Games'n'Politics: Videospiel-Verbote

Michael Schulze von Glaßers Videoreihe "Games'n'Politics" wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte.

UPDATE: Der Darstellungsfehler mit dem gestauchten Video ist ein Resultat des Schraubens am Layout und bereits in Bearbeitung - Klick aufs YouTube-Icon hilft in der Zwischenzeit.

Blut spritzt, Knochen bersten – der 2012 veröffentlichte First-Person-Shooter „Syndicate“ ist brutal. Das Spiel von US-Hersteller Electronic Arts (EA) zeigt so gewalthaltige Szenen, dass es in Deutschland sogar von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) indiziert wurde. Zwar ist das Spiel offiziell nicht verboten, doch es darf in der Bundesrepublik nicht beworben werden – was de facto einem Verbot gleich kommt. So hat Electronic Arts das Spiel nicht auf dem deutschen Markt vertrieben. In der Indizierungsbegründung der BPjM heißt es unter anderem:

„In der vorliegenden Verkaufsfassung sind die Tötungs- und Verletzungshandlungen keineswegs dunkel visualisiert, sondern die Gewalthandlungen und ihre Folgen sind jederzeit deutlich zu erkennen. Es können Körperteile (Arme, Beine, Köpfe) abgetrennt werden und es kann am Boden liegenden Personen, seien sie nun bewaffnet oder nicht, mit voller Wucht auf den Kopf getreten werden, untermalt von Knirschgeräuschen, mit dem das Genickbrechen verdeutlich wird. Die letztgenannte Tötungsart, das sog. ‚Hinrichten‘ (Exekution) wird in der Spielestatistik in einer eigenen Kategorie aufgeführt.“

"It's just a game": Ivor Scott - Counter-Strike in Öl

Gastautor Jan-Christoph Keßler hat für uns die Ausstellung "It's just a game" des Medienkünstlers Ivor Scott in Hamburg besucht.

Terrorists win". Verzerrt bis zur Unkenntlichkeit bleibt von der Botschaft nicht mehr als weißes Rauschen. Der nackte Beton wirft das lärmende Echo vom Vorraum durch den langen Flur, an der Theke vorbei bis in das Hinterzimmer. "Es ist nur verlangsamt, das erzeugt diesen unheimlichen Sound", erklärt Ivor Scott das Counter-Strike-Zitat. Seine Kunst-Ausstellung "It's just a game" fand im Hinterconti im Hamburger Karoviertel statt. Er brachte fünf Aquarelle, vier große Leinwände mit Ölmalereien und ein Video mit.

VGT im neuen Design

Es war aber auch Zeit: VGT erstrahlt ab sofort im mobile-freundlichen Look und kann deshalb auch auf Smartphones und Tablets gelesen werden, ohne schlimmere Magenverstimmungen bei ästhetisch empfindsamen Zeitgenossen auszulösen. Ein großes Dankeschön an Stefan, der mir in heroischer Aufopferung hier als IT-Gott die Hand reicht.

Ich bitte eventuell anfängliche Hickups in Bezug auf Layout älteter Titel und Tags zu verzeihen - inhaltlich bleibt alles wie gewohnt, nur jetzt halt viel hübscher und - der Sinn der Übung - auch unterwegs lesbar. Feedback willkommen!

Inderst legt nahe 140914

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

Sich Geschichten nähern via Audio ist der Spielelandschaft ein noch immer gnadenlos unterschätztes Phänomen. "Sound is one of those things that people will immediately proclaim “This is super important we must have it” but not really have a solid explanation at to why it is (...)" Und um eben dieses "Why?" geht es in dem Artikel von Jaime Cross (seines Zeichens selbst Sound Designer).

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Games Pop: Austin Wintory

Austin Wintory, Schöpfer der Soundtracks von Journey, The Banner Saga und vielen anderen, hat aktuell seine Werke zum Pay-what-you-want-Preis auf Bandcamp.  Alleine für die wunderbare Musik bei diesen zwei außergewöhnlichen Spielen sollte man zuschlagen.

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Inderst legt nahe 060914

 

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

 

Reifer. Reifer. Spielentwickler

Auch auf der PAX Prime war das Nachdenken eines Teiles der Industrie über sich selbst und seine abgesonderten kulturellen Artefakte (vulgo: Spiele) präsent. "We've always had people who've attempted to use this medium for more than just 'shoot 'em in the face.' I think what's happening now is unprecedented access to consumers and the awareness the Internet allows us", meint zum Beispiel Richard Dansky, seines Zeichens Autor, der bereits an mehreren Tom-Clancy-Spielen arbeitete. Klingt nach Widerspruch aus gerade seinem Munde? Wir werden sehen.

