#GamerGeddon

Dieser Text möchte nicht jene verhöhnen, die unter dem Hashtag #GamerGate in den letzten 24 Stunden aus ihrer Sicht untragbare Zustände im Games-Journalismus anzuprangern glauben. Stattdessen will ich mal erklären, warum dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist.

Viele der empörten Spieler, die sich unter der Fahne von #GamerGate zusammenfinden, glauben fest daran, dass gerade eine Vertuschungsaktion epischen Ausmaßes im Gange ist. Sie glauben, dass die etablierten Spielemedien - Print ebenso wie Online - mit aller Gewalt dabei sind, ihre eigene Verkommenheit und Bestechlichkeit zu vertuschen. 

Der Skandal, der aus der Sicht der #GamerGater nur der Gipfel des Eisbergs ist, ist jener um Zoe Quinn, die angeblich Sex gegen positive Berichterstattung geboten hätte. Doch in Wirklichkeit, so ist der Konsens der Empörten, geht es um viel mehr: eine ideologische Umerziehungsaktion Orwell'schen Ausmaßes, um die Seele dessen, was es heißt, "Gamer" zu sein.

#GamerGater glauben, dass es eine Agenda gibt, die mit aller medialer Gewalt der korrupten Spielemedien den Spielern aufs Auge gedrückt werden soll. Der Feind: "Social Justice Warriors", Kämpfer einer "Ideologie" der "Social Justice", die zu Lasten der männlichen, weißen Spielerschaft nur vermeintliche Randgruppen bevorzugt: Frauen, Behinderte, Schwarze bzw Nicht-Weiße, "Casuals", "Fake Gamers".  Diese Randgruppen würden bevorzugt, in der Berichterstattung hochgefeiert, während - wie etwa um Fall Sarkeesian - bei nichtigsten Anlässen sofort die Sexismus- und Misogynie-Keule ausgepackt wird, um die eigentlich inzwischen benachteiligte Gruppe, nämlich die "Gamer", im Selbstverständnis eben jene weißen, männlichen Spieler, aus denen sich #GamerGate rekrutiert, ungerecht zu beschuldigen und zu verdrängen.

Kein ernstzunehmedes Medium, Print oder online, wird sich der Forderungen von #GamerGate annehmen, ohne sich lächerlich zu machen.

In vielen Redaktionen, so glauben die zornigen #GamerGater, sitzen inzwischen solche "Social Justice Warriors", die durch die Macht ihrer Position den weißen, männlichen Spielern, die sich seit jeher als wahren Kern des Mediums betrachten, alle möglichen Gemeinheiten antun. Das fängt vom korrupten Pushen obskurer Pseudospiele wie etwa "Gone Home" an, geht über die atemlos genau bis ins Detail wiedererzählten Sexkapaden von Feminazis wie Zoe Quinn bis hin zu Anita Sarkeesian, die - das wird jedes mal verbittert betont - sich Unmengen an Geld erschlichen habe, um dann Männerbashing zu betreiben.

Das Ziel der "Social Justice Warriors", das fürchten die #GamerGater aus Erfahrung, kann nur eines sein: ihnen etwas wegzunehmen, Spiele  zu zensieren, zu verbieten und als Moralapostel sie, die gesamte "gamer culture", zu Unrecht als misogyne Sexisten hinzustellen.

Das ist in etwa der Kern dessen, was #GamerGater als den eigentlichen Missstand betrachten. Der aber darauf aufsetzende, jetzt sogar noch größere Skandal in ihren Augen: Dass keiner in den Medien über diesen doch für jeden jetzt in YouTube-Videos und endlosen 4chan-Picture-Posts "bewiesenen" Korruptionssumpf samt Umerziehungsagenda berichten will.

Die Korruption, so wird deshalb geschlussfolgert, ist systemisch. Alle machen mit. Alle sind korrupt. Alle haben sich verschworen, und nur ein Massenaufstand der "Gamer" kann etwas bewirken. Dann müssen auch die anderen Medien aufwachen und von diesem Skandal, von dieser beispiellosen Verschwörung in der Gamespresse Notiz nehmen.

Sorry, aber: Das wird nicht passieren.

Zuerst: Kein ernstzunehmendes Medium wird über den "Fall" Zoe Quinn anders berichten als im Zusammenhang mit der beispiellosen Hexenjagd gegen sie, die die überall - face it: nicht zu Unrecht - bekannten Vorwürfe der Misogynie der "gamer culture" nur bestätigt. Die Aussagen eifersüchtiger gehörnter Exfreunde sind keine Beweise für "Korruption". Es GIBT im "Fall" Zoe Quinn keine Beweise für "Korruption": Keine mit Sex oder sonstwie gekauften Reviews, keine finanziellen oder sonstigen Vorteile für Zoe Quinn.

Ihr Spiel wurde - das mag für die Verfechter des "true gaming" schwer vorstellbar sein - deshalb in vielen Medien erwähnt, weil es etwas Neues macht, ein soziales Problem mit der Welt des Spielens verknüpft, Relevanz über die stickigen Games-Kanäle hinweg hat. 

Ebensowenig gibt es eine "Verschwörung" von "Social Justice Warriors". Kein ernstzunehmendes Medium wird über die krude Theorie, dass es eine "Agenda" der "Social Justice" geben soll, die hier gewaltsam gegen die arme Spielerschaft zum Einsatz gebracht wird, jemals wiedergeben, außer um sich über jene lustig zu machen, die daran glauben.

Der Grund: Soziale Gerechtigkeite anzustreben, ist keine "Agenda" irgendwelcher Verschwörer. Soziale Gerechtigkeit ist, im Grunde genommen, das Ziel JEDES politisch oder gesellschaftlich sich äußernden Menschen, egal welcher politischen Richtung. Wer sich - wie #GamerGate - ungeschickterweise das in rechten Kreisen beliebte Gespenst der "social Justice" als bösen, verschwörten Feind ausgesucht hat, MUSS überall, wo noch zwei Gehirnzellen zusammenfunken, als überprivilegierter Spinner abgeurteilt werden.

Und: Es ist auch kein Skandal, wenn Plattformen wie VICE unter Artikeln zu Quinn und/oder Sarkeesian "kritische" Kommentare zu Dutzenden oder auch zu Hunderten löschen. Es mag sein, dass manche #GamerGater sich von Sexismus distanzieren, doch dieser Teich ist bereits so vergiftet, dass keiner unbeschadet darin schwimmt.

Die Schreihälse, Bombendroher, Vergewaltigungs-Tweeter und simplen Demonstrativsexisten verseuchen die Ränge bis ganz hinunter. Die Strategie, in möglichst großer Zahl möglichst viel Wirbel zu schlagen, lässt #GamerGate aussehen wie einen Mob, der mit den immerselben "Argumenten" überall, wo er auftaucht, inhaltsleeren Wirbel erzeugt und nur von einem getrieben ist: irrationalem Hass. Dass dann Kommentare gelöscht werden, ist keine Zensur, sondern Zivilisation. Nennt es Hygiene.

Es gibt wirklich #GamerGate-Aktivisten, die die unfassbar mühsame Aufgabe auf sich nehmen, Dutzende Medienvertreter anzuschreiben, mit der atemlosen flehentlichen Bitte, den vermeintlichen "Skandal", die angebliche "Korruption", die gewaltige "Vertuschung" ernstzunehmen, darüber zu berichten. Sie tun mir leid. 

Kein ernstzunehmedes Medium, Print oder online, wird sich der Forderungen von #GamerGate annehmen, ohne sich lächerlich zu machen. Was als Machtdemonstration "der Spieler"  gedacht ist, wirkt nach außen wie ein Tobsuchtsanfall eines unreifen, irrationalen, hasserfüllten, frauenfeindlichen Mobs, der alle Vorurteile der spieleignoranten Öffentlichkeit bedient.

Die Drohung der #GamerGater, die ihrer Ansicht nach "korrupten" Medien zu boykottieren, ist für viele, auch mich, ein Grund zur Hoffnung: Wenn sich dieser sich selbst für so groß und für "das Gaming" wichtig haltende Bestandteil der Spielerschaft tatsächlich vom seiner Ansicht nach "korrupten" Rest des Mediums absprengen möchte, so soll er es gerne tun. 

Die Zeit der "Gamer", der in der Selbstwahrnehmung hier so ungerecht behandelte weiße, männliche Teil der Spielerschaft,  als Gatekeeper eines Mediums, das nur für sie da zu sein hat, nur ihre Wünsche, Weltbilder, Vorlieben zu bedienen hat, ist vorbei.

So gesehen ist der Begriff #GamerGate doppeldeutig zu verstehen: Es ist vielleicht wirklich jenes Portal, vor dem sich die Wege trennen.

Autor: 
Rainer Sigl

Kommentare

Sehr guter Artikel. Ich war gestern Abend auf Twitter aktiv und versuchte mich bei diversen Foren und Comment-Sections an der "Diskussion" zu beteiligten... ich musste resigniert aufgeben. Was da an geballtem Müll über mich hinwegschwappte war einfach unerträglich.

Ich spiele seit Mitte der 80er Computerspiele und habe mich bisher eigentlich (manchmal) auch als "Gamer" bezeichnet.

Seit mir jetzt aber gestern die hässliche Fratze der "wahren Gamer" ins Gesicht gelacht hat, hat für mich diese Bezeichnung an Bedeutung verloren.

[...] wohlgemerkt. Ich breche in schallendes Gelächter aus, wenn ich Artikel lese, wo unkritische Redakteure wie Staatsverräter dargestellt werden. Aber das vergeht, wenn es persönlich wird. Wie soll sich Zoe Quinn davon bloß je wieder [...]

Vielen Dank für diesen Artikel, der mir auch noch einmal eine raffende Übersicht über den ganzen Prozess gegeben hat. Über Twitter kriege ich nur einzelne Peaks der ganzen Sache mit und diese reichen mir meistens aus. Ein Versuch, mich einmal wirklich einzulesen hat einen derartigen Hass in mir heraufbeschworen, dass ich wieder abbrechen musste.

Das Thema ist so unglaublich kompliziert, weil so viele verschiedene Faktoren darin mitschwingen. Was passiert ist, dass sich eine große Gruppe durch die Veränderung ihres Lieblingsmediums bedroht fühlt. Diese Veränderung geht meiner Meinung gar nicht aktiv von Menschen wie Sarkeesian aus, sie kommentieren und beobachten nur, weisen auf Dinge hin. Dass das völlig legitim ist, sollte eigentlich jedem klar sein, ist es aber nicht. Es geschieht also, dass die verunsicherte Masse, die ihre Games bitteschön so behalten will, wie sie zu Beginn ihrer eigenen Auseinandersetzung mit dem Medium schon waren, sich Ziele sucht, die dieser Veränderung ein Gesicht geben - und ihre Wut, ihren Hass, dorthin entladen. Der ganze üble Mist mit Frauenfeindlichkeit, Sexismus und generell einer Ablehnung von Andersartigkeit ist immer verbunden mit der Angst vor Fortschritt und Veränderung. Ich habe keine Ahnung, wie man das lösen sollte: Offener Dialog? Kein Interesse von Seiten der 'Bewahrer'. Shaming oder aggressive Kontroverse? Will man ja irgendwie auch nicht und ich persönlich möchte niemals auf das ganz niedrige Brüllaffen-Niveau kommen müssen, um mich mit meinem Gegenüber noch unterhalten zu können. Ignorieren? Leider zeigt die Geschichte momentan ja, dass es davon nicht weggeht. Und, dass es Dinge gibt, die man nicht ignorieren kann oder sollte, wenn man noch in den Spiegel schauen möchte. Du hast da neulich auch etwas in genau diese Richtung getweetet, Rainer.

