Briefe
Dies ist eine archivierte Version von videogametourism.at.
The SPIEL/FILM Letters #2
Lieber Ciprian,
dass du in deinem letzten Brief Zack Snyder derartige Großtaten zuschreibst, überrascht mich dann doch. Ich gestehe, dass ich Sucker Punch gerade einmal 30 Minuten ausgehalten habe - so beeindruckend die (Gegenbegriff!) Musikvideo-und-Werbeclip-Ästhetik der optisch wuchtigen Kampfsequenzen auch war, so leer und letztlich nichtssagend waren für mich die ärgerlich oberflächlich verrätselte Handlung mit ihren Metaebenen sowie die Hauptdarsteller, die auch als virtuelle Drahtgittermodelle nicht emotionsloser und hölzerner wirken hätten können. Für mich ist Sucker Punch nach dieser zugegeben nur fragmentarischen Sichtung eher der Beweis dafür gewesen, dass Film eben Videospiele missversteht, und zwar visuell ebenso wie strukturell. Aber ich traue deinem Urteil und werde dem Film (und auch Man of Steel) bei Gelegenheit eine zweite Chance geben - wenn du so freundlich wärst, Esteren eventuell für diese Serie analog zu deinem Artikel zu Universal Soldier vorzustellen …?
The SPIEL/FILM Letters #1
Lieber Ciprian,
Spiel, Film - eine Geschichte voller Missverständnisse? Ich habe vor kurzem einleitend versucht, das Thema dieser Konvergenz anzuschneiden, bleibe aber trotzdem etwas verunsichert zurück. War es auch für dich eine Überraschung, dass Games-Topoi und -Konventionen in den Film eindringen, ohne aber - das wäre meine These - dass dies im Film in den meisten Fällen bewusst thematisiert wird? Im Unterschied zu Games, wo das dumme Ideal vom "Film zum Selberspielen" nicht und nicht sterben will?