Ist ein Videospiel ein Gegenstand oder ein Ort? Man könnte sagen: beides. Videospiele sind der Ort hinter dem Bildschirm, oder eher: viele Orte. Schöne, faszinierende, banale, unheimliche, außergewöhnliche. In manchen darf man einfach lustwandeln, ohne kämpfen, springen, rätseln, kurz: etwas leisten zu müssen. Man darf in ihnen spazierengehen.

Sebastian Standke und Rainer Sigl machen sich einmal monatlich in der Serie Die Spaziergänger abwechselnd auf den Weg; und VGT wäre nicht das hipsterigste Intellektuellengamingblog, würden nicht schon im zweiten Teil die grundlegendsten Regeln gebrochen.

Der Berg an neuen Spielen wächst so rasant wie noch nie - und damit auch die Anzahl an bemerkenswerten Spielen, die im Dauerfeuer der Hypemaschinerien untergehen. Grund genug, dem allgegenwärtigen Pile of Shame zumindest ein wenig Ehre zuteil werden zu lassen und Spiele vor den Vorhang zu holen, die auch ein bisschen Fame verdient hätten. Im zweiten Pile of Fame haben wir gleich zwei Gäste: Zum einen Sylvio Konkol von Spielkritik.com, zum anderen VGT-Leser Matthias Kramps. Viel Spaß beim Stöbern im Pile of Fame #2!

Curating artwork that deals with video games has a number of unique and often hidden challenges. In the past, most video game art shows took place at informal or mixed-use fan spaces like comic book stores, parties, or conventions. As video games become more mainstream, and the fine art world increasingly engages with video games and video game culture, the venues and curation of these shows become critical factors for how these broader audiences experience the art.

Fresh from curating and installing the art show “Screen Knowledges: Photography in the Era of Videogames” at a space called ETA (a hybrid music venue, bar, and gallery in the trendy Highland Park neighborhood of Los Angeles) Kent Sheely and Eron Rauch sat down to share some of what they learned from curating the show.

Lang ists her, das letzte Video. Offenbar habe ich das Schicksal herausgefordert, als ich mir voller Zuversicht erstmals ein zeitgebundenes Thema vornahm: eine Reaktion auf einen Artikel von meinem VGT-Kollegen Eron Rauch, der Mitte letzten Jahres über die Rolle von Zufall in Blizzards Sammelkartenspiel Hearthstone schrieb. Jetzt, kaum sieben Monate später, folgt also meine zeitnahe Antwort: eine kurze Analyse der Zusammenhänge von Game Design, Zufallsfaktoren und dem Verhalten von Spieler_innen.

Wer Text bevorzugt, findet hier das Skript. Ich würde mich aber trotzdem freuen wenn ihr Likes oder Kommentare hinterlasst, die mir helfen mich bei Youtubes Algorithmen beliebt zu machen.

Photography, and how we use it to understand the world, is undergoing massive changes in the era of digital information technology. While these fractures, slippages, and mismatches can be frustrating, they can also be incredibly fertile sites for artistic production. After all, what could be more apt a metaphor for media-bombarded 2017 than the awkward, sometimes distressing act, of trying to figure out how use a technology that is almost 200 years old to deal with the implications of the futurist-media du jour, video games?

My own work, dealing with photography, virtual landscape, glitches, and the unseen traces of online gaming, has been fueled by this tension. And who would be a better partner in conversation about this often amusingly awkward, but also surprisingly potent, act of making art that combines these two massive cultural forces, than Kent Sheely, an artist who is perhaps best known for his video art/performance piece “Modern Pacifism,” in which he tried to play through Call of Duty without killing anyone. Inspired by our collaborative curation of a show about photography and video games called Screen Knowledges, we sat down to discuss the ways we find subject matter in our relationship to video games and art history.

Slay the Spire ist eine gelungene Mischung aus Roguelike und Kartenspiel. Raum für Raum klettere ich den namensgebenden Turm empor und kämpfe dabei rundenweise gegen allerhand Feinde. Über deren Köpfen wird angezeigt, welche Attacke sie für den nächsten Zug planen und wie viel Schaden diese verursacht, dementsprechend kann ich mit Angriffs- und Verteidigungskarten reagieren. Unverbrauchte Karten werden abgeworfen und in der nächsten Runde durch eine neue Hand ersetzt. Sollte ich siegreich aus dem Kampf hervorgehen, darf ich mir eine von drei neuen Karten aussuchen und meinem Deck hinzufügen.