Ich selbst stehe der ganzen Sache als Individuum ratlos gegenüber. Ich weiß, wie ich mich selbst verhalten möchte (offen, tolerant, an kritischem Diskurs interessiert), aber ich weiß auch, dass dieses Verhalten bei einer bestimmten Gruppe auf taube Ohren stößt. Also verstumme ich oder unterhalte mich nur noch mit Leuten, die das gleiche Mindset haben. Das hilft aber leider nicht weiter, um diesen Konflikt in irgendeine Richtung zu verändern.

 

@Dennis: Danke für deinen Kommentar. 

EIgentlich muss man es ja nur gelassen sehen: alle die, die jetzt da einen Tobsuchtsanfall bekommen, werden trotzdem weiterhin konsumieren, trotzdem weiter im Internet drüber was lesen und trotzdem weiter Spiele kaufen. Man kann sie also getrost ignorieren. Und genau das passiert auch.

Was aber wünschenswert wäre: Bessere Harassment-Management-Tools bei Twitter und anderen Social-Media-Plattformen. Konzertierte Stellungnahme aller Medien zu den für alle außer Streit stehenden inakzeptablen gewalttätigen Extremisten.

Leider schießt dieser Artikel weitgehend neben das Ziel ...

Als jemand, der für #GamerGate einsteht, bin ich durchaus bewußt, dass es auch unter der Twitter-Kampagne auch vieles an Unsinn gepostet wird. Um ehrlich zu sein bin ich erstaunt wie wenig es davon gibt - angesichts der Tatsache dass es weitgehend von 4chan's /v/ angetrieben wird, mit (mittlerweile) etwas Unterstützung durch diverse Reddit-Teile und den einen oder anderen Escapist-Magazine-Forumsthread. Wir haben den trolligen Anteil erstaunlich gut unter Kontrolle, aber natürlich sind diese Arschlöcher weder zu leugnen noch zu verteidigen.

Nur: #GamerGate hat nichts mit Quinn oder Sarkeesian zu tun, und die beiden einzubringen verschleiert nur das eigentliche Problem, das die Leute mit der (in erster Linie US-amerikanischen) Spiele-Journalismus-Landschaft haben. Wir versuchen diese beiden so weit wie möglich herauszuhalten, sie auch auf der kommenden PAX Prime nicht zu belästigen, und alle die es dennoch versuchen von solchem Unsinn abzuhalten. Es wäre echt toll, wenn die darüber berichtenden die beiden nicht vorschieben würden, weil's doch nur vom Thema ablenkt - aber das ist wohl zu viel verlangt.

Auch glaubt niemand an eine "Verschwörung". Ich habe eben nochmal in /v/ nachgeschaut: Eine Suche nach "conspiracy" liefert genau gar keinen Treffer. Es geht nicht um Verschwörungen, es geht um Vetternwirtschaft. Es geht darum, dass sich die "Journalisten" bei Seiten wie Kotaku oder Polygon in die eigenen Taschen arbeiten, ihre eigene Freunde pushen, und die "Social Justice" und "Feminism"-Bewegungen für ihre Zwecke ausnutzen, um jede Kritik im Keim zu ersticken.

Deswegen unterstützen auch Frauen die Bewegung, wie man leicht sehen kann wenn man im Twitter nach dem Tag sucht. Deswegen unterstützt 4chan auch die Feministen von The Fine Young Capitalists (die hier nicht einmal erwähnt wurden!). Wir haben weder etwas gegen Feminismus, noch gegen Social Justice, und viele 4channer unterstützen ihre Ideale oder identifizieren sich gar mit ihnen. Was wir nicht ausstehen können, sind die Extremisten, und die sind verdammt laut geworden. Wir haben unsere weitgehend - leider nicht vollständig - unter Kontrolle. Was die SJW-Extremisten anstellen, kann man an den Tweets an JonTron sehen.

Was man ebenfalls bedenken soll wenn man von "Aussen" an die Sache herangeht: Die Twitter-Hashtag-Aktion ist nur der Versuch, die Allgemeinheit auf die Missstände hinzuweisen; die Spitze des Eisbergs. Das scheint zu funktionieren, wenn selbst Alt-Feministen wie Christina Hoff Summers dazu ihre Kommentare abgeben. Die eigentliche Diskussion und Abstimmung über Aktionen findet in 4chans /v/ statt - und jeder ist eingeladen teilzunehmen. Wir zensieren nicht und wir sperren niemanden aus. Auch - und gerade - nicht unsere größten Kritiker.

Ob wir Erfolg haben oder nicht wird die Geschichte zeigen. Was auch immer passiert: Wir waren dabei. Und wenn wir am Ende doch nur als Enkel von Don Quixote dastehen ...

Off-Topic: Fuck Putin. Jetzt muss ich mich auch noch um meine Freunde in der Ukraine sorgen machen und da etwas tun ... :(

@akjosch:

Die Tatsache, dass du hier was von "SJW-Extremisten" und von ""Social Justice" und "Feminism"-Bewegungen" schreibst, bestätigt aber das, was ich oben schreibe: Genau das IST eine Verschwörungstheorie.

Und dass das mit Sarkeesian und Quinn nix zu tun hat, ist Unfug. Wenn du schon auf TFYC verweist, kannst du Quinn da kaum raushalten. Wie neulich gesagt: Mag ja sein, dass du persönlich da ehrenhafte Motive hast (die ich persönlich für sehr, sehr quixotig halte, zugegeben), aber die Gesellschaft, in der das stattfindet, ist mehr als grenzwertig.  Womit man umgeht, wird man besudelt.

Dass ihr anscheinend so missverstanden werdet, sollte euch zu denken geben.

Ehrlich? Extremisten gibt es überall. Diese Tatsache anzuerkennen hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun. Genauso gibt es eine Feministen-Bewegung (seit Jahrzehnten wenn nicht Jahrhunderten schon) und eine Social-Justice-Bewegung (seit spätestens den 1970-gern, siehe: John Rawls). Beides sind keine Verschwörungen, beide Bewegungen beinhalten viele, viele Leute, und die meisten dieser Leute sind vernünftig ...

... aber eben, wie so oft, nicht alle. Und die größten Arschlöcher und Extremisten versammeln sich nunmal im Internet, auch und gerade auf 4chan, aber ebenso im Tumblr oder auf Twitter.

Und was "besudelte" Gesellschaft angeht: Ich identifiziere mich in der ganzen Sache gerade deswegen mit den größten Trollen des Universums, weil ich will, dass Leute meine Argumente für sich sprechen lassen, auch wenn sie sie ablehnen. Sozusagen der krasse Gegensatz von argumentum ad verecundiam. Wenn Leute mein Argument als valide akzeptieren obwohl sie meine Einstellungen oder die Leute mit welchen ich mich umgebe aus ganzem Herzen hassen, dann habe ich etwas richtig gemacht.

Wie gesagt: Will die persönliche Integrität einzelner Vertreter nicht generell in Frage stellen. Ich stelle oben klar, warum IMHO kein Vertreter ernstzunehmender Publikationen auch nur einen Schritt in diese Richtung gehen wird: Die "Beweise" für die "Korruption" bestehen zB im "Fall Quinn" aus Unappetitlichkeiten und schmutziger Wäsche, die niemand mit Anspruch auf Seriosität anfassen wird - und eine "smoking gun" gibts nicht. Nicht mal EIN Review! Der Kampf gegen eine Gutmenschen-Agenda ist ebenso haarsträubend unattraktiv für seriöse Medien wie UFO-Sichtungen oder Chemtrails-Truther. Und der Haufen an Vollidioten, die sich da bei euch noch zusätzlich tummeln, macht jede halbwegs vernünftige Ansage von Vornherein zum Randphänomen - nicht umgekehrt.

 

Face it: Die Anlässe, in der Presse Korruption anzuprangern, sind daneben. Das war bei Gerstman- und Dorito-Gate anders. Hier: Nur heiße Luft und Manbaby-Tobsucht. Sorry. 

Da diese ganze Sache damit angefangen hat, dass die Persönlichkeitsrechte von Frau Quinn massiv verletzt wurden, wäre es wahrscheinlich das beste das alles nicht weiter zu kommentieren, da aus Schlechtem meist nichts Gutes entspringt. Ich möchte allerdings ihre Aussagen nicht einfach so stehen lassen Herr Siegel, da diese logische bzw. argumentative Fehler bzw. Lücken enthalten.
 
1. "Dann müssen auch die anderen Medien aufwachen und von diesem Skandal, von dieser beispiellosen Verschwörung in der Gamespresse Notiz nehmen. Sorry, aber: Das wird nicht passieren."
 
Ehrlich gesagt verstehe ich den Zweck dieser Aussage nicht. Die Menschen, die sich aus Protest an ein Gleis gekettet haben um einen Kastortransport aufzuhalten, waren bisher auch ziemlich erfolglos, was nicht heißt, dass diese mit ihren Bestrebungen aufhören sollten, im Gegenteil. Diese Aussage macht nur dann Sinn, wenn man die Suche nach Wahrheit und Moral ausklammert und es nur darum geht zu "gewinnen", was zeigt, dass die ganze Chose zu einem Glaubenskrieg ausgeartet ist und ein echter Diskurs auf der Strecke bleibt.
 
2.  "Mag ja sein, dass du persönlich da ehrenhafte Motive hast (die ich persönlich für sehr, sehr quixotig halte, zugegeben), aber die Gesellschaft, in der das stattfindet, ist mehr als grenzwertig.  Womit man umgeht, wird man besudelt. Dass ihr anscheinend so missverstanden werdet, sollte euch zu denken geben."
 
Auch diese Aussage geht völlig am Thema vorbei. Wenn ich mich für soziales einsetze bzw. sozialist bin, befinde ich mich im Prinzip in der Gesellschaft von Lenin, Stalin, Honecker etc., d.h. der Einsatz für sozial Benachteiligte scheint ganz schön seltsame Leute anzuziehen, oder? Tut mir leid, aber so etwas sollte keinem Kopfschmerzen bereiten, auf was es ankommt sind Argumente und diese Aussage von ihnen entpricht im Prinzip einem "tone-argument", womit einer inhaltlichen Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen wird.
 
3.  "Es GIBT im "Fall" Zoe Quinn keine Beweise für "Korruption""
 
Ich finde es traurig, dass Sie diese Aussage nicht einmal versuchen zu untermauern, sondern diese einfach in den Raum werfen. Allerdings gebe ich ihnen in einer Sache  Recht, es ist mir schleierhaft wie man in dieser Richtung Frau Quinn einen Vorwurf machen kann und die Vorwürfe an Sie sind einfach nur eklig und beschäned. Allerdings denke ich, dass durch die Aussagen der beiden Chefredakteure von Kotaku und Polygon erwiesen ist, dass es eine zu große Nähe zwischen Journalisten und Entwicklern gab. Diesen Journalisten kann man durchaus einen Vorwurf machen. Man kann natürlich argumentieren, dass das ganze etwas hochstilisiert wurde, wie damals bei der Dorito-Affäre, ich persönlich bin bei solchen Dingen immer sehr skeptisch.
 
