Best of Indie NEU: Mai 2016

Stolze vier Jahre lang habe ich für den GameStandard das monatliche Best of Indie zusammengetragen, das auch hier auf VGT seinen Auftritt hatte. Nun hat sich das Format geändert: Statt der gewohnten monatlichen Übersicht gibt es nun im Standard ein "Indie-Game der Woche". Auf VGT bleibt's beim Monatsrhythmus mit den vorgestellten Titeln, Links zu den ausführlicheren Reviews - und einem Bonustrack.

Offworld Trading Company (Windows, Mac 29,99 Euro)

Mit “Offworld Trading Company” wartet ein kleines Strategieschwergewicht auf Spielerinnen und Spieler: Auf dem frisch kolonisierten Mars kämpfen ganz verschiedene Industriekonzerne um den fettesten Profit, den die Versorgung der Kolonien, aber auch der spätere Export von Rohstoffen zurück auf den Heimatplaneten verspricht. Die vier Fraktionen - Roboter, Wissenschafter, Expansionisten oder Plünderer - haben dabei unterschiedliche strategische Möglichkeiten, ihre Basis auszubauen, Rohstoffe zu sammeln und Produkte zu fertigen. Sie sind jedoch alle einer höheren Macht unterworfen: dem freien Markt, der in Angebot und Nachfrage für schwankende Einkommen und teils dramatische Wendungen im Kampf um die Herrschaft sorgt - der Games-Urururopa “M.U.L.E.” aus dem fernen Jahr 1983 lässt grüßen.

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Stellaris (Windows, Mac, 39,99 Euro)

Indie oder doch nicht? Mit Hinblick auf die Geschichte des Entwicklers Paradox und dessen Selbstverständnis sagen wir mal: Ja, auch Paradox, obwohl inzwoschen selbst groß und Publisher, ist Indie - und sogar eine Indie-Erfolgsgeschichte. Mit "Stellaris" geht's nun zu den Sternen.

Die Vorbilder sind klassisch: Wie in “Master of Orion”, “Ascendancy” oder “Galactic Civilizations” warten die unendlichen Weiten des Alls auf geschickte Strategen, Forscher und Diplomaten. Die Mischung aus Globalstrategiespiel à la “Civilization” und einer Paradox-typischen dynamischen, auf Spielerhandlungen reagierenden Welt generiert auch in “Stellaris” in jeder Partie einzigartige Konstellationen und sorgt für jedes Mal neue - und ganz persönliche - Geschichten großer Imperien. Konzentrierte Einarbeitung in die zu Beginn verwirrende Vielfalt an Möglichkeiten und Systemen ist dabei durchaus nötig, doch dank ausführlicher Tutorials eröffnet sich hinter all den Statistiken und komplexen Menüs bald ein ganzes Universum voll mit hervorragend geschriebener epischer Weltraumoper, das jeden Science-Fiction-Freund glücklich macht.

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Pharaonic (Windows, Mac, 15,99 Euro)

Es spricht für die Unverwüstlichkeit des großen “Dark Souls”, dass sich seine zentralen Spielmechaniken auch in anderen Spielen perfekt verwenden lassen. Nach “Salt & Sanctuary” und “DarkMaus” bedient sich nun auch “Pharaonic” mit beiden Händen am großen Vorbild, und das mit einer Extraportion Style. Das alte Ägypten, als Szenario sträflich unterrepräsentiert in Spiel und Film, liefert die farbenprächtige Kulisse im hübschen Cartoon-Look, vom japanischen Hardcore-Rollenspiel haben sich die Entwickler Elemente der zentralen Kampfmechaniken abgeschaut. Die Komplexität des großen Vorbildes war dabei sichtlich nicht das Ziel der Entwickler, und so spielt sich “Pharaonic” auch eher wie eine etwas taktischere Variante der großen Arcade-Beat’em’up-Klassiker à la “Golden Axe”. Nicht nur für Freunde der als besonders schwierig verschrienen “Dark Souls”-Reihe bietet “Pharaonic” ein unterhaltsames, wunderschön gestaltetes Action-Rollenspiel mit Arcade-Anleihen und forderndem Schwierigkeitsgrad - als kleiner Happen nach Abschluss von “DS3” gerade recht.

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Duskers (Windows, Mac, Linux, 17,99 Euro)

Hochglanzgrafik? Überbewertet! Horrorfreunde wissen, dass sowohl Gänsehaut als auch Nervenflattern nicht von hübschen Bildern abhängig sind. Beweisstück der Woche ist das ziemlich einzigartige “Duskers” , in dem auf verlassenen Raumschiffwracks nervenzerfetzende Spannung auf furchtlose Drohnenpiloten wartet. Wie in der Science-Fiction schon liebgewonnene Tradition, lauert verlässlich das Böse in vielerlei Gestalt auf diesen schwebenden Särgen, doch statt seine Spielerinnen und Spieler direkt und hautnah mit tückischen Abwehrsystemen, Außerirdischen und so manchen anderen Bedrohungen zu konfrontieren, setzt sie “Duskers” an die Überwachungsschirme, von denen aus verschiedene Roboter in Echtzeit in riskanten Entermanövern dirigiert werden.

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Bonustrack

Dem neuen Wochenformat zum Opfer gefallen ist zum einen das melancholische Fragments of Him (Windows, 9,99 Euro), das sich berührend mit dem Tod auseinandersetzt - nach "That Dragon, Cancer" bereits das zweite Spiel, das sich um diese Thematik bemüht.

Gänzlich andere Baustelle, weil leichteste Sommerkost: Local-Coop-Freunde werden mit Neon Chrome (PS4, Windows 14,99 Euro) zu viert vor demselben Monitor viel Freude haben - das Cyberpunk-Twinstick-Shooter-Inferno mit Roguelike-Elementen und forderndem Schwierigkeitsgrad ist ein famoser Spaß für alle, denen "Helldivers" nicht mehr fresh genug ist. Und ein Steam-Darling zum Schluss: Mit Parkitect (Windows, Mac, 17,99 Euro) gibt's Nachschub für Themepark-Architekten im Early Access.

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