Meinung

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Digitaler Racheakt im geschützten Raum

Von Robert Glashüttner

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Ein bisschen gegen das System sein, den Kapitalismus eh auch blöd finden und das "gute" Produkt statt dem "schlechten" zu kaufen ist längst nichts mehr, was dissidenten Intellektuellen, verwirrten Anarchisten oder zornigen Punks vorbehalten ist. Vielmehr ist es mehrheitstauglich geworden, eine einfache Weise, sich mit etwas Gesellschaftskritik zu schmücken und einem Hauch von Distinktion zu parfümieren ohne wirklich etwas ändern zu wollen. Die deutsche Autorin Meredith Haaf hat es in einem Meinungstext für die Zeitschrift NEON neulich gut beschrieben: Zur Zeit des Kalten Krieges galt im Westen ein abweichlerisches Verhalten gegen das "eigene" System, also den Kapitalismus, als demokratiegefährdend und war bloß für jene Menschen nicht tabu, die sich entschlossen haben, am Rande der Gesellschaft zu stehen und diese zu unterwandern. 

re: Sieg Hain

Von Rainer Sigl

An zwei Spaßvögel.

Man sollte nicht darauf hinweisen müssen, dass Männer in exakt den Uniformen, in denen ihr herumkaspert, vor wenigen Jahrzehnten Millionen Mitmenschen - Erwachsene, Kinder, Greise - überfallen, in Lager gesperrt, beraubt, gefoltert, erschossen, erwürgt, vergast und verbrannt haben.

Man sollte nicht eigens sagen müssen, dass Scherze entlang dieses Grauens nicht verboten sind, aber das Niveau der meisten genialen Komiker, garantiert aber eure bescheidenen Fähigkeiten übersteigen.

Man sollte nicht extra betonen müssen, dass euer infantiler Umgang mit diesem Thema im Rahmen der jämmerlichen Karikatur von "Gamesjournalismus" auf Jahre hinaus nicht nur die ernsthafte Beschäftigung mit dem Medium mit Scheiße zuschüttet, sondern auch jenes Zielpublikum, das euch applaudiert: Kinder und Jugendliche, an deren Beifall euch so viel liegt, dass euch nichts zu dumm ist für Klicks und Lacher.

Es sollte nicht nötig sein, auf das alles hinzuweisen. Es ist deprimierend, dass es nötig ist.

Genauer gesagt: Es ist zum Kotzen.

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