Ansonsten ist die ganze Sache wirklich nicht schön und man muss sich dringend überlegen wie man die Persönlichkeitsrechte von Menschen im Internet stärker schützen kann. Das wäre das wichtigste.

@Kritiker:  Sind wir doch per Du. Dafür schreibst du aber meinen Namen richtig. Ok?

1. 

Diese Aussage macht nur dann Sinn, wenn man die Suche nach Wahrheit und Moral ausklammert und es nur darum geht zu "gewinnen", was zeigt, dass die ganze Chose zu einem Glaubenskrieg ausgeartet ist und ein echter Diskurs auf der Strecke bleibt.

Stimmt. Und so ist es auch. #Gamergate hat somit auch keine tatsächlichen Ziele, keine Forderungen abseits eines diffusen Tobsuchtsanfalls und der Hoffnung, die pauschal rundum angegriffene "Presse" möge sich angesichts der geballten Ladung an Twitteraktivismus ins Hemd machen. Klingt absurd? EXACTLY.

2.Wenn sich meine "Bewegung"  aus Anlass einer sexistischen Hexenjagd ohne konkrete Beweise formiert, ist jedes Abgrenzen von Sexismus absurd. Es ist hier NICHT so, dass zu Recht besorgte Kritiker von einem Häufchen Extremisten desavouiert werden. Hier reiten vielmehr einige wenige Besonnene, die hier ein Anliegen haben, auf einer Woge von Wahnsinnigen und beteuern, es wären nur ein paar Spinner. Es ist unmöglich, wie oben akjosch versucht hat, #GamerGate und #Quinnspiracy und #Sarkeesian zu trennen. Wer das behauptet, hat massive Wahrnehmungsstörungen.

Aber immerhin glauben diese Menschen ja auch, dass eine mediale Vernichtungshetzjagd gegen einzelne Frauen und der Ruf nach mehr Ethik zusammenpassen.

3. Wie soll ich bitte etwas untermauern, das nicht existiert?!?!? Okay, ich versuchs: Im folgenden Absatz stelle ich alle handfesten Beweise gegen Zoe Quinn zur allgemeinen Begutachtung vor.

Bitteschön:

 

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 Verstanden?

Was mich ärgert: Extremisten.

Was mich noch mehr ärgert: Menschen, die meinen, wenn wo ein paar Extremisten laut schreien, würde schon was dran sein und man müsse "beide Seiten" anhören und es wird schon nicht alles ganz so sauber sein, wenn sich so viele beschweren ...

Bullshit ist bullshit. Da gibts keinen Kompromiss, sorry.

Wow, mit so einer hysterischen Antwort hab ich nicht gerechnet.
Zunächst: Ich bleibe beim Sie, Herr Sigl, eine kritische Distanz tut meist ganz gut, würde ich Ihnen auch empfehlen.
Nun zum Thema:
Es ist immer schwierig mit Menschen aus dem geisteswissenschftlichen Bereich zu diskutieren, weil diesen häufig das Rüstzeug in Sachen Logik und Präzision bei einer Argumentation fehlt. Ich würde ihnen empfehlen sich mit normativer Logik oder mit Sprachtheorie zu beschäftigen, Wittgenstein ist da sehr zu empfehlen.
Als Freund der Diskursethik will ich einen Dialog trotzdem noch einmal versuchen.
 
1. Ihre Aussage: "Die Gamespresse wird von der Verschwörung keine Notiz nehmen."
Meine Antwort: Diese Aussage macht keinen Sinn, außer wenn es IHNEN ums gewinnen geht. Das ganze wirkt wie ein Glaubenskrieg.
Ihre Antwort: Stimmt. #Gamergate geht es nur um diesen Glaubenskrieg.
Sehen Sie das Problem. Sie haben das Subjekt vertauscht. Ich habe IHNEN und VIELEN ANDEREN vorgeworfen, dass es ihnen nicht um Inhalte geht und nicht nur #Gamergate.
Den Vorwurf an SIE haben Sie aus irgendeinem Grund einfach ignoriert, damit steht meine Aussage immer noch und eine Teilaussage haben Sie bestätigt. Sie können sich nicht einfach einige Argumente rauspicken und den Rest ignorieren. Das ist intellektuelle Unehrlichkeit. 
 
2. Hier liegt einiges im Argen. Es geht mir ja gerade um die Trennung dieses hysterischen Mobs von den besonnenen Stimmen. Aber wenn man alles in einen Topf schmeißt, muss man sich ja nicht mit den inhaltlichen Fragen auseinandersetzten. Das erinnert an die McCarthy-Ära, alles wird über einen Kamm geschert.
Oder wollen Sie sagen, dass man wegen der Terrorherrschaft Robespierres nicht mehr über die Ideale der Französischen Revolution sprechen darf. Das ist ein Scheinargument!
 
3. Das ist nicht direkt ein logischer Fehler ihrerseits, aber intellektuelle Faulheit und Unehrlichkeit. Es geht wie gesagt nicht um Zoe Quinn, sondern um die Journalisten.
Und dazu habe ich auf die Aussagen der beiden Chefredakteure von Kotaku und Polygon verwiesen, darauf hätten Sie eingehen können. Warum gehen Sie nicht darauf ein? Weil Sie sich nur das rauspicken was Sie lesen wollen und das ist intellektuelle Unehrlichkeit. Und das wissen Sie auch, haben Sie wenigstens soviel Rückrat und gehen auf meine Argumente ein.
 
Keine Kompromisse? Sind wir hier im Krieg?!
Argumente und Inhalte zählen und nicht diese Hysterie. Wenn Sie anstatt zu diskutieren sich lieber zu den Markschreiern dazugesellen, ist das ihre Sache, vielleicht schreien Sie ja laut genug und sie GEWINNEN, JUHUUU. Darum scheint es Ihnen ja zu gehen. 
 

Lol. Wittgenstein, Geisteswissenschafterbashing, Diskursethik. 

Da geb ich mich doch geschlagen. Ich diskutiere eh schon den ganzen Tag mit deinen Genossen, stell dir doch einfach vor, wie ich angesichts deiner vernichtenden Kritik an meiner hysterischen Antwort erbleiche und mich schlaflos im Bett herumwälze um die Entlarvung als unehrlicher intellektueller Faulpelz zu verkraften.

Ich habe dich ja nach deinem ersten Posting zuerst für ein intellektuelles Leichtgewicht gehalten, aber jetzt bin ich schockiert und erstaunt ob deiner argumentatorischen Potenz. 

PS: Erwarte voll Angst und Schaudern deine vernichtende Antwort auf diesen meinen hilflosen Versuch, deinen scharfsinnigen Argumenten auszuweichen und das alles ins Lächerliche zu ziehen. 

Hier ist mal eine echte Verschwörungstheorie: Das Patriachat trägt Schuld daran dass die Gamingindustrie von Männern dominiert wird.

>Die Aussagen eifersüchtiger gehörnter Exfreunde sind keine Beweise für "Korruption". Es GIBT im "Fall" Zoe Quinn keine Beweise für "Korruption": Keine mit Sex oder sonstwie gekauften Reviews, keine finanziellen oder sonstigen Vorteile für Zoe Quinn.
Ok, warum glaubt man dann Zoe und Anita aufs Wort? Wo sind deren Beweise?

>Der Grund: Soziale Gerechtigkeite anzustreben, ist keine "Agenda" irgendwelcher Verschwörer. Soziale Gerechtigkeit ist das Ziel JEDES politisch oder gesellschaftlich sich äußernden Menschen, egal welcher politischen Richtung. Wer sich - wie #GamerGate - ungeschickterweise "social Justice" als bösen, verschwörten Feind ausgesucht hat, MUSS überall, wo noch zwei Gehirnzellen zusammenfunken, als überprivilegierter Spinner abgeurteilt werden.
Nein, nur Linke glauben an soziale Gerechtigkeit, was soll soziale Gerechtigkeit sein? Es ist auf jeden Fall nicht Gerechtigkeit, genau deswegen setzen sie Adjektive davor um solche dehnbaren Begriffe zu benutzen weil sie - ja eine Agenda verfolgen.

>Die Zeit der "Gamer", der in der Selbstwahrnehmung hier so ungerecht behandelte weiße, männliche Teil der Spielerschaft, als Gatekeeper eines Mediums, das nur für sie da zu sein hat, nur ihre Wünsche, Weltbilder, Vorlieben zu bedienen hat, ist vorbei.
Wieder nur ein Strohmann. Genau das Gegenteil ist der Fall, weiße männliche Spieler versammeln sich nicht unter dem Banner einer sozialen und politischen Bewegung und branden Spiele als sexistisch und gefährlich nur weil sie nicht ihr Geschlecht als Zielgruppe bedienen.

Hier Beweise wie Zoe ihre Folgschaft gegen TFYC aufbringt:
http://static.fjcdn.com/large/pictures/60/24/6024fb_5271447.jpg

>Aber immerhin glauben diese Menschen ja auch, dass eine mediale Vernichtungshetzjagd gegen einzelne Frauen und der Ruf nach mehr Ethik zusammenpassen.
Oh wieder nur die armen Frauen, was ist mit Phil Fish? "Ich glaube du hast eine Massive Wahrnemungsstörrung", man ist kein Sexist nur weil man eine Frau kritisiert und man ist kein Sexist wenn man gegen eine Frau hetzt, dann ist man nur ein Hetzer.

"PS: Erwarte voll Angst und Schaudern deine vernichtende Antwort auf diesen meinen hilflosen Versuch, deinen scharfsinnigen Argumenten auszuweichen und das alles 
ins Lächerliche zu ziehen."
 
Warum sollte ich das tun? 
Irgendwie ist die Diskussionskultur in den Blogs ziemlich vergiftet. Es geht immer nur darum den anderen bloß zu stellen.
Ich wollte wirklich nur diskutieren. Gut mein zweiter Beitrag war etwas grob, ich hätte Ihnen keine intellektuelle Faulheit und Unehrlichkeit vorwerfen müssen, aber ehrlich gesagt war Ihre erste Antwort auch ziemlich grob.
"Dafür schreibst du aber meinen Namen richtig. Ok?"
"Verstanden?"
Das hab persönlich genommen und deshalb bin ich auch etwas böszungig geworden. Tut mir leid. Irgendwie hat sich das ganze etwas hochgeschaukelt. Ansonsten muss man ja nicht immer einer Meinung sein und die Gemüter sind jetzt so gereitzt, dass man an anderer Stelle vlt. über Ethik im Journalismus sprechen kann.
 
"Ich habe dich ja nach deinem ersten Posting zuerst für ein intellektuelles Leichtgewicht gehalten"
 
Tja falsch gedacht:) Nächstes mal gibts Hegel und Leibniz und dann steh ich da wie Graf Koks von der Gasanstalt.^^
 
Ansonsten, von mir kein böses Blut mehr.

@Kritiker: Finde ich besser, diesen Kommentar.