 

The Games That Never Were: Sim Gotham

Sequels, re-boots, stagnation - it's a pity that games rarely attempt the revolutionary, the never-before-seen, or even the impossible. The Games That Never Were is a series of thought-experiments: Games that never existed, and that may very well never come to be. This time, Mike Grace from Haywire Magazine premieres as the first contributor in English - and takes us to a familiar place that's feeling brand new. I'd play that.

Gotham, the city, is almost as famous as it's playboy billionaire/chiropteran-influenced-superhero. Up until now, only vague fragments of the city have been released. With the latest release, you can finally go into the infamous city itself, see how it ticks, and influence its development.

The End of Gamers: Ein paar Klarstellungen

Dieser Text sollte zuerst eine Antwort auf einen Kommentar zu meinem Text "#GamerGeddon" werden, ist aber zu lang, um dort zu versickern. Der Ton ist deshalb kolloquialer als sonst. Vorsicht: lang.

Ein Kommentator stellte mir eine Frage anlässlich des von vielen journalistischen Seiten proklamierten "End of Gamers". 

Da wird einfach mal der Tod des Gamers proklamiert. Ähm, wie soll das gehen?
Die Gamer sind das Hauptelement einer Industrie, die mittlerweile größer ist als Hollywood. Dort wird richtig Geld verdient. Denkt ihr wirklich, dass diese Industrie sich nicht mehr nach diesen Spielern ausrichten wird? Weil... kotaku und Konsorten berichten, dass es sie nicht mehr gibt?
Oder ist das alles ganz anders gemeint? Ist das eher "kulturell" gemeint?
Auch das ergibt wenig Sinn, denn diese, wie oben beschrieben, geben den Takt vor.

Wenn man die Artikel, die angeblich den "Tod des Gamers" fordern, ohne Hysterie liest (Überblick hier) , sieht man, was wirklich gemeint ist. "Gamer" bezeichnet eben in diesem Zusammenhang nicht jeden, der spielt. Diese Abgrenzung geht NICHT von den Journalisten aus, sondern von einer gar nicht mal so bedeutsam großen Gruppe an Spielern, die sich selber zum Kern des Gamings erhoben haben. Core Gamer. True Gamer. Real gamer. Die, für die Leute, die Candy Crush spielen, keine Gamer sind. Die, die mit Selbstbewusstsein jenen Spielen, die ihnen nicht ins Konzept passen, absprechen, Spiele zu sein. Jene penetrante, laute Gruppe, die den allermeisten Menschen, die spielen, oft mal peinlich ist. 

VGT goes GameStandard: Best of Indie August 2014

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Die monatliche Kooperation mit dem GameStandard zeigt wieder ein Best-of der schönsten Indie-Games-News.

Die Welt der Indies ist groß und inzwischen ziemlich global, wie unter anderem das “Best of” des letzten Monats mit Titeln aus Indien und Südamerika bewiesen hat. Doch auch als Lokalpatriot hat man Gelegenheit, unabhängige Spielemacher aus eigenen Landen zu unterstützen: Obwohl Österreich keine großen Entwicklerstudios mehr zu bieten hat, machen zunehmend rotweißrote Indies auch international von sich reden. Neben dem vor kurzem vorgestellten “Son of Nor”, das derzeit noch in Early Access ist, haben in den letzten Wochen zwei andere bemerkenswerte Indie-Spiele ihre beeindruckende Entstehungsgeschichte abgeschlossen.

Zunächst ist da “Schein” (Windows, 6,99 Euro): Der clevere Puzzle-Plattformer in der Tradition von “Braid”, “Closure” und “Giana Sisters” entstand aus einer Studentenarbeit und hat bereits einige Indie-Preise abgeräumt. Vor kurzem ist das Spiel der Wiener Zeppelin Studios endlich erschienen und stellt anspruchsvolle Spieler vor knifflige Aufgaben: Dank innovativer Lichtpuzzles hat man sich die Selbstbeschreibung “wahrscheinlich schwierigstes Jump’n’Run des Jahres” redlich verdient.

Inderst legt nahe 300814

Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

Der Rote Bulle und die Musik

Nichts macht so locker am Wochenende wie (bayerisch: "als wie") flott-kecke Musik (bayerisch: "a guade Musi")! Die Red Bull Music Academy, ein jährliches Workshop-Programm zur Förderung junger Künstler, findet 2014 zum ersten Mal in ihrer 16-jährigen Geschichte in Asien, genauer Tokio (mi amor!) statt. In sechs Episoden, die ab dem 4. September jeden Donnerstag veröffentlicht werden, erzählt die Web-Doku-Reihe "Diggin' In The Carts" die Geschichte der japanischen Videospielmusik. Unter dem Link findet Ihr schon einmal den Trailer.