Seufz. Es ist schwer, Computerspiele als Medium zu verteidigen. Gewalttätig seien sie, so hört man regelmäßig von Kritikern jeden Kompetenzgrads, trash, infantil, als Kunstform nicht ernstzunehmen. Es ist mühsam, immer wieder gegen dieselben Vorurteile anzureden, es braucht Zeit und Nerven, die Skeptiker mit Positivbeispielen davon zu überzeugen, dass Games mehr sein können als nur pubertäre Gewaltfantasiebefriedigung, die hauptsächlich von sozial unterbelichteten pickeligen Jungs unter 17 konsumiert wird.
Und manchmal, wenn man gerade argumentiert hat, dass die mediale Verteufelung, oft anlässlich tagesaktueller Ereignisse, etwa Tragödien im Schulumfeld, einseitig wäre, wenn man beteuert, dass Games erwachsen geworden seien in den letzten Jahren, dass es vielleicht noch ein langer Weg sei, es aber durchaus in Richtung eines anspruchsvollen, vielfältigen neuen Mediums gehe, rülpst die PR-Abteilung des nächsten hoffnungsvollen Megasellers einmal kurz und begräbt sämtliche zarten Hoffnungen unter sich.
Anlass dieser Klage: Ein neuer Trailer zu Hitman: Absolution zeigt uns, dass manche Firmen ganz zufrieden damit sind, das Klischeezielpublikum pickliger, gewaltgeiler, sozial unterbelichteter Jungs unter 17 anzusprechen.