Meine erste Antwort war nicht ruppig gemeint. Kann sein, dass mein Ton durch endloses Andiskutieren im Internet etwas gelitten hat. Auch daran beteiligt: Die Übernahme dieser Strategien von MRAs und sonstigen Reaktionären für so gut wie alle Online-Diskussionen: http://pastebin.com/KU5FhGNt

Ansonsten: Ich habe auch deshalb wenig Lust, da einzelne Details zu diskutieren, weil ich eigentlich, ganz unabhängig auch von den von dir genannten Detailbaustellen, eigentlich nur eine These illustrieren und ausführen wollte: Dass der aktuelle #GamerGate-Protest wegen seiner Assoziation zur aktuellen Quinn/Sarkeesian-Debatte, wegen der Opposition nicht nur zur Presse selbst, sondern zum im Ganzen nirgends außer in rechtesten Kreisen zum Buhmann taugenden "social justice movement" und wegen seiner Außenwirkung als wütender Hassmob nirgends Chance hat, ernstgenommen zu werden. Darum ging's mir.

Wie an anderer Stelle auch geschrieben: Diese drei Fakten werden verhindern, dass das irgendjemand ernst nimmt. Da braucht es keine durch und durch korrupten Medien, die alles systematisch vertuschen.Es reicht, dass sich die Protestierenden mit nur ganz, ganz wenigen Worten als sexistischer Wutmob entwerten lassen. Aus eigener Schuld, aus Pech, aus Blauäugigkeit, aber auch, weil es tatsächlich genug Extremisten gibt.

Ich persönlich empfinde keine Sympathie für Korruption. Erst vor kurzem hat ein anonymer Autor genau auf dieser Seite die enge Verflechtung von Industrie und Presse angeprangert.

@"gamer": Einerseits fragst du, welche "Beweise" Quinn und Sarkeesian für ihr Harassment haben, andererseits bringst du weiter unten einen Screenshot einer Twitter-Konvo. Die einen bilden sich's nur ein und die anderen werden daurch entlarvt - ja?

Siehe ein paar Zeilen weiter oben - ich habe da jetzt nochmal erklärt, was der Punkt meines Textes war. Glaub mir's oder nicht, #GamerGate ist ein lächerlicher Witz, und zwar nicht, weil die Protagonisten Unrecht hätten, sondern weil sie sich ausgerechnet als Schutzmasse für jene Vollhonks missbrauchen lassen, die zu Recht von allen Seiten als unmöglich verurteilt werden.

Ungerecht? Jo. Absehbar? Absolut.

Es bräuchte eine Diskussion über Ethik im Journalismus allgemein. Mit diesem Gestus der Empörung, und mit diesen lächerlichen Anlässen im Gepäck wird aber so nix draus.

 

An und für sich ist das Bullshit.

Speziell zu VICE weil ich es live erlebt hab:
>Und: Es ist auch kein Skandal, wenn Plattformen wie VICE unter Artikeln zu Quinn und/oder Sarkeesian "kritische" Kommentare zu Dutzenden oder auch zu Hunderten löschen. Es mag sein, dass manche #GamerGater sich von Sexismus distanzieren, doch dieser Teich ist bereits so vergiftet, dass keiner unbeschadet darin schwimmt.
Dass liest sich wieder so Unterstellend, ""kritisch"", "vergiftet", hast du sie überhaupt gesehen und du schreibst von Beweisen? Liefer doch als Vice den Stecker zog.

Jetzt gibt es anscheinend die Kommentare wieder.

> Ganzen nirgends außer in rechtesten Kreisen zum Buhmann taugenden "social justice movement" und wegen seiner Außenwirkung als wütender Hassmob nirgends Chance hat, ernstgenommen zu werden. Darum ging's mir.
Sind Dawkins, Chomsky, TheAmazingAtheist und Thunderfood äußerst rechts?

Ich glaube auch nicht dass es eine Einigung mit der Gaming-Presse geben wird, der Mainstream glaubt einigen Thesen der SJW(tabula rasa, diversity ist automatisch "besser", große Brüste sind sexistisch) und wenn man nicht mit ihnen einig ist, muss man ihre Werte grundsätzlich zurückweisen, wie es die 4 von mir genannten tun, leider kenne ich kein Beispiel in der Gaming-Presse der solch ein Wertesystem hat. Sie werden ihnen weiter nach dem Mund reden und sie durch den allgemeinen circleyerk beschützen.

@"gamer": Ja, ich hab einen Screenshot der VICE Comments gesehen. Das waren zum Großteil reflexhaft die immerselben Sprüche in lawinenhafter Intensität. Dass ein Community/Comment Manager da den Stecker zieht, kann ich verstehen. Das sieht in der Häufung nicht aus wie Diskussion, sondern wie Comment-Bombing. Bei diesem Thema braucht das niemand.

Dawkins ist letztens ja nicht grad der beste Gewährsmann, und soweit ich das sehe, hat der einfach eine blöde Medlung gegen SJW losgelassen. Ob das war, bevor oder nachdem er Föten mit Down-Syndrom aus Mitleid umbringen lassen wollte, weiß ich nicht. (Okay, unfairer Seitenhieb. Tatsache: Dawkins ist ein wenig gaga in seiner späten Phase. Und das sage ich, obwohl ich seit "Selfish Gene" bis hin zu "God Delusion" alles gelesen habe.) Chomsky attackiert einen Flügel der Social Sciences und würde sich schön bedanken, wenn er wüsste, dass ihn die Hohlköpfe von "Sarkeesian Effect" im Mund führen.

The AmazingAtheist kenne ich nicht, aber mal ehrlich, das rabiate Atheistentum ist jetzt auch nicht unbedingt die rationalste Quelle, und Thunderf00ts "PSeudoanalysen" , tja, da lass ich mal den Kollegen Kogel was dazu sagen, hier: http://superlevel.de/spiele/tropes-vs-women-in-video-games-women-as-background-decoration-2/#comment-1749722

Der Verfolgungswahn, die bösen "Gutmenschen" und die bösen "Feminazis" würden alle Medien beherrschen und alles unter den Teppich kehren und kleinhalten, ist exakt gleich dem Glauben aller anderen Verschwörungstheoretiker: Es MUSS wahr sein, gerade WEIL keiner darüber berichtet. Weil ALLE korrupt sind.

Mit genau demselben Gedankengang lässt sich von Flugscheiben bis zu den Weisen von Zion alles beweisen: "Es gibt eine Verschwörung. Wer sie aufdecken will, wird von allen Seiten totgeschwiegen - weil es eine TOTALE Verschwörung ist. Gäbe es keine TOTALE Verschwörung, würden einige darüber berichten, dass es eine Verschwörung gibt. Weil das keiner tut, ist das der Beweis für die verschwörung."

Aus diesem Grund redet ja auch keiner über die Reptilien, die uns alle manipulieren. 

 

 

>Der Verfolgungswahn, die bösen "Gutmenschen" und die bösen "Feminazis" würden alle Medien beherrschen
Es ist nicht so dass sie es nicht wollen, sie glauben an Tabula rasa, ergo ist jedes Medium eine Gefahr für sie und darum existiert Anita. Sie wollen Erziehen, deswegen das ganze Rollenmodelgequatsche. Gaming ist für sie nur Mittel zum Zweck. Bei ihnen ist alles nur eine Frage der Erziehung "Teach men not to rape".

[[wysiwyg_imageupload:1703:]]

@Gast: Dass du dich ein bisschen wie ein Irrer anhörst, ist dir schon klar, oder? "Sie", wer ist das? Unsere reptiloiden Herrscher? Die Gedankenmanipulatoren von Alpha Centauri? Die Weisen von Zion? Die trilaterale Kommission? Die Bilderberger?

Ach ja, die internationale feministische Weltverschwörung wars, die als Erstes Games radikal verstümmelt und Gamer versklavt, um damit die Gehirne ansonsten zu revolutionär eigenständig denkender Männer (TM) zu manipulieren! Alles klar. Mind=Blown (Symbolfoto links)

 

 

@Rainer Sigl
So eine Antwort kann wirklich nur von einem geplatzen Gehirn eines Trolls stammen.

@Danke für die Blumen, tapfer hier anonym deine welterklärenden Weisheiten postender Warner aus den Tiefen des Netzes! Und immer schön aufpassen, die Weibsbilder verwenden GEDANKENKONTROLLE! Muss ... Geschirr .. waschen ... will ... Candy Crush ... AAAAAAGHRGH

@Bitte, mache weiter tapfer dich über das Weltbild der Feministen Lustig.

Ich finde es schon erstaunlich (und gruselig) wie sich in so kurzer Zeit doch ein relativ fester Kanon an Feindbildern und auch eine ähnliche Sprache und Diskussionsstrategie bei den - ich glaube ich darf sie halb im Ernst so nennen - Social Injustice Warriors etabliert hat. Es vermischen sich so ein paar alte Memes aus Antifeminismus, Intellektuellenfeindlichkeit und Antikommunismus, mit zeitgemäßerem Wording und großer Geste. Gerade, dass es sich daran entzündet, dass _auch_ über Themen berichtet wird, die eher in kleinen Nischen existieren, und dass sich gegen (vermeintliche) Korruption nur als komplett unmittelbarer Austausch (Sex -> gute Rezi) empört wird, statt kompliziertere Sachen zu thematisieren, etwa nicht durch ein paar Twitternachrichten zu "beweisende" Zusammenhänge, wie das Problem der Nähe des Journalismus zur Industrie, sagt schon viel über die "Bewegung". Das ist immer so absurd mit diesem Jargon von "Gutmenschen" und "SJW": Diejenigen, die den Vorwurf erheben, tun das nur um zu behaupten, dass eigentlich sie die Bessermenschen und wahren Justice Warriors wären, also genau die hohen Moralstandards, für die sie ihre Gegner denunzieren, beanspruchen sie noch viel mehr für sich.


Da hast du dir was eingefangen. Nerven bewahren. Nicht füttern. :)

Damit hier mal wieder was positives steht: Ich fand den Artikel (Bis auf ein paar Kleinigkeiten*).

Dawkins wird ja zurecht und inzwischen auch sehr stark von verschiedenen nicht religiösen Seiten wegen seiner Aussagen kritisiert (was Rainer oben auch schon geschrieben hat). Ich kannte TheAmazingAtheist auch nicht und googelte ihn die ersten Google Treffer waren: [Triggerwarnung für R*pe]

"Yeah. Well, you deserved it. So, fuck you. I hope it happens again soon. I’m tired of being treated like shit by you mean little cunts and then you using your rape as an excuse. Fuck you. I think we should give the guy who raped you a medal." oder "I will make you a rape victim if you don’t fuck off."  oder "I’m going to rape you with my fist." 

Quelle

Das klingt für mich wenig nach einem sympathischen Menschen. Solche Aussagen sind in egal welchem Kontext scheiße und nicht entschuldbar. Ob er jetzt rechts ist mit seinem Anti-Feminismus bla bla blubb ist natürlich immer eine Frage des eigenen Standpunktes. Für mich ja.

 

Wenn wir über Atheistmus reden warum dann nicht über Aussagen von zum Beispiel Neil de Grasse Tyson?

https://www.youtube.com/watch?v=z7ihNLEDiuM

Diversity macht ausserdem nicht automatisch ein "besseres" Spiel. Aber es macht es für bestimmte Menschen eine nachvollziehbarere Erfahrung weil sie sich leichter in ihre Protagonisten oder ihre Protagonistin hineinversetzen können. Und weil die Menschen die nicht  dem Typus des Charakters entsprechen dadurch eine neue Erfahrung sammeln macht es diese Spiele (zumind. für mich) interessanter. Wie viel dieser Unterschied ausmacht hängt aber vom Autor des Spiels ab (Menschen die mir nicht glauben sollten mal Persona 3 Portable erst männlich und weiblich durchspielen). Bei Spielen wo es nichts ausmacht sehe ich aber keinen Schaden wenn Menschen die dieses Spiel spielen repräsentiert werden.

