bus rankarren, damit sie einen gerenderten Trailer für den nächsten beschissenen Shooter abfeiern. Das macht Michael Schulze von Glasser, unter anderem hier auf diesem Blog. Gamergater meinen, eine Frau, die umsonst ein Indiespiel anbietet, dass ein bisschen Empathie erfordert, und eine andere Frau, die youtube-Videos produziert, seien unethisch. Das hier ist der Eintrag in der Gamergate-Wiki über Ethics:
http://wiki.gamergate.me/index.php/Corruption

Zwei Beispiele, von denen eine Person keinerlei finanziellen Profit mit ihrem Spiel gemacht hat. Das ist ein Witz. Der Einzige, der entfernt mit Gamergate zu tun hat und ernsthaft was über Korruption in der Industrie beigetragen hat, ist Total Biscuit und Kudos to him. Aber die Ethikdiskussion kann nur ausserhalb Gamergate geführt werden, denn dort gehts am Ende des Tages um Misogynie, nichts anderes.

Soll heissen: ja, gerne eine Diskussion über Ethik. Aber nicht unter Euren Bedingungen.

Wieso sollte ich sagen, dass das nicht Antisemitisch ist, wenn ich oben schrieb, dass es Antisemitisch ist?
Und sorry, aber es gab auch Todesdrohungen gegen Mitglieder von GamerGate. Boogie2289 musste sein Haus verlassen, weil seine Adresse zusammen mit Todesdrohungen gepostet wurden. Sogar ein neutraler Reporter wie David Pakman, der nur Leute von GamerGate interviewed hat wurde von Anti-GG angegriffen. Zu manchen Personen wurden Messer oder Spritzen mit unbekannten Inhalt nach Hause geschickt.
Nur nochmal: Das ist alles auf beiden Seiten und ich sehe darin nicht den Wert für die Diskussion. Daher weiß ich nicht warum du dich daran so aufhängst und klammerst.
Und nochmal sorry, aber Polygon, Gamasutra oder Gawker haben in der Vergangenheit niemals Ethik in Videospielen angesprochen. The Escapist hat und wird von GamerGate unterstützt. Tech Raptor hat und wird unterstützt. Total Biscuit hat und wird unterstützt.
Zu Zoe Quinn: Sie hat über 7000$ auf Patreon mit ihrem Spiel gemacht. Tut mir Leid aber das ist nicht nichts. Sie hat einen Preis inkl. Preisgeld gewonnen und das ziemlich wahrscheinlich durch Manipulation der Jury. Das ist nicht egal. Und nein, Depression Quest erfordert keinerlei Emphatie. Es ist einfach nur schlecht, was auch nicht korrupte Journalisten so schrieben. Es kann den Punkt der Depression nicht wirklich rüberbringen und verharmlost ihn eigentlich sogar.
Zu Anita: Und wo steht Anita in deinem verlinkten Bereich? Richtig, nirgends. Denn es geht nicht um sie. Sie hat sich selbst in die Diskussion gebracht indem sie behauptet hat ihre Todesdrohungen wären von GamerGate gekommen, wofür es keinen Beweis gibt (Im Gegenteil, denn GamerGate hat einen davon mittlerweile gefunden und auch der Polizei gemeldet). Sie hat sich selbst in die Diskussion gebracht indem sie aktiv den Hashtag #StopGamerGate2014 unterstützt hat und bösartige Tweets losgeschickt hat.
Ansonsten wäre sie nie thematisiert worden und wie du selbst verlinkt hast geht es bei ihr nicht um Korruption.
Zu Misogynie: Okay ich frage dich jetzt mal, wie Total Biscuit auch alle Leute die so harsch gegen GamerGate sind wie du gefragt hat: Wenn es ernsthaft um Misogynie und eine Kampagne gegen Frauen ginge, warum sollte man dann nur 2 komplett unbedeutende Indieentwicklerinnen und eine selbsternannte "Popkulturkritikerin" mit schrumpfender Reichweite und Relevanz angreifen? Warum nicht wirklich wichtige Frauen in der Videospielindustrie?
Ich erweitere die Frage noch: Warum sollte man in Angela Night, Caroline Kitchens oder Liana Kerzner Unterstützung finden? Warum sollte man dann zulassen das Leute wie Jennie Bharaj, Christnna Hoff Sommers oder Sithlord Sabrina zu den Köpfen und Stimmen von GamerGate werden? Warum sollte man die Fine Young Capitalist darin unterstützen mehr Frauen in die Videospielindustrie zu bringen?
Warum sollte man das alles tun, wenn es eigentlich um Misogynie geht?

und ich hab besseres zu tun, aber here goes:

ich werde Dir jetzt nicht die links raussuchen, Kotaku (zu Gawker gehörend) berichtet schon seit Jahren transparent über solche Dinge, u.a. Doritogate und viele Artikel über die alltägliche Praxis in der Industrie. Polygon hat ne ethics policy und macht in jeder review transparent, wie sie das Spiel bekommen haben. RPS hat mehrfach schon solche Dinge als Thema gehabt, und alle haben ausführlich über die youtube-Deals berichtet (auch wenn sie nicht die Originalrecherche gemacht haben).