Ist ein Videospiel ein Gegenstand oder ein Ort? Man könnte sagen: beides. Sie sind der Ort hinter dem Bildschirm, oder eher: viele Orte. Schöne, faszinierende, banale, unheimliche, außergewöhnliche. In manchen darf man einfach lustwandeln, ohne kämpfen, springen, rätseln, kurz: etwas leisten zu müssen. Man darf in ihnen spazierengehen.

Sebastian Standke und Rainer Sigl machen sich einmal monatlich in der neuen Serie Die Spaziergänger abwechselnd auf den Weg; den Anfang macht Sebastian.

Das Gehen – insbesondere der Spaziergang – unterscheidet sich vom Laufen primär durch drei Komponenten: Die Geschwindigkeit, die Körperhaltung und die Wahrnehmungshaltung. Beim Laufen rückt die eigene Körperlichkeit in den Fokus. Man merkt, wie der Puls steigt, das Herz pocht und möglicherweise auch der Schweiß fließt. Zu laufen bedeutet damit nicht nur im Vergleich zum Gehen schneller von A nach B zu gelangen und damit Zeit einzusparen, sondern auch einen Rückstoß auf den eigenen Leib.

Das Gehen ist eine behutsamere, sanftere, prinzipiell unökonomische Tätigkeit. Hier ist es dem Menschen erlaubt, einen eigenen Rhythmus zu finden und diesen auch wieder zu wechseln, ohne dass dies dem Körper großen Tribut abverlangt. Diese Leichtigkeit der Handlung lässt es einer Person offen, worauf sie ihren Blick verweilen lassen will, welche Eindrücke sie aufnehmen mag, worüber sie sinnieren möchte. Das dürfte auch der Grund sein, warum man vornehmlich den Begriff „Gedankengang“ nutzt anstelle des verwaisten „Gedankenlaufs“. Damit man über etwas gründlich nachdenken kann, benötigt man oft Zeit und Ruhe. Man nähert sich einem Gegenstand gemächlich an und kann ihn so in all seinen Facetten ergründen.

In the lead-up to collaborating to curate an art show Screen Knowledges, which looks at what contemporary artists are doing to advance screenshot and in-game photography, Kent Sheely and I did a large number of studio visits. These meetings involved looking at each other’s work, but also sprawling conversations about the threads that wove through our own artistic oeuvre, our personal lives, the work of each other, and of our fellow artists.

My massive ongoing project Valhalla Nocturnes, which is made up of long-exposure abstracts and self-portraits shot while playing video games late at night, became something of a focal point for our conversations around artistic process. After we finished the show, Kent used this project as a jumping point to talk about some of the often thorny and contradictory aspects of the process of making art that often get covered over by institutional wall blurbs and PR language.

Der Berg an neuen Spielen wächst so rasant wie noch nie - und damit auch die Anzahl an bemerkenswerten Spielen, die im Dauerfeuer der Hypemaschinerien untergehen. Grund genug, dem allgegenwärtigen Pile of Shame zumindest ein wenig Ehre zuteil werden zu lassen und Spiele vor den Vorhang zu holen, die auch ein bisschen Fame verdient hätten. Ein kleines kuratorisches Projekt wider den Aktualitätswahn, und ein Lob des kleinen Spiels. Gast in diesem, dem ersten Monat von Pile of Fame ist Dom Schott.

Though it waxes and wanes in public consciousness and gets called by different names (screenshots, virtual photography, or more recently, in-game photography) over the past decade there have been a whole host of artists who have explored video games through photography. My first project that combined the two was a series from 2001 which re-printed cryptic landscape images found on Everquest forums, after learning the reason one of my old friends had dropped out of high school was to play the game. Kent Sheely has also been exploring this far-flung cultural space for just about as long as anyone else.

After collaborating to curate a recent art show about video games and photography, titled Screen Knowledges, I had a moment where I realized what a long, winding trek it has been to get to this artwork in 2017. Given his status as one of the most veteran artists in this genre, I wanted to talk to Kent about the arc of his oeuvre and hear his thoughts about how the field has changed over the past years.