Große Brüste sind übrigens nicht sexistisch. Die hauptsächlich vertetende Darstellung von Frauen in Videospielen ALS halbnackte Großbusige Objekte ist sexistisch. Das ist ein Unterschied.

 

So long.

* Zum Beispiel liegt manchen Politischen Gruppen nicht die soziale Gleichheit am Herzen sondern sie wünschen sich das ihre Gruppe besonders behandelt wird. Nazis beispielsweise 

@aranjaeger: zu deinem * - hast recht, natürlich streben nicht alle Gruppierungen nach gerechter Aufteilung. Die Arschlochfraktionen hab ich aber halt mal ausgeklammert.

Danke für deine Infos zu AmazingAtheist. Was mich immer deprimiert, ist, dass Aussagen wie die von dir zitierten von vielen nicht nur nicht verurteilt werden, sondern achselzuckend als "halb so wild" abgetan werden. die frustration, die viele junge Männer anscheinend gegenüber Frauen verspüren, brodelt schockierend nahe an tatsächlicher Aggression , zumindest bei manchen. dass sich manche "Gamer" einerseits ungerecht pauschal als Sexisten abgestempelt und somit sellbst als Opfer fühlen, andererseits aber meist wenig Probleme mit Aussagen wie jener oben oder mit Aktionen wie gegen Quinn und Sarkeesian haben, verhindert ja auch, dass ihre anderen Anliegen ernstgenommen werden.

 

Gott, ich bin schon eine halbe Stunde lang beim Lesen dieses Textes und der Kommentaree uneingeschränkt Rainers Meinung. Das kam noch nie vor!

Ich habe der Diskussion ansonsten nichts hinzuzufügen, was nicht schon gesagt worden wäre, würde aber mal zu Protokoll geben, dass die Verwendung des Begriffs "Gutmensch" (oder meinetwegen in der neuen Form "SJW") als Angriff ein ziemlich sicherer Arschlochindikator ist.

Muss man gar nicht viel drüber reden, das ist wie bei der Political Correctness, wo es ja, vielleicht, vielleicht auch nicht, ein paar Überdrehungen gibt, aber am Ende, hey, finde ich's irgendwo ganz gut, dass es gesellschaftlich nicht mehr so recht akzeptabel ist, Schwarze mit Affenlauten zu begrüßen und Ausländer als Kanaken zu bezeichnen. Und die, die dagegen zu Felde ziehen, sollten sich immer vor Augen halten, auf wessen Seite sie sich stellen.

 

Mir fehlt da irgendwie absolut das Verständnis. Ich bin perplex. Das sind Menschen, deren Feindbild "Social Justice Warriors" sind. Sie sind gegen Menschen, die für soziale Gerechtigkeit kämpfen und erwarten wirklich, von großen Medien ernst genommen zu werden?!? Wie verblendet muss man sein? Danke für den Artikel, btw^^

Danke hier auch von mir an Rainer Siegel und Herr Kaliban. Bin vollkommen Ihrer Meinung! Ich glaube übrigens auch, dass der Großteil der Menschen, die auch nur ein bisschen ihr Denkzentrum anstrengen, so denken. Meistens posten halt nur die, die die Wut auf ihr eigenes Leben rauslassen müssen.

@#24 Benedikt Frank
>Diejenigen, die den Vorwurf erheben, tun das nur um zu behaupten, dass eigentlich sie die Bessermenschen und wahren Justice Warriors wären, also genau die hohen Moralstandards, für die sie ihre Gegner denunzieren, beanspruchen sie noch viel mehr für sich.
Das nur "Reaktionär", sie verurteilen jemanden als böse und dann bekommen sie es zurück.

@#25 Aranjaeger
>Große Brüste sind übrigens nicht sexistisch. Die hauptsächlich vertetende Darstellung von Frauen in Videospielen ALS halbnackte Großbusige Objekte ist sexistisch. Das ist ein Unterschied.
Und das ist das Problem von Sozial Justice, irgendwelche ungleichen Verhältnisse werden willkürlich als Sozial Injustice gebrandmarkt.

@#26 Rainer Sigl
>hast recht, natürlich streben nicht alle Gruppierungen nach gerechter Aufteilung. Die Arschlochfraktionen hab ich aber halt mal ausgeklammert.
Was ist eine gerechte Aufteilung? Freie Individuen machen Spiele für freie Individuen und die Gruppe wird verurteilt weil sie willkürliche Quoten für willkürliche Untergruppen nicht erfüllen?

@"Gamer": 

wird verurteilt weil sie willkürliche Quoten für willkürliche Untergruppen nicht erfüllen?

Es gibt keine willkürlichen Quoten. Sarkeesian analysiert und zeigt den Status quo. Nirgends sagt jemand: "So, ab sofort müssen in jedem Spiel gleich viele Frauen, Schwarze, Transgenderpersonen, Waschbären etc vorkommen."  Sagt keiner, will niemand. Das ist eine paranoide, hysterische Wahnvorstellung all jener, die es nicht vertragen, dass "ihr Medium" kritisiert wird. Historisch verständlich: Jahrelang wurden Spiele von Spielfernen als "Killerspiele", Blödsinn, Kinderkram etc abgeurteilt. Da entsteht dann ein Verteidigungsreflex.

ABER DER SCHIESST ÜBERS ZIEL HINAUS.

Wer will, dass Spiele als Medium ernst genommen werden, ddarf die "Ist ja nur ein Spiel"-Karte NICHT zücken, wenn jemand Spiele ernst nimmt und sie kritisch an allgemein gültigen Maßstäben misst. Spiele werden nicht schlechter, wenn sie von Menschen gemacht werden, die mitbedenken, DASS 50% DER SPIELER WEIBLICH SIND. Im Gegenteil: Sie werden dadurch besser, komplexer, vielschichtiger.

Beschwert sich jemand bei Game of Thrones darüber, dass es starke, komplexe Frauenfiguren gibt? Nope. Kommen Schwerter, Titten und Drachen drin vor? Yup.

Und zur Anfangsfrage: Was ist eine gerechte Aufteilung? Eine, die möglichst wenige Personen ausschließt, möglichst vielen Anteilnahme ermöglicht und Extreme vermeidet, durch BEschneiden von Privilegien andererseits und Unterstützung Unterprivilegierter andererseits. Eine gerechte Verteilung stellt unmittelbar das Gemeinwohl über das des Individuums, allerdings langfristig zum größeren Nutzen des letzteren.

Das heißt NICHT, dass alle Spiele allen gefallen müssen, dass es keine Spiele für Jungs mehr geben "darf", dass es keine Nischen gibt, in denen der dreckige Witz zu Hause ist und wo man zünftig mit dem blanken Schwert halbnackte Amazonen rettet. ABER ES MUSS ERLAUBT SEIN, ZU DISKUTIEREN, OB DAS MEDIUM WIRKLICH DIESER EINEN, NOCH DAZU SCHRUMPFENDEN ZIELGRUPPE "WEISSER JUNGER MANN MIT WUNSCH NACH MACHTFANTASIE" SO MASSIV UND AUF EWIG IN DEN ARSCH KRIECHEN MUSS. No more, no less.

Wer glaubt, dass das "Zensur" ist, hat ein Brett vorm Kopf.

Lieber Rainer, Danke für diesen Artikel. Und ich bewundere deine Ausdauer, mit der du dich auf die Kommentare einlässt.

Liebe #GamerGateKeeper, wenn 4chan und Reddit eure einzigen Bastionen sind: wunderbar. Bleibt dort.

@Rainer Sigl
>Es gibt keine willkürlichen Quoten. Sarkeesian analysiert und zeigt den Status quo. Nirgends sagt jemand: "Nirgends sagt jemand: "So, ab sofort müssen in jedem Spiel gleich viele Frauen, Schwarze, Transgenderpersonen, Waschbären etc vorkommen."
Aber die jetzige Quote an großen Brüsten ist "Problematisch" also welche ist es nicht und warum ist diese nicht willkürlich?

>Ziel gleich viele Frauen, Schwarze, Transgenderpersonen, Waschbären etc vorkommen." Sagt keiner, will niemand. Das ist eine paranoide, hysterische Wahnvorstellung all jener, die es nicht vertragen, dass "ihr Medium" kritisiert wird.
Quoten sind in anderen Bereichen Realität.

>Wer will, dass Spiele als Medium ernst genommen werden, ddarf die "Ist ja nur ein Spiel"-Karte NICHT zücken, wenn jemand Spiele ernst nimmt und sie kritisch an allgemein gültigen Maßstäben misst.
Warum sollen Spiele ernst genommen werden? Du klingst wie diese Blogger, nein du bist ja einer. Die Mehrheit der Spieler wollen Spaß haben und nicht mit 2deep4u Belästigt werden. Spiele sind schon längst Kunst und niemand kehrt, genau wie bei der Popmusik.

>Spiele werden nicht schlechter, wenn sie von Menschen gemacht werden, die mitbedenken, DASS 50% DER SPIELER WEIBLICH SIND. Im Gegenteil: Sie werden dadurch besser, komplexer, vielschichtiger.
Das ist Subjektiv. Und AAA-Titel mit Gewalt werden von männlichen Spielern dominiert.

>Titten
Das ist das "Problem": https://www.google.com/search?q=Games+of+thrones+sexist

>SO MASSIV UND AUF EWIG IN DEN ARSCH KRIECHEN MUSS
>MUSS
Strohmann.

>allerdings langfristig zum größeren Nutzen des letzteren.
Wie? Wenn es mehr feministische Spiele gibt, machen diese dann mehr Pixelvergewaltigungssimulationen?

@33: Ich glaube, du hast das mit dem Argumentieren, mit dem Hin und Wider an Argumenten nicht wirklich verstanden und simulierst hier nur eine "Diskussion", indem du willkürlich irgendetwas zurückschreibst, bis deine Gesprächspartner angesichts des Walls of Bullshit entnervt aufgeben und du dich als "Sieger" fühlen kannst, oder? 

Ich erkläre das mal so einfach wie möglich. Da wirst du -und andere Leser - bestimmt sagen, ich bin herablassend, polemisch, gemein, arrogant und ein blödes Arschloch. Das ist dein Recht. 

Aber die jetzige Quote an großen Brüsten ist "Problematisch" also welche ist es nicht und warum ist diese nicht willkürlich?

Nix verstehen. Das Wort "Quote" bedeutet etwas anderes, als du denkst. Aber von mir aus: Wenn Kritiker  wie Sarkeesian und übrigens ganz, ganz, ganz viele andere Menschen - ja! auch Männer! gasp! - meinen, dass es seltsam ist, wenn eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Frauenfiguren in Spielen aussehen wie aus den feuchten Träumen eines 13-jährigen Hormongesteuerten, der Frauen nur aus dem Tentacle-Rape-Hentai kennt, dann ist das eine ziemliche thematische Verarmung. Die darf man aufzeigen, man darf sagen, dass es ein einseitiges, Frauen eventuell nur auf ihre Geschlechtsmerkmale redizierendes und JA! sexistisches Klischeebild ist. Merkst du was? Da nimmt dir noch keiner irgendwelche Tittenmäuse weg!