7000 Dollar für die Entwicklung eines Spiels sind kein Profit. Hast Du schon mal ein Budget von innen gesehn? Und lustigerweise kriegen Aurini und Owen, die bisher 18 000 über Patreon gekriegt haben und unterirdische Webcamrants auf youtube abliefern, keine Todesdrohungen. Selbst die pöhsen Feministen lachen sich nur kaputt über diese Clowns. Und die Qualität eines Spiels ist halt einfach Ansichtssache, ich finde CoD, Battlefield und andere AAA-Shooter scheisse und langweilig. Wenn Gamergate will, dass Spiele als Kunstform ernstgenommen werden wollen, können sie sich nicht auf "objektive" Qualitätskriterien berufen. Und wenn Du über Kickstarter und Patreon Leuten Geld schenkst, kannst Du Dich nicht beschweren, wenn das Ergebnis nicht nach Deinem Geschmack ausfällt. Das gilt für alle Spiele (ich warte ja bloss auf das Geheule, wenn Star Citizen nicht dem Hype entsprechen sollte - was ich nicht hoffe, aber befürchte).

Du kannst ausserdem noch so viele Frauen aufführen, die Gamergate unterstützen. Das hat mit der Misogynie nichts, aber auch gar nichts zu tun, und sagt auch mehr über die Denkweise von Gamergate aus als über den Vorwurf. Hoff Sommers ist eine Antifeministin, wie sie im Buch steht - und lustigerweise, im Gegensatz zu Sarkeesian, hat sie nichts, aber auch gar nix mit Videospielen am Hut, sondern nutzt bloss den Hype, um ihre halbgaren Thesen zu verbreiten. Auch MRAs haben ein paar Frauen, die sie vorschicken, wenn ihnen der Vorwurf gemacht wird. Die Misogynie ist aber ein inhaltlicher Vorwurf, und die Tatsache, dass Frauen als Schutzschilde dagegen aufgefahren werden, zeigt, dass Gamergate in identitären Kategorien denkt (Sie ist ne Frau, da kann sie keine frauenfeindlichen Inhalte vertreten) - lustigerweise genau der Vorwurf, den sie Feministen machen. Das ist wie in den Achtzigern, als britische Feministen ernsthaft zu hören kriegten, was sie denn wollten, Thatcher sei doch eine Frau.

Okay, jetzt gehst du langsam wirklich #fullmcintosh.
Zu Kotaku: Ja, toll. Sie haben über die Doritosache berichtet. Das hat jeder. Das macht sie nicht speziell.
Zu Polygon: Falsch. Patricia Hernandez hat z.B. ein Spiel von Christine Love positiv hervorgehoben und erst nachdem einige Leute das aufgedeckt haben zugegeben dass sie Befreundet und alte Zimmergenossen waren. Außerdem ist die alte Polygon Policy (vor GG) ein Witz. Sie erlaubte Geschenke von Entwicklern, auch wenn man deren Spiel testet.
Zu RPS: Wird das groß behandelt? Nein. Bei denen geht es nur um den Artikel "Gamers are dead" und die Gamejournpros.
Zu Zoe: Sorry, aber 7000$ sind 7000$. Die Produktion von einem Gratisspiel kostet nicht die Welt, das ist nicht mit einem AAA Game zu vergleichen. Und ich weiß das weil ich in einer Moddercommunity und einer Hobbyentwicklercommunity bin.
Aurini und Owen: Was haben die mit Korruption zu tun? Warum versteckst du dich wieder hinter den Drohungen?
Zur Qualität von Spielen: Es geht nicht um "objektive" Qualität, es geht um faire Bewertung. Und was jetzt Kickstarter und Patreon hier eingeworfen soll weiß ich auch nicht, war nie Thema und wird es auch nie sein.
Zu Hoff Sommers: Es ist schon witzig wie eure Seite ständig damit daher kommt, dass sie eine "Anti-Feministin" wäre. Wo bitte ist dazu der Beleg? Denn das Stanford Encyclopedia of Philosophy hat sie als Feministin aufgeführt. Und so wird sie auch von anderen Pro-Sex-Feministinnen betrachtet, eben wie Caroline Kitchens, Cathy Young oder Angela Night. Oder sind das jetzt auch "Anit-Feministinnen"?
Und sorry, aber ich bitte dich: Wo hat Anita bitte irgendwas mit Videospielen am Hut? Sie hat doch selbst gesagt, sie hat nichts damit am Hut und findet Videospiele eklig.
Aber gut, wenn du hier mit MRA um dich wirfst. Anita zitiert Andrea Dworkin und Catharine MacKinnon. Beide sind für ihre Aussage "Sex ist immer eine Vergewaltigung" bekannt und Dworkin hat in ihrem Buch "Our Blood" die These vertreten, dass man nur dann Gleichberechtigung erreichen kann, wenn alle Männer sterilisiert sind. Sie wurde von anderen Feministinnen auch als "Preacher of Hate" bezeichnet und Cathy Young hat in einem Nachruf über sie geschrieben, dass sie den Feminismus wahrscheinlich für längere Zeit zu einem F-Wort gemacht hat. Feine Feministinnen sind das mit denen sich deine Heldin da abgibt.
Wie schon mal geschrieben: Ich weiß nicht warum du dich ständig auf dieses Hass-Niveau begibst. Ich sehe in dieser Art der Diskussion nicht den Mehrwert, sondern rein einen Beißreflex deinerseits.
Und auch witzig wie du der Frage ausweichst, warum man nur 3 komplett unbedeutende Figuren angreifen soll, wenn es um Misogynie gehen soll und eben nicht wirklich wichtige Frauen in der Videospielbranche. Im Gegenteil Mari Shimazaki oder Liana Kerzner werden von GamerGate beführtwortet und unterstützt. Während sie von Anti-GG angefahren werden. Als Giantbomb ankündigte das sie weniger Frauen einstellen wollen gab es von GamerGate einen Aufschrei und nicht von Anti-GG. Und so weiter.
Ich weiß also nach wie vor nicht, warum du dir dieses Schutzschild, das deinen Hass schüren soll, ständig wieder aufbaust.

