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Es ist so eine Sache mit Schubladen: Der Zeitpunkt, an dem sie sich im kollektiven Denken durchgesetzt haben, ist meist exakt jener, an dem sie bereits zu klein geworden sind. Indie ist spätestens 2014 ein Label, das für jeden etwas anderes bedeutet: Für die einen steht es für den unverständlichen Hype um Augenkrebsgrafik im ewigen 8-Bit-Pixelmatsch, für die anderen steht es pathetisch für die Zukunft des gesamten Mediums. Dabei gibt es ein Problem: Indie, also unabhängig vom Publisher zu sein, bedeutet heutzutage wenig.

An zwei Spaßvögel.

Man sollte nicht darauf hinweisen müssen, dass Männer in exakt den Uniformen, in denen ihr herumkaspert, vor wenigen Jahrzehnten Millionen Mitmenschen - Erwachsene, Kinder, Greise - überfallen, in Lager gesperrt, beraubt, gefoltert, erschossen, erwürgt, vergast und verbrannt haben.

Man sollte nicht eigens sagen müssen, dass Scherze entlang dieses Grauens nicht verboten sind, aber das Niveau der meisten genialen Komiker, garantiert aber eure bescheidenen Fähigkeiten übersteigen.

Man sollte nicht extra betonen müssen, dass euer infantiler Umgang mit diesem Thema im Rahmen der jämmerlichen Karikatur von "Gamesjournalismus" auf Jahre hinaus nicht nur die ernsthafte Beschäftigung mit dem Medium mit Scheiße zuschüttet, sondern auch jenes Zielpublikum, das euch applaudiert: Kinder und Jugendliche, an deren Beifall euch so viel liegt, dass euch nichts zu dumm ist für Klicks und Lacher.

Es sollte nicht nötig sein, auf das alles hinzuweisen. Es ist deprimierend, dass es nötig ist.

Genauer gesagt: Es ist zum Kotzen.

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Agata Góralczyk ist als Langzeitreisende in virtuellen Welten unterwegs. Einmal im Monat schickt sie uns eine Postkarte - diesmal aus Bioshock.

Lieber Rainer,

ich habe gerade meinen Vater getötet. Es macht nichts.

Ich war in einem Flugzeugunglück. Es ist eine bessere Welt. Ich bin etwas Besonderes. Ich werde Großes vollbringen. Ich töte.

Zuerst tötete ich einen Wahnsinnigen. Aber hier sind alle wahnsinnig. Ich bin einer von ihnen. Mein Wahn? Töten.

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Heute, Donnerstag abend, geht Extraleben #6 auf fm4 an den Start. Thema diesmal: Zensur.

"Zensur ist ein restriktives Verfahren von meist staatlichen Stellen, um durch Massenmedien oder auch persönlich vermittelte Inhalte zu kontrollieren. Durch Zensur sollen also unerwünschte oder Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte unterdrückt und unzugänglich gemacht werden. Insbesondere totalitäre Staaten wenden Zensur an" - weiß Wikipedia. Doch während Zensur an Filmen, Serien, Musik oder Literatur in der vermeintlich freien westlichen Industriegesellschaft längst passee ist, ist man beim "jungen" Medium Computerspiele dann doch noch nicht ganz so weit.

1511Into This Wylde Abyss is a work in progress described by its creator Richard Whitelock as "a short game about struggling to survive on a freezing island and what happens in your final hours, inspired by the dangerous sublime, Paradise Lost and AdamAtomic’s Capsule". Despite the very sparse information available on the game, I was at once fascinated by its visual style and the use of in-game photography.
 
I asked its creator Richard Whitelock a few questions on the game, photography and his inspirations.
 

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Wer "South Park" kennt, weiß, dass schlechter Geschmack Programm ist. Der weltweite Erfolg der Zeichentrickserie beruht nicht zuletzt darauf, dass die Macher Matt Stone und Trey Parker seit nunmehr 17 Jahren verlässlich so gut wie jedes Tabu mit unnachahmlicher Bösartigkeit in der Luft zerfetzen und mit ihrem schwarzen Humor über alle Peinlichkeitsgrenzen hinaus ihre Scherze treiben. Abtreibung, Rassismus, Pädophilie, Kannibalismus, Tod, Amokläufe - kaum ein Reizthema, das nicht auf respektloseste Art und Weise in der winterlichen Zeichentrickwelt seinen Auftritt hatte. "Was darf Satire? Alles," wie Kurt Tucholsky forderte.

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Die monatliche Kooperation mit dem GameStandard zeigt wieder ein Best-of der schönsten Indie-Games-News.

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Keine Reviews, aber: Wir sagen ab sofort, Was man spielen soll

Was: Out There, iOS und Android, 3,99$

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In our ongoing series WORD/PLAY we look at the fusing of literature and games. The link to the the written word is almost as old as the videogame itself, and recent developments both on the side of literature and the videogame have shown that the relationship between the two media is as vital and strong as ever.

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Agata Góralczyk ist als Langzeitreisende in virtuellen Welten unterwegs. Einmal im Monat schickt sie uns eine Postkarte - diesmal aus Touch my Katamari.

Mein lieber Rainer,

völlig per Zufall bin ich hier auf einer wilden DragParty gelandet. Ein narzistischer König (ist das ein Pleonasmus?), der in seiner überbordernd affektierten und eindeutig manischen Art für gute Laune und beste Stimmung sorgt, treibt mich zur Arbeit an. Angeblich bin ich sein Sohn und muss das Universum retten. Ich würde widersprechen, wenn es etwas brächte. Seine Unbekümmertheit lässt keine Widerworte zu. Wahrscheinlich ist sein Hörorgan bei solchen Tönen taub.