Quoten sind in anderen Bereichen Realität.

Da hast du recht! In der Wirtschaft, in der Politik, an der Uni, sprich, überall, wo es gesellschaftlichen Sinn hat, dass auch Frauen am Ruder sitzen oder überhaupt vorkommen. Aber jetzt rate mal: In Filmen, Büchern, bei Musik, Theater und anderen Medien gibts das nicht. Warum? Weil dem Gesetzgeber das egal ist. Zu Recht. Bei Spielen ist das genauso. Da KANN nämlich gar niemand kommen und etwas "fordern". Auch wenn - siehe meine Worte oben - deine Horde an Schreihälsen mit paranoiden, hysterischen Wahnvorstellungen das noch so sehr befürchten, wenn sie sich in den Schlaf pöbeln: Niemand wird kommen und euch strickpullitragende Vegan-Emanzen als KriegerinnenAvatare in Diablo 4 aufzwingen. Niemand! Was natürlich schon passieren kann: Die Entwickler könnten, auch weil es ja immer mehr Menschen gibt, die spielen, die NICHT 13-jährige Hormongesteuerte sind, die Frauen nur aus dem Tentacle-Rape-Hentai kennen, VON SELBST die Idee haben, dass sie eventuell mal den Fellbikini der Amazone so gestalten, dass auch weibliche Spieler sich mit der Figur identifizieren können, ohne rot zu werden. Wenn das passiert, hat aber keine Zensur stattgefunden, Sarkeesian ist nicht schuld und dir wurde nix weggenommen, weil es GARANTIERT immer noch genug Spiele geben wird, in denen dir die Möpse nur so entgegenkullern. Nur nicht mehr in jedem einzelnen.

Das ist hart, ich weiß. Aber du wirst es verkraften. 

Warum sollen Spiele ernst genommen werden? Du klingst wie diese Blogger, nein du bist ja einer. Die Mehrheit der Spieler wollen Spaß haben und nicht mit 2deep4u Belästigt werden. Spiele sind schon längst Kunst und niemand kehrt, genau wie bei der Popmusik.

Wow, na, das ist ja echt oberfies von mir, dass ich die armen, armen Spieler dazu zwinge, sich hier einzufinden, jede Zeile von mir zu lesen und dann als Hausaufgabe Reflexionsessays  in den Kommentaren abzugeben! Die wollen nur Spaß und ich Unmensch zwinge sie zum 2deep4u! Wo doch gar niemand kehrt! Was bin ich nur für ein Unmensch! Spaß beiseite: Mir scheißegal, ob die angebliche "Mehrheit" das oder das will. Wir haben da ein Medium, das fast 50 Jahre alt ist und das jedes Mal, wenn es in eine innovative Richtunge gegangen ist, von konservativen, reaktionären "Core Gamer"-Brüllaffen sabotiert wurde. "Ist ja alles kein Spiel mehr", "Soll alles nur Spaß machen", blabvlabla. Ist mir wurscht. Hier in meinem kleinen Biotop herrscht scheißelitärer intellektueller Hipsterfaschismus, was irgendeine imaginäre Mehrheit will, geht mir am Arsch vorbei. (Oh, und bevor hier dann Screenhots gemachzt werden um die böse Fratze der SJWs bloßzustellen: Das soeben war absichtliche Übertreibung zuspitzender Art.)

Dein Schlusssatz mit Kunst geht übrigens in eine völlig andere Richtung als alles vorher, aber hey, egal, ich MUSS das ja nicht verstehen.

Das ist Subjektiv. Und AAA-Titel mit Gewalt werden von männlichen Spielern dominiert.

Ich glaube mal, dass du dich irrst, wenn du meinst, dass alle Männer still kopfnickend dasitzen werden und dir beipflichten, wenn du den Iststand von AAA als naturgegeben hinstellst. Sind halt Männer! Wollen alle nur Titten, Bier und fette Wummen- was soll man da machen! Das ist ein bisschen so wie mit den "Gamern": Ihr täuscht euch gewaltig, wenn  ihr glaubt, dass sich in diesem Konflikt ALLE Männer automatisch auf eure "Seite" schlagen. 

Strohmann.

Neinnein, ich sags ja, du verstehst das nicht mit dem Argumentieren. Hier "Strohmann" zu rufen ist ungefähr so sinnvoll, als würdest du "Apfelstrudel" rufen. Oder "Heckiheckihecki-petteng!" Ich weiß schon, dass ihr das gern so macht, weil sich die Gegenseite dann oft verwirrt zurückzieht und nichts mehr zu sagen hat, aber psst: Die geben euch deshalb nicht recht, sondern werfen sich nur vielsagende Blicke zu und machen um euch einen Bogen wie um den bepissten Alkoholiker am Bahnhof. Der "gewinnt" auch viele Diskussionen, aber hallo.

Wie? Wenn es mehr feministische Spiele gibt, machen diese dann mehr Pixelvergewaltigungssimulationen?

Weißt du, dieser letzte Satz, dieser unverständliche, brunzdoofe, sinnlose, hirnverbrannte Satz hat mich besonders dazu bewegt, hier viel zu viel Zeit darin zu investieren,  Gemeinheiten und Beleidigungen als verdiente Antwort auf dein Gesabbel zu verfassen und arrogante Scherze über dich zu machen. In diesen zwei Halbsätzchen zeigt sich, dass du ein richtiger Vollhirni bist.

PS Noch was: Ich kann dich hier so behandeln, weil nein, du bist nicht mein "Kunde". Wenn du VGT anklickst, kriege ich kein Geld. Es ist mir also total, absolut, sowas von egal, ob du nun empört hier wegrennst und nie, nie, nie wiederkommst. Echt. Adios. Cheerio. Tüdelü. Byebye.

@34
>Nix verstehen. Das Wort "Quote" bedeutet etwas anderes, als du denkst.
"Quote (lat. quota ‚Anteil‘) bezeichnet einen Prozentanteil einer Gesamtmenge oder -anzahl,"

>Die darf man aufzeigen, man darf sagen, dass es ein einseitiges, Frauen eventuell nur auf ihre Geschlechtsmerkmale redizierendes und JA! sexistisches Klischeebild ist.
"Als Sexismus wird die auf das Geschlecht (lat. sexus) bezogene Diskriminierung bezeichnet. Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken."
Klischeebilder in Videospielen schaden niemanden. You don't prove a negative!
Du kannst vieles meinen, verkauf es nur nicht als Social Justice.

>VON SELBST
Natürlich, verkaufe nur deine Denkhilfe nicht als Social Justice.

>die Idee haben, dass sie eventuell mal den Fellbikini der Amazone so gestalten, dass auch weibliche Spieler sich mit der Figur identifizieren können, ohne rot zu werden.
Verallgemeiner doch nicht alle weiblichen Spieler, und gasp! Nicht jeder kann sich nur Exklusiv mit seinem eigenen Klon identifizieren.

>Ich glaube mal, dass du dich irrst, wenn du meinst, dass alle Männer...
Ich habe nie Männer verallgemeinert.

Da du wohl keine Lust mehr hast:
Und am ENDE sind wir wieder am Anfang, was ist Social Justice? Was ist der unproblematische Anteil an großen Brüsten in Videospielen?

@"Gamer": Diskutiere ich jetzt mit dir oder dem tapferen Gast?

Egal

Du kannst vieles meinen, verkauf es nur nicht als Social Justice.

Ich verkauf gar nix, und mal ehrlich: Es ist sowas von oberaffig, da immer diesen englischen Kampfbegriff zu verwenden. Der heißt noch weniger als das ebenso doofe "Gutmensch", zeigt nur die reaktionäre  Ideologie des sie Verwendenden und ist sonst nur eine blödsinnige Nebelkerze. Falls es dir auffällt, argumentiere ich im Text oben auch damit, dass es eben megabescheuert ist, sich ausgerechnet einen Begriff als Pfuipfui-Böse auszusuchen, der sonst nur bei hardcore-rechtsreaktionären Stammtischen als Feindbild taugt. Soziale Gerechtigkeit ist etwas Anzustrebendes und hat mit dem allem hier, mit Videospielen, mit Sarkeesian, mt Quinn, nix zu tun, außer dass ein paar Hirnamputierte sich unter diesem Banner/Kampfbegriff versammeln um eine Verschwörung herbeizudichten.

Mehr sag ich dazu nicht  mehr, denn langsam, ganz langsam habe ich den Verdacht, dass alle, die bis jetzt, nach all den vielen Worten, die ich und andere hier schon darüber verloren haben, noch immer nix verstehen wollen, einfach zu vernagelt sind.

Da du wohl keine Lust mehr hast: 

Falsch: Da du offenbar nix kapieren willst

Und am ENDE sind wir wieder am Anfang, was ist Social Justice? Was ist der unproblematische Anteil an großen Brüsten in Videospielen?

Was hat Pfirsichmarmelade mit Kuala Lumpur zu tun? Was du und ein Haufen andre Spinner unter diesem Begriff verstehen, ist mir egal. Was es für mich bedeutet, steht etwas weiter oben, aber hey, vielleicht hast dus ja nicht so mit dem Lesen. Was der "unproblematische Anteil an großen Brüsten in Videospielen" ist: Gäääähn.

Sehr schöne Polemik, Rainer (im Sinne des journalistischen Stilmittels), sowohl im Text als auch den Kommentaren. scheisselitärer intellektueller Hipsterfaschismus FTW!

Und @"Gamer": Ich hab das schon an anderer Stelle zu einem ähnlichen Thema gesagt: je lauter Ihr schreit, desto deutlicher wird, dass Ihr Euch auf dem absteigenden Ast befindet. Insofern lehne ich mich zurück und freue mich auf schöne neue walking simulators, notgames und AAA-Spiele mit komplexen Charakteren. Und auf eine Zeit, in der all die tollen Ideen der Leute, die Du meinst, abfällig als "Social Justice Warriors" zu bezeichnen (was ich mir als Ehrenbezeichnung vorstelle), umgesetzt sind.

@36 Ich Schrei hier nicht.

@37
>Ich verkauf gar nix, und mal ehrlich: Es ist sowas von oberaffig, da immer diesen englischen Kampfbegriff zu verwenden.
Ich sprach im Letzten Beitrag von "Social Justice" und sonst nur einmal von den SJW.
Beispiel:
http://www.feministfrequency.com/?s=Search
"Welcome to my Feminist Search Engine. While doing research for my videos I often wish I could just do a quick search through feminist and social justice blogs"

Reaktionär, nuff said mein Genosse.

>Mehr sag ich dazu nicht mehr, denn langsam, ganz langsam habe ich den Verdacht, dass alle, die bis jetzt, nach all den vielen Worten, die ich und andere hier schon darüber verloren haben, noch immer nix verstehen wollen, einfach zu vernagelt sind.
Gut, Anita hat nichts mit Social Justice zu tun, wir stimmen überein. dann geht die Brüstefrage an:
@#25 Aranjaeger

Rainer, Deinen Artikel find ich schon gut, aber Dein Durchhaltevermögen hier unten bei den Kommentaren lässt mich erblassen. Und lachen obendrein. Danke sehr.

@ Reaktionärer "Gamer":

Was ist der unproblematische Anteil an großen Brüsten in Videospielen?

Da haste 's:

http://www.theaveragebody.com/average_breast_size.php

Ach und eh ich's vergesse: Die Lokalisierung von Spielen schließt ab demnächst neben Schrift und gesprochener Sprache auch die Einbeziehung dieser Statistiken in den jeweiligen Ländern mit ein. Mann, Mann, Mann…

@Grit: Schönen Dank auch! Muss wohl die österreichische Streitlust sein.

Zur Diskussion allgemein: Dass zu einem kritischen Artikel zu einer "Bewegung", die sich ja auf die Fahnen geheftet hat, gegen "Korruption" anzukämpfen,  in kaum einer Wortmeldung auch nur ansatzweise diese diskutiert wird, ist IMHO auch ein Beleg dafür, dass es bei #GamerGate eben nicht um "Ethik", sondern um ein verzweifeltes Flaggezeigen im Angesicht als bedrohlich wahrgenommenen Bedeutungsverlusts dieser Gruppe geht. Und: Der Lack der moralischen Empörung ist scheinbar so dünn, dass nach minimalem Kratzen dran sofort der stets bestrittene alte misogyne Schmarrn drunter auftaucht.

Das war schon eine beeindruckende Leistung im Sachen versuchtes Diskussionsderailing, aber in dem Fall leider in eine Richtung, von der ihr ja selbst wegwollen müsstet: QED.

Wohl noch ein Grund mehr, warum euch keiner ernst nehmen wird: So richtig ernst nehmt ihr es wohl selber nicht mit der Korruptionsbekämpfung. No surprise bei einer "Revolution", die persönliche Verknüpfungen bei ein paar popeligen Indiegames von Frauen als problematischer ansieht als die Millionenabhängigkeiten zwischen Industrie, Medien und PR-Großkampfstrategien. DAS WÄRE MAL EIN PAAR ANGEPISSTE NERDS WERT.

Genau das lag mir auch noch auf der Zunge, Rainer. Da hört man Aufschreie von Leuten, die ansonsten die Füße still halten, obwohl sie gleichzeitig von allen Seiten mit Nachrichten gefüttert werden, die von viel größerem Belang sind, und bei denen ganz offensichtlich Käuflichkeiten und ökonomische Abhängigkeiten eine Rolle spielen – Du bringst es besser auf den Punkt als ich. Ich fände ein positives Review für ein kleines Indiespiel aufgrund einer persönlichen amourösen Schwäche des Journalisten gegenüber der Macherin vergleichsweise harmlos, ja niedlich fast. Da fragt man sich halt wirklich, woher diese überbordende Entrüstung in Wahrheit kommt. Ich kann auch nicht glauben, dass der wahre Hintergrund für so viel Krach wirklich der Ärger über Korruption sein kann, wenn sich dieser Ärger "nur" auf den Gamesjournalismus beschränkt, wo es doch da reichlich dringendere Felder zu beackern gäbe. Ich stimme Dir sowas von zu und ein Hoch auf die österreichische Streitlust, die mag ich.

<3

"Ich fände ein positives Review für ein kleines Indiespiel aufgrund einer persönlichen amourösen Schwäche des Journalisten gegenüber der Macherin vergleichsweise harmlos, ja niedlich fast."
...niedlich...niedlich...niedlich? Ernsthaft?
Ich musste das zweimal lesen, weil ich es im ersten Moment nicht glauben konnte. Eigentlich hatten wir ja gesagt, dass eine Diskussion über Korruption an anderer Stelle angebrachter wäre, weil diese im Moment in diesem sexistischen Wutmob untergeht, aber diese Aussage ist einfach unmöglich.
Ganz ehrlich, wenn sie gesagt hätten:
 
-99% der Entrüßtung ist gar nicht in der Korruption begründet, sondern im Kern sexistischer und andere Natur.
100% Zustimmung von mir.
-Das Problem wird größer gemacht als es ist und es gibt bedeutend wichtigere Dinge zu besprechen.
Dieses "Es gibt wichtigeres auf der Welt"-Argument ist natürlich problematisch, aber sogar das wäre im Kern richtig
-Es gibt keine Beweise, sondern nur vermeintliche Indizien
Auch dem könnte man zustimmen
 
Aber das: Eine positive Review aufgrund einer amourösen Schwäche des Journalisten ist niedlich, ernsthaft?! Niedlich!? Stimmt, die CSU-Abgeordneten, die ihre Frauen als Sekräterinnen für das doppelte eines normalen Gehalts eingestellt haben, war das süß von denen, da geht einem ja das Herz auf.
Wie gesagt, die Diskussion über Seilschaften etc. soll an anderer Stelle geführt werden, aber bei solchen Sätzen bleibt einem einfach die Spucke weg.

@Kritiker: Ich finde die Formulierung ebenfalls wenig hilfreich, aber hold your horses: Du argumentierst hier leider genau entlang jener aufgeheizten Hysterie, die im Gegenzug das allzu große Fass aufmacht. "Korruption", das ist ein Grundübel der Welt, das sind ausgebeutete Dritte-Welt-Länder mit Kleptokratien, Industriebosse, die sich Gerichtsurteile kaufen, Waffendeals an Kriegsparteien unter der Hand, Gesetzesentwürfe gegen Geld, Raubzüge gegen ganze Volkswirtschaften.

Und was ist der Anlass für diesen Zwergenaufstand? Ein Artikelchen hier, das wahrscheinlich, wenn überhaupt, Verkäufe in dreistelliger Dollarhöhe zur Folge hat, ein Text dort, der den einen oder anderen Namen in der obskuren Nische vielleicht ein wenig besser verankert. That's it.

Da fließen keine Millionenbeträge, da wird keiner "betrogen", da verliert kein anderer - außer höchstens jene, die deswegen nicht in denselbem kleinen Rahmen vorgestellt werden, aber hey: Bei der aktuellen Megaschwemme an Devs werden sowieso, auch ganz ohne "Korruption", 95% immer ohne Öffentlichkeit bleiben.

Ist das unschön? Kann man sagen. Sollte man das vermeiden? Wäre nicht schlecht. Aber das ist keine "Korruption" und, mit Verlaub, wenn dir beim Gedanken, diesen "Missstand" "niedlich" zu finden, schon die Spucke weg bleibt, dann gehst du wohl wenig nach draußen und schaust keine Nachrichten.

Dein Vergleich mit der CSU-Abgeordneten hinkt außerdem in mehrerlei Hinsicht: Erstens ist "die Games-Presse" kein Staat, der von den Bürgern zwangsfinanziert wird, zweitens geht es - wie oben angesprochen - im Falle der Indie-"Korruption", die da zu solcher Empörung unter Scheinheiligen führt, um wirkliche Peanuts auch im Angesichts ganz, ganz anders zu bewertender Deals zwischen großen PR-Kunden und der Presse, und drittens, und das ist ein Punkt, den ich hier noch gar nicht angesprochen habe:

Der Glaube, dass "Games-Journalismus" diesen heiligen Gral der angeblichen "Objektivität" hochzuhalten habe, ist letztlich deshgalb sinnloser Bullshit, weil es in der Beurteilung von Kultur weniger und weniger Objektives und mehr und mehr Interpretation, Kritik, Assoziation, kurzum: Subjektivität BRAUCHT. Dass jetzt so viele "Gamer" in selbstgerechtem Zorn explodieren, weil sie sich "verraten" fühlen, weil sie sich einbilden, sie würden "objektiv" informiert - wenns geht mit Spielspaßwertungen mit Nachkommastellen, so richtig "wissenschaftlich" eben -, zeigt nur, dass sie sleber nicht im Stande sind, das Medium als das zu begreifen, was es inzwischen ist: ein künstlerisch eigenständiger, zu komplexen Aussagen fähiger, auch manchmal uneindeutig schillernder, offener Raum, der sich nicht schnöde "testen" lässt. 

Und bevor jetzt Geheul losbricht, dass es sehr wohl Aufgabe der "Presse" sei, "objektiv" von den Qualitäten des aktuellen Battlefield im Vergleich zum Vorgänger zu berichten: Dann Augen auf, welche Riesenwerbeetats dann eventuell beim Launchday die Seiten einfärben, weche Seite "exklusiv" aus exotischen Locations Preview-Hype betreibt, wer besonders üppig seine Leser bei Preisausschreiben mit Swag von wem überhäuft. Die Indie-Games, um die es beim aktuellen Dünnpfiffstürmchen im Wasserglas geht, widersetzen sich der technokratischen Wertungsmanie ohnehin; deshalb sind sie ja auch den reaktionären Fanatikern so suspekt.

Mit anderen Worten: Die Entrüstung, hier würde eine "korrupte" Journaille die "Wahrheit" verdrehen und ihren Lesern falsche "Fakten" unterjubeln, quasi so wie in "Wag the Dog" inszenierte Realität frei Haus zu liefern, ist gerade angesichts der Titel, an denen diese "Korruption" gefunden wird, so dermaßen lächerlich, dass das sogar schon der nächste Grund ist, warum man "GamerGate" nicht ernst nehmen kann. 

 

Veeergleichsweiseee.

@Grit

Ja, Sie haben ja Recht. Ich hätte mich nicht über dieses eine Wort so aufregen müssen. Eigentlich ist ja klar wie Sie das meinten, unglückliche Formulierung hin oder her. Mea culpa, aber wie Herr Sigl schon sagt, das erste was im Internet verloren geht ist der gute Ton.

Ich wollte Sie nicht persönlich angreifen. Ich hoffe Sie lesen das und nehmen meine Entschuldigung an.

Anlässlich des versöhnlichen Tons hier mal ein Lob an meine Kommentatoren, auch und vielleicht sogar besonders an jene, die nicht meiner Meinung sind: Ich bin mir des Privilegs bewusst, hier Leser und Mitdiskutanten zu haben, die - gerade auch in dieser Sache - zum aller-, allergrößten Teil vorbildlich zivilisiert zur Sache gehen.

In diesem Sinne von mir: schönen Dank! Und auch eine Bitte um Nachsicht, wenn ich als Gastgeber vielleicht des Öfteren die argumentativen Samthandschuhe ausziehe und Tacheles rede. Call it Wiener Charme (für weniger Eingeweihte: ein Euphemismus für konfliktlustige Grantigkeit). Ich hoffe, es triff meistens die Richtigen.

These: lange Textwüsten schrecken die übelsten Trolle ab. Beinharte Auslese hier.

 

In einer Sache muss ich ihnen jetzt Rechtgeben, diese ganze Chose ist von den Personen, die das ganze initiiert haben und dem ganzen "Glaubenskrieg" der gerade stattfindet nicht zu trennen, wie ich jetzt wieder feststelle.
Mir bleibt die Spucke nicht weg wegen dieser vermeintlichen "Korruptionsaffäre". Da haben Sie recht, das ist keine Korruption, sondern höchstens kein sauberes Trennen von Arbeit und Privatem.
Bei dem oben genannten Satz, kann einem allerdings schon die Spucke wegbleiben, jetzt mal ehrlich, niedlich? Da ist er deutlich übers Ziel hinausgeschossen. 
Ansonsten haben Sie auch Recht, dass es echte große Korruption gibt, das ist mir bewusst, ich bin aus Afrika. Allerdings ist dieses "Es gibt wichtigeres auf der Welt"-Argument immer etwas problematisch. Hunger in Afrika ist auch wichtiger als sagen wir mal sexistische Tropes in Videospielen oder Videospiele überhaupt, trotzdem soll man sich darüber Gedanken machen. Jeder soll das Feld beackern was er will, ist doch toll wenn sich überhaupt jemand über Missstände gedanken macht. 
Bei der Frage der Verhältnismäßigkeit gebe ich Ihnen natürlich Recht, da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Diese große Empörung ist natürlich lächerlich. In diesem Sinne wurde dieser ganzen "Korruptions"-Affäre sowieso mehr Aufmerksamkeit zuteil, als sie verdient und ich mach hier mal einen Schlussstrich.
Schönen Tag noch! 

@ #43 Kritiker, Entschuldigung gerne angenommen. Ich hab mich ja auch gar nicht persönlich angegriffen gefühlt.

Ein paar Rückmeldungen wollte ich noch abgeben, weil ich jetzt hier schon so am Schreiben war, aber dann gebe auch ich Ruhe. :)

[…] dass eine Diskussion über Korruption an anderer Stelle angebrachter wäre, weil diese im Moment in diesem sexistischen Wutmob untergeht […]

Das Argument, dass hier Korruption bekämpft werde, ist doch das einzige, auf das es wert wäre, einzugehen, das die GamerGate-Brigade versucht zu rechtfertigen. Ich meine, weiter oben gelesen zu haben, dass sich ein besonnener GamerGate-Fürsprecher (#5) von den ganzen hässlichen Dingen wie Misogynie, Sexismus, Ignoranz, Engstirnigkeit und den noch hässlicheren Vorfällen (Eindringen in Intimsphären, Hasstiraden, Drohungen) distanziert. Dass das alles eine riesengroße Scheiße ist, darüber muss man ja hoffentlich nicht diskutieren. Die Ursachen dieses Ausmaßes ließen sich natürlich erörtern, aber darum geht es doch konkret hier gar nicht. Da gibt es aktuell auch viele andere Beiträge und Kommentare an anderen Stellen.

-99% der Entrüßtung ist gar nicht in der Korruption begründet, sondern im Kern sexistischer und andere Natur.
 
Eben, genau das sage ich doch auch, dass hier ganz andere verletzte Befindlichkeiten Ursache dieser Welle sind. Das sieht man ja auch daran, wer vor allem Ziel der Angriffe ist, und in welcher Form diese Angriffe ausfallen. (Und das ist wirklich, wirklich schlimm und ekelhaft und erschreckend.)
 
-Das Problem wird größer gemacht als es ist und es gibt bedeutend wichtigere Dinge zu besprechen.
Dieses "Es gibt wichtigeres auf der Welt"-Argument ist natürlich problematisch, aber sogar das wäre im Kern richtig
 
Ja, das ist so, aber mir ging es nicht nur darum, zu sagen, dass es wichtigere Dinge zu besprechen gibt, und dass sich die "Gamer" mal nicht so aufregen sollen. Die verschobene Verhältnismäßigkeit von Missstand und Reaktion ist ein Indiz dafür, dass es doch gar nicht (nur) um Korruption im Spielejournalismus geht. Es ist lächerlich, sich an dem Quinn-Grayson-"Fall" hochzuschaukeln. (Es ist noch lächerlicher, sich vor einer Invasion aufstrebender "Gutmenschen" (hä?) zu fürchten.) Eine positive Bewertung eines Nischenproduktes aufgrund einer Romanze ist deshalb "niedlich" – davon abgesehen, dass diese Bewertung ja gar nicht existiert – weil eine Rezension erstens sowieso immer subjektiv ist (Regt sich irgend jemand ernsthaft darüber auf, dass ein Film von dem einen hoch gelobt und von jemand anderem verrissen wird?), weil wir zweitens ständig von allen Seiten subjektive Bewertungen für alle möglichen Produkte vorgesetzt bekommen (Lesen Sie dieses Buch. Kaufen Sie diese Hose. Verreisen Sie mit diesem Unternehmen.), die nicht nur auf persönlichen Vorlieben, sondern auf ökonomischen Abhängigkeiten beruhen (Ich finde die persönlichen Vorlieben "niedlicher" als die ökonomischen Abhängigkeiten, ja, ja ,ja!), und drittens, weil es hier nicht um Dinge geht, die Menschen wesentlich schaden, wie wenn sich das Ganze in der Politik, der Justiz oder bspw. der Medizin abspielen würde. Also wirklich. Jetzt können Sie natürlich sagen, es geht hier ums Prinzip, und Vetternwirtschaft ist niemals "niedlich" oder zu verharmlosen. Tja, ich finde aber eben doch. Es gibt Abstufungen. Und wenn diesen vielen Menschen wegen einer nicht aufzufindenden korrumpierten Spielerezension oder weil sie finden, dass es im Spielejournalismus allgemein nicht sauber zugeht, so arg der Kragen platzt, dass einem nur beim Lesen ihrer Kommentare Angst und Bange wird, dann wundere ich mich eben, warum diejenigen dann trotz der vielen zum Himmel schreienden Sauereien auf dieser Welt nicht schon lange wutentbrannt durch die Gegend marodieren.
 
-Es gibt keine Beweise, sondern nur vermeintliche Indizien
 
Ja, das wollte ich aber nicht anbringen als Argument, dass der ganze Lärm nicht angemessen ist, scheint ja nicht zu fruchten, haben ja schon genug andere versucht.
 
[…] trotzdem soll man sich darüber Gedanken machen. Jeder soll das Feld beackern was er will, ist doch toll wenn sich überhaupt jemand über Missstände gedanken macht. […]
 
Ja, wir sind da ganz beieinander. Sich Gedanken machen ist aber was anderes, als irrational Menschen zu bashen, weil man sich einredet, dass die einem irgendwie an den Kragen wollen, und ansonsten aber sich offensichtlich um nix anderes 'ne Platte machen. (Ich gebe zu, das ist jetzt gemutmaßt.)
 
Diese große Empörung ist natürlich lächerlich. In diesem Sinne wurde dieser ganzen "Korruptions"-Affäre sowieso mehr Aufmerksamkeit zuteil, als sie verdient
 
Auch dem stimme ich zu. Und auch wenn ich weiter oben die korrupten Machenschaften in der Gamespresse – ich habe echt keine Ahnung über deren Ausmaß – verharmlose, finde ich es sehr wichtig, die Ursachen für die hier beschriebene Entwicklung zu ergründen und sich darüber hinaus dafür einzusetzen, dass Menschen nicht gehetzt, bedroht, verletzt oder gefährdet werden, nur weil sie nicht ins Bild von einigen Schwachköpfen passen.
 
Und auch nochmal von mir: Das ist doch hier mal eine angenehme Diskussionsumgebung. Ich glaube, ich werde öfter vorbei schauen.

Also ich persönlich bin ja etwas verwirrt, dass der Text es hier rüber geschafft hat, ist doch "Gamersgate" in Deutschland... ok, wir sind hier auf einer .at Seite, aber ich kann mich nunmal nur darauf beziehen ... garkein Thema ist. Was ja auch nicht weiter verwunderlich ist, da es ein US-Thema ist.
Ich selbst bin da erst vor ein paar Stunden drauf gestoßen (gehört hab ich schon vorher davon, hab es aber ignoriert)

Das man meint das eine "Romanze" zwischen einem Entwickler und einem Jorunalisten, der das Proudkt der erstgenannten bewerten soll (und damit Publicity schafft) als "niedlich" bezeichnet... nunja... gut. Von mir aus.  
Das aber auf einmal auf vielen Seiten keine Möglichkeit besteht darüber zu debattieren (denn seien wir mal ehrlich, journalistische Integrität sieht anders aus), darunter reddit und und teilweise 4chan (!), das macht doch sehr stutzig. Dann natürlich auch noch 10 ähnliche Artikel wie der Blogbeitrag hier an einem Tag (vom 28 August, schlagst nach) auf vielen Gameingwebsites, die mal eben den "Tod" des Gamers erklären wollen.
Mal neben der Tatsache dass das gewaltig stinkt ist es zumindest hier fast niedlich.
(Wir ignorieren mal die Gerüchte, dass eine Suche von Reuters nach Affilates in der Online-Gamingjournalismbranche komplett erfolglos blieb, da sie nicht die journalistischen Standards von Reuters erfüllen, und dabei noch vom Niveau unterhalb von Tabloids liegen sollen)

Da wird einfach mal der Tod des Gamers proklamiert. Ähm, wie soll das gehen?
Die Gamer sind das Hauptelement einer Industrie, die mittlerweile größer ist als Hollywood. Dort wird richtig Geld verdient. Denkt ihr wirklich, dass diese Industrie sich nicht mehr nach diesen Spielern ausrichten wird? Weil... kotaku und Konsorten berichten, dass es sie nicht mehr gibt?
Oder ist das alles ganz anders gemeint? Ist das eher "kulturell" gemeint?
Auch das ergibt wenig Sinn, denn diese, wie oben beschrieben, geben den Takt vor.

Rainer, glaub mir, wird nicht passieren. Ich halte das... gerade nach dem "Fluten von Artikeln" an exakt einem Tag... für eine PR-Kampagne. Drama verkauft sich ganz gut. Gamer sind besonders anfällig dafür, da sie a) früher eher zu denjenigen gehört haben, die gemobbt wurden und b) die Killerspieldebatte, die es auch in den USA gab und teilweise noch gibt, jahrelang erdulden mussten.
Gamer wird es weiterhin geben, ein "Verlassen" dieser Gruppe wird nicht geschehen. 

Was ich mir eher vorstellen könnte ist der Untergang von kotaku und co, die sich ja offen gegen ihre Leserschaft gestellt haben. Das amüsiert mich auch sehr: Sie ersticken gerade an ihrer eigenen Korruption und an ihrem Größenwahn, genau wie die alten Medien es gerade tun. Dabei ist New Media gerade mal ein paar Jahre alt. Kaum zu fassen, dass sie exakt die gleichen Fehler machen. Und das Korruption da ist ist bekannt, Gamergate ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Gibt es Sexismus unter den Gamern? Das ist in etwa so als ob man fragen würde ob es Sexismus unter Kinobesuchern gibt. Ja sicher gibt es das, es gibt Millionen von Gamern, die ganze "Gruppe" ist doch alles andere als homogen. Man kann defintiv einige Dinge besprechen (beispielsweise die mangelnde Vielfalt bei weiblichen Charakteren, da hatte Jim Sterlin ein schönes Video zu).

Aber nicht mit Leuten wie Ihnen, die unter Gamern den "weißen heterosexuellen Mann, der Frauen untedrücken will" sehen. Wissen Sie was? 'Ich betrachte mich selbt als Gamer, und danke, ich halt sie auch für ein Arschloch. (Ist nicht wirklich ernst gemeint, ich finde es nur daneben solche Vorurteile zu zelebrieren wie Sie es getan haben) Gerade weil sie mit Leuten wie Zoe Quinn sympathisieren, die nachweislich einige Leute ins offene Messer laufen lassen hat. (Fine Young Capitalist beispielsweise. Ein Fundraiser für Spiele von Frauen. Gratulation für ihre Verbündeten.)

Mit sowas erreicht man keinerlei Fortschritt. Nicht im geringsten. So gibts auch keine Debatte.