@Typ am Freitag: Wie Bernardo oben sagt: Das, was du hier wortgewaltig durch Aufzählung führst, ist eine Scheindiskussion. Dass du auch in deinem gerechten Zorn nicht sehen kannst, dass die lächerlichen Mickrigkeiten von "Korruption", die du da herumwedelst, ein sowas von armseliger Fliegenschiss sind, dass der Aufwand, der dafür betrieben wurde, geradezu grotesk ist. Ethics in Game Journalism, my ass.
Witzig auch, dass es darin gipfelt, der anderen Seite Hass vorzuwerfen, wenn GG seine jetzige mediale Bedeutung nur durch die "Ausreißer" inkl. Mord-, Massenmord- und Vergewaltigungsdrohungen erreicht hat, die einerseits Aufmerksamkeit gebracht haben, andererseits Leute wie dich (die zweifellos die Mehrheit stellen) in einem gerechten "Das sind wir aber nicht, die korrupten Medien verleumden uns schon wieder"-Reflex zusammengeschweißt haben.

Zu deiner Ansage, ich und FM$ "verstecken sich ständig hinter den Beleidigungen": Das Grundproblem von GG ist die Struktur, das haben wir auch im Extraleben deutlich gesagt. Es ist ja praktisch, eine amorphe Masse zu sein, wo jeder, der postet, der "leader of GamerGate" ist, aber ihr dürft euch nicht wundern, wenn ihr dann nicht als Ansprechperson der Medien etc wahrgenommen werdet. Das ist wie am Ende von V, wo man dann einer anonymen Masse von Maskenträgern gegenübersteht - das ist ein bedrohlicher Mob, kein Diskussionspartner.

Wenn GG sich nicht aus 4chan-Folklore weigern würde, als "reguläre" Protest- oder Konsumentenbewegung konkrete Gestalt anzunehmen, gäbe es diese Diskussion nicht. So, wie GG jetzt ist und bleibt, als diffuser Haufen mit einzelnen Fahnenträgern wie dir, die (natürlich auch anonym, immer) nach vorn preschen und vom Blatt Forderungen und Vorwürfe ablesen, wird das nix mit konstruktivem Gespräch.
Wegen dieser Struktur darfst du dann auch nicht beleidigt sein, wenn die oben gezeigte GG-Propaganda auch deiner Seite zugerechnet wird. Jeder Troll, der als GG postet, ist GG. Dass all die "vernünftigen" Standpunkte in einer Gaswolke genauso viel oder wenig wert sind wie die von extremen Trollen, sollte jetzt wohl nicht die Wahnsinnserkenntnis sein.

Danke, Rainer. Dem hab ich nichts hinzuzufügen. Ausser dass ich mich inzwischen stark an Diskussionen mit Verschwörungstheoretikern erinnert fühle. Irgendwelche halbseidenen Beziehungen und e-mail-Kommunikationen zwischen Leuten, die in derselben Branche arbeiten, werden als Beweis für die Verschwörung angeführt. Artikel, die auf kulturelle Entwicklungen verweisen, werden als hasserfüllter Angriff der Verschwörer auf die eigene Identität interpretiert. Irgendein angebliches Zitat von Dworkin reicht als Beweis, dass Sarkeesian zu der pöhsen Sorte Feministen gehört. Dagegen werden die Propagandabegriffe von konservativen Antifeministinnen ohne Kritik übernommen. Die Torpfosten werden permanent verschoben, ad hominem statt inhaltlich argumentiert und wer auf den Hass hinweist, ist selbst hasserfüllt. Da passt dann auch das in diesem Post sichtbare völlig übersteigerte Selbstbild und Pathos dazu.

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