Inderst legt nahe 050714

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Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

Nicht erst seit "Garden State" packt die Nostalgie meine Generation wie hyperlebendig-surreale Dschungelpflanzen Forscherklöten. Und Kinos, die erst zu Polykleinwandschachtelschmuddelkonstrukten aus Fleck-Beton degradiert und später zu Glasbetontempel der Konsummoderne transmigrierten sind bestimmt nicht der schlechteste Ort, um über das Medium nachzudenken. Denn das Mittel braucht einen Raum. Das Kino. Und wenn schon die Spielhalle, die im deutschsprachigen Raum sowieso ein anderes leidhaft-unverstandenes Schicksal zu pflegen wußte, nicht das Arcade-Projektions-Utopia bilden kann, erinnern wir uns eben via Kino an die Campingurlaube in Italien, wo die Videospielautomaten unsere bundesrepublikanischen Sommerferien versüßten. 

Games Are So Much More Than An Industry

Wenn die Kritik die Königsklasse ist, war die Frustäußerung (manchmal auch: der Verriss) der vergessene Bruder / die abgeschobene Schwester / der versteckte Cousin. Nein, Cousin ist schon zu weit weg. Wie schwierig es ist, einen amüsanten neudeutsch betitelten Rant zu schreiben (schreiben, ich weiß, heute will immer gleich jede/r "verfassen", ganz staatsgenderisch eben), weiß diejenige, die es versucht (hat). David Hayward schafft es. Und daher lohnt es sich, ihm zuzuhören bzw. seine Sätze zu lesen.

Selbst- und Fremdbestimmung in Mass Effect

Wenn jemand über "Mass Effect" schreibt, spitze ich die nicht durch BEAT-Kopfhöhrer geschädigten Ohren! Wenn dieser jemand Andreas Schöffmann heißt und bei Paidia.de veröffentlicht, ist die Lektüre für mich sowieso Pflicht. "Wer sich diesem Effekt hemmungslos und unreflektiert hingibt, erliegt einer ähnlichen Demanzipation gegenüber der Maschine, wie sie in Mass Effect thematisiert wird." Von welchem Effekt er spricht, wollt Ihr wissen? Klicken...nicken. Repeat. The machine has you. Now.    
 
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Kommentare

[...] Woche startet die kleine Serie “Inderst legt nahe” auf Video Game [...]

Der Mass-Effect-Text bringt mich in ein nostalgisches Dilemma: Verflucht, das akademische Schreiben über Spiele kann mit einer Brillanz und Tiefe funkeln, wie es dem Feuilleton naturgemäß kaum gelingen kann. Der Raum und die Profundität, mit der hier die Gedanken belegt und weitergesponnen werden, kann so im gestauchten Gedankenformat des feuilletonistischen Schreibens nicht erreicht werden. Trotzdem bedauere ich zugleich, dass Schöffmann sozusagen im Staub der Akademie verschwindet, denn sowohl Zeit als auch Geduld, dieser Art Text zu folgen, sind rar gesät.  

Ein Destillat dieser Gedanken, filtriert von der Notwendigkeit zu zitieren, clever gekürzt und in derselben Kühnheit:  Das wärs! Auch so aber toll. Danke, Herr Doktor!

Klicken, nicken, großer Spielebruder! Bleiben sie uns gewogen :) Aber der Typ mit dem schönen Himmel und dem Kamerawagerl wird schnell Seitenstechen kriegen, wenn er so weiter